Freitag, 21. Januar 2022

Tennis-Bundesligist Grün-Weiss Mannheim kommt unter die Räder - 0:6 Niederlage!

erstellt am Montag, 13 Juli 2015
Tobias Kamke zog gegen Jürgen Melzer den Kürzeren Tobias Kamke zog gegen Jürgen Melzer den Kürzeren Bild: AS Sportfotos

von Sportkurier. Es gibt Tage, an denen steht man am besten gar nicht erst auf. Lässt den Rollladen unten und verschanzt sich in den eigenen vier Wänden.

Gerald Marzenell, der Teammanager von Tennis-Bundesligist Grün-Weiss Mannheim, erlebte gestern so einen Tag. Einen zum Vergessen. Seine Mannschaft kam zuhause vor 2500 Zuschauern mit 0:6 unter die Räder.

Blau-Weiß Krefeld war zwei Tage nach dem 5:1-Sieg der Mannheimer in Neuss eine Nummer zu groß

"Die Enttäuschung ist bei uns natürlich groß", sagte Marzenell, "aber auf diesem Niveau kann so etwas eben immer mal passieren." Wobei auch Pech dabei war. Zum Beispiel bei Tobias Kamke und Jiri Vesely. Beide zogen im finalen Matchtiebreak den Kürzeren. Also diesem verkürzten Satz, in dem es nur bis zehn geht.

"Das hat schon auch etwas mit Glück zu tun", grübelte Kamke nach seiner 5:7, 6:2 und 5:10-Niedelage gegen den Ex-Grün-Weissen Jürgen Melzer, der während seiner ruhmreichen Karriere schon drei Wimbledontitel im Doppel gewonnen hat.

Wirklich schlechter war Kamke nicht. Im Gegenteil. Er war der aktivere Spieler und jagte Melzer kreuz und quer über die rote Asche. "Eigentlich hätte ich schon den ersten Satz gewinnen können", zuckte Kamke mit den Schultern, der sich dann aber auch als fairer Verlierer gab: "Jürgen hat gerade im Matchtiebreak sehr konzentriert gespielt und mir keine Möglichkeiten mehr gegeben."

Jiri Vesely ärgerte sich über seine Drei-Satz-Pleite. AS Sportfotos

Weiter mit Vesely

Der baumlange Aufschlagriese verstand nach seiner 6:7, 7:5 und 6:10-Niederlage gegen den Italiener Paolo Lorenzi die Welt nicht mehr. "Ich habe einfach über das gesamte Match viel zu viele leichte Fehler gemacht", ärgerte sich der Tscheche, der in Deutschland aufgewachsen ist, über die Drei-Satz-Pleite. Kurz darauf ging sein Blick aber schon wieder voraus.

Die Nummer 45 der Welt hat mit Grün-Weiss in dieser Saison nämlich noch einiges vor: "Ich will dieses Jahr unbedingt noch ein paar Mal für Mannheim spielen. Im letzten Jahr hat es wegen der vielen Turniere ja nur zu einem Einsatz gereicht."

Knapp ging es auch bei Björn Phau zu

Der Dauerläufer im Grün-Weiss-Dress hatte mit Heracio Zeballos ein ganz dicken Brocken vor der Brust. Einen Sandplatzwühler der Extraklasse. Doch Phau hielt dagegen, breakte den Legionär im ersten Satz zum 5:3 und servierte wenig später zum Satzgewinn, ehe Zeballos eine Topspin-Rakete nach der anderen auspackte und Phau noch abfing.

Am Ende hieß es 6:7, 2:6. Und auch für einen der talentiertesten Spieler im aktuellen Tennisgeschehen war im Spitzeneinzel nichts zu holen: Dominic Thiem, der im ATP-Computer an Position 30 gelistet wird, musste sich Joao Souza auf dem Center Court mit 3:6, 4:6 geschlagen geben.

Björn Phau hatte mit Heracio Zeballos einen dicken Brocken vor der Brust. AS Sportfotos

Auch die beiden Doppel wurden in den Sand gesetzt - Klatsche perfekt: 0:6 - bitterer geht es kaum!

Grün-Weiss rangiert somit aktuell auf dem drittletzten Platz. Muss man sich etwa Abstiegssorgen machen? Nicht wirklich! Sowohl gegen Aachen als auch gegen Krefeld kann man verlieren. Es kommen noch einfachere Gegner. Ob es allerdings zum anvisierten Platz unter den ersten vier Teams der Liga reichen wird, was eigentlich das Saisonziel war, ist seit gestern jedoch fraglich. Und am nächsten Sonntag wartet prompt der nächste Gigant: Grün-Weiss muss in Halle ran, wo die Trauben ebenfalls sehr hoch hängen werden.

Resultate: Einzel: Dominic Thiem - Joao Souza 3:6, 4:6, Jiri Vesely - Paola Lorenzi 6:7, 7:5, 6:10; Tobias Kamke - Jürgen Melzer 5:7, 6:2, 5:10; Björn Phau - Horacio Zeballos 6:7, 2:6; Doppel: Thiem/Vesely - Zeballos/Melzer 6:7, 7:6, 4:10;  Kamke/Phau - Souza/Galdon 4:6, 2:6.

Letzte Änderung am Montag, 13 Juli 2015