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Prominente Tennisstunde in Ludwigshafen mit Steffi Graf

erstellt am Freitag, 05 Juni 2015
Steffi Graf Steffi Graf Bild: AS Sportfotos

von Sportkurier. Wird nach den bekanntesten deutschen Sportlern der letzten 50 Jahre gefragt, fallen einem einige ein:

Franz Beckenbauer zum Beispiel. Oder Michael Schumacher. Aber da ist auch eine Frau, die eigentlich in keiner Top Ten fehlen darf: Steffi Graf, die Tennis-Lichtgestalt.

Während ihrer ruhmreichen Karriere hat die "Gräfin" alles abgeräumt, was man im Tennis so abräumen kann. 22 Grand Slam Titel im Einzel unterstreichen ihre Extraklasse. Mittlerweile hört man selten noch etwas von ihr. Die Ehefrau von Andre Agassi meidet das Rampenlicht, führt ein skandalfreies Leben und kümmert sich um ihre beiden Kinder. Ein echter Familienmensch.

Steffi Graf mit Nachwuchsspieler Alexander Haage (7 Jahre). AS Sportfotos

Und genau das ist es, was sie so sympathisch macht. Sie ist bodenständig durch und durch. Am Mittwoch konnte man sich davon mal wieder überzeugen - und zwar aus nächster Nähe. Graf war auf Heimaturlaub, packte auf der Anlage des TC BASF Ludwigshafen die Schläger aus. Sie rutschte in die Rolle der Trainerin, übte auf Einladung der Firma Teekanne mit Talenten und älteren Spielern, die eine exklusive Trainerstunde mit dem Weltstar gewonnen hatten.

Rund zweieinhalb Stunden verteilte sie die kleinen gelben Filzbälle auf der roten Asche und schüttelte dabei ab und an auch nochmals eine ihrer gefürchteten krachenden Vorhandschläge aus dem rechten  Schlagarm. Auffällig dabei: Es schien ihr wirklich Spaß zu machen. Denn andernfalls fällt es schwer über zwei Stunden zu grinsen und zu lachen.

Steffi Graf mit Nachwuchsspieler Alexander Haage (7 Jahre)-Charlotte Keitel (10 Jahre) und Dana Heimen (11 Jahre). AS Sportfotos

"Es ist eben immer schön, mal wieder nach Hause zu kommen. Mit unseren jungen Nachwuchsspielern auf dem Platz zu stehen und ein paar Bälle zu schlagen. Sie haben großes Talent und ich hoffe, ihnen mit meinen Tipps ein wenig weiter geholfen zu haben."

Doch wie bereits erwähnt, waren da auch andere Spieler am Ball. Nämlich solche, die mehr zum Spaß die Bälle übers Netz hämmern. So wie Herr Herd, der beim TC Bammental spielt und das übrigens erst seit kurzem. Vor acht Jahren hat der 63-Jährige mit dem weißen Sport begonnen und seit vier Jahren nimmt er an Punktspielen teil. Die Vorhand ist dafür schon wirklich gut. Und was ist mit der Rückhand? Schwer zu sagen, die umging es nämlich immer wieder geschickt.

Selbst Steffi Graf war machtlos. Sie schaffte es einfach nicht, ihn auf der Rückhand anzuspielen, weil er sich so weit in der Rückhandecke positionierte, dass er die Rückhand zwangsläufig umlaufen musste. Steffi Graf fand das sehr amüsant, forderte ihn auch mehrfach auf, doch endlich mal seine Rückhand "auszupacken", doch Herr Herd blieb eisern.

Prominente Tennisstunde in Ludwigshafen mit Steffi Graf 2015 RNZ-Leser Rüdiger Herd mit Trainerin Steffi Graf.

Übel nahm ihm Graf das nicht. Im Gegenteil: Wenig später wählte sie ihn gar noch als Doppelpartner. Beide harmonierten gut. Wobei Graf logischerweise ein wenig das Tempo herausnahm, um die Hobbysportler nicht zu überfordern.

Als der sportliche Teil dann beendet war, wurde es ausdauernd: Der Tennisschläger wurde durch den Kugelschreiber ersetzt. Ein wahrer Autogramm-Marathon begann und natürlich durften im Handy-Zeitalter auch die Selfies nicht fehlen. Bei einem kleinen Snack auf der Terrasse der TC BASF Ludwigshafen ließ man den Tag ausklingen.

Letzte Änderung am Freitag, 05 Juni 2015