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Ein Tennis-Fest für die Region - 3500 Zuschauer fiebern beim Bundesliga-Derby zwischen Mannheim und Weinheim mit

erstellt am Montag, 17 Juli 2017
Tennis / 1.Bundesliga; Herren; Saison 2017 - Luca Vanni / TC Weinheim Tennis / 1.Bundesliga; Herren; Saison 2017 - Luca Vanni / TC Weinheim Bild: AS Sportfotos

sport-kurier. Es war ein Highlight, das wohl niemand so schnell vergessen wird, der am Sonntag auf der Anlage von Tennis-Bundesligist Grün-Weiss Mannheim vorbeischaute.

Dort fand das mit Spannung erwartete Derby zwischen Grün-Weiss Mannheim  und Aufsteiger TC Weinheim statt. Und das bot wirklich alles, was zu einem gelungenen Tennistag gehört. Hochklassige Matches gab es zuhauf. Spannend war es auch - und die Stimmung erst: 3500 Zuschauer sorgten für einen tollen Rahmen.

Ein Großteil der Fans drückte Grün-Weiss die Daumen, doch immer wieder brandeten auf dem Center Court auch "Weinheim-Weinheim"-Sprechchöre auf. Angebracht waren die definitiv. Denn der vermeintliche Außenseiter, der in einer Topbesetzung nach Mannheim kam, schnupperte am Sieg. Nach den vier Einzeln führten sie mit 3:1 und sahen schon wie der sichere Sieger aus. Doch die Hausherren bissen in den beiden abschließenden Doppeln nochmals auf die Zähne und glichen zum 3:3 aus.

TK Grün-Weiss Mannheim vs.TC 02 Grün-Weiss Weinheim - 2017 - CenterCourt. AS Sportfotos.

 

"Das war eines der besten Tennis-Spiele, das seit zehn, zwanzig Jahren auf unserer Anlage stattgefunden hat", freute sich Marzenell über einen Gänsehaut-Sonntag, der auch entsprechend inszeniert wurde: Bevor es losging hatten Kinder des Nationaltheaters ihren großen Auftritt. Sie stimmten bei der Mannschaftsvorstellung die deutsche Nationalhymne an.

Als dann die Cracks in den Blickpunkt rückten, wurde den Grün-Weiss-Anhängern schnell klar, dass dies diesmal kein Spaziergang werden würde. Luca Vanni, der in der Weltrangliste an Position 121 steht, trumpfte auf dem M-Platz groß auf. Mannheims Radu Albot, die Nummer 108 der Welt, stand auf verlorenem Posten. Der Moldawier kämpfte zwar verbissen, musste letztlich aber artig gratulieren. Vanni, der einfach druckvoller agierte und Albot weit hinter die Grundlinie drängte, siegte mit 6:3, 4:6 und 11:9.

Parallel dazu bewies Andreas Beck einmal mehr, wie wichtig er für Grün-Weiss ist. Er baute seine Bundesliga-Bilanz gestern nach einem 6:1, 7:5-Sieg gegen Weinheims Teamkapitän Frank Wintermantel auf 18:0 aus. "Das ist unglaublich", sagte Marzenell, "Andi ist jetzt die zweite Saison bei uns und hat noch kein einziges Mal verloren."

Andreas Beck / GWMA -  Grün-Weiß Mannheim vs. TC Weinheim 02.  AS Sportfotos.

 

Respekt hat sich aber auch Wintermantel verdient. Das TC-02-Ass lieferte dem ehemaligen Davis-Cup-Spieler einen großen Kampf und stand beim 5:4 dicht vor dem Gewinn des zweiten Satzes. "Mit dem zweiten Durchgang bin ich wirklich zufrieden", analysierte Wintermantel, "und ich denke, es hat auch den Zuschauern gefallen, was wir ihnen da geboten haben. Das ist eigentlich das Wichtigste."

Grün-Weiss atmete jedenfalls kurzzeitig durch. Es stand 1:1, allerdings war allen Beteiligten des mehrfachen deutschen Meisters klar, dass in der zweiten Einzelrunde zwei ganz dicke Brocken auf die Hausherren warteten. Die Rede ist von John Millman, dem Weinheimer Spitzenspieler, der in dieser Saison bislang alle seine Einzel gewonnen hat, und Lokalmatador Yannick Hanfmann. Und das Duo war dann tatsächlich nicht zu bändigen.

Während Hanfmann einen begeisternden 6:2, 6:2-Triumph über Mannheims Österreicher Gerald Melzer feierte, musste Millmann ordentlich beißen, bis er den Argentinier Nicolas Kicker im Spitzeneinzel mit 6:4, 3:6, 5:10 besiegen konnte. "In den Einzeln hatten wir im Champions Tiebreak zweimal etwas Glück", ordnete Wintermantel die Geschehnisse fair ein, "in den Doppeln hat Mannheim sich das dann aber zurückgeholt."

Yannick Hanfmann / TCW - Grün-Weiß Mannheim vs. TC Weinheim 02. AS Sportfotos.

 

Das kann man so sagen. Denn sowohl Melzer und Beck, die sich zu einem 6:3, 5:7 und 10:7-Erfolg über Millmann und Hanfmann kämpften, als auch Daniel Brands und Robin Kern (7:6, 7:6 gegen Vanni und Moritz Baumann) glänzten zwar, hatten in der entscheidenden Phase aber auch ein wenig Dusel.

Einen Gewinner gab es am Ende aber doch: die Zuschauer. Und die können sich wohl auf eine Wiederholung des Nachbarschaftsduells in einem Jahr freuen. Denn Weinheim hat mittlerweile bereits vier Punkte auf dem Konto. Das dürfte bereits zum Klassenerhalt reichen. Um ganz sicher zu gehen, müsste wohl noch ein Pünktchen her, was für diese Mannschaft eigentlich ein Kinderspiel sein sollte.

Grün-Weiss Mannheim - TC Weinheim 3:3; Einzelergebnisse: Kicker - Millman 4:6, 6:3, 5:10; Albot - Vanni 3:6, 6:4, 9:11; Melzer - Hanfmann 2:6, 2:6; Beck - Wintermantel 6:1, 7:5; Doppelergebnisse: Melzer/Beck - Millman/Hanfmann 6:3, 5:7, 10:7; Brands/Kern - Vanni/Baumann 7:6, 7:6.

Letzte Änderung am Montag, 17 Juli 2017