Dienstag, 24. September 2019

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Rhein Neckar Löwen mit CL-Niederlage bei Vive Kielce

erstellt am Montag, 24 September 2018
Rhein-Neckar Löwen gegen Vive Kielce / Archivbild. Andy Schmid in Aktion. Rhein-Neckar Löwen gegen Vive Kielce / Archivbild. Andy Schmid in Aktion. Bild: AS Sportfotos

sport-kurier. Eigentlich war es nur ein Spiel von vielen in der aufgeblähten Gruppenphase der Champions League, doch es war auch eines, dass möglicherweise noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Was weniger mit der ärgerlichen 32:35 (17:17)-Niederlage bei Vive Kielce, das zu den Topfavoriten auf den Champions League-Titel zählt, zusammen hängt, sondern viel mehr mit den Begleitumständen der Niederlage.

In Polen hatten die Löwen am Samstagabend zwei Schocksituationen zu überstehen: Zwei wichtige Spieler mussten verletzt raus. Ilija Abutovic, der im Innenblock eigentlich nicht zu ersetzen ist, und Nationalspieler Jannik Kohlbacher, der am gegnerischen kreis eine Waffe ist.

Abutovic klagt über starke Schmerzen in der Wade, Kohlbacher musste wegen Schulterproblemen passen. Die genauen Diagnosen stehen noch aus. Doch gerade bei Abutovic sieht es offenbar nicht gut aus. In Kielce saß der zwei Meter große Abwehrriese mit schmerzverzerrtem Gesicht auf der Ersatzbank. Er litt sichtlich. Die Löwen befürchten einen längerfristigen Ausfall. Als Alternative steht mit Jesper Nielsen ein weiterer starker Spieler zur Verfügung. Ihm fehlt aber noch die Abstimmung mit Löwen-Abwehrchef Gedeon Guardiola, was beim polnischen Serienmeister deutlich wurde.

Fakt ist somit: Ein langfristiger Ausfall von Abutovic, der sich ohne Gegnereinwirkung bei einer unglücklichen Bewegung verletzte, würde die Gelbhemden erheblich schwächen.

Was in Bestbesetzung möglich ist, demonstrierten die Löwen am Samstag in der ersten Halbzeit beim Champions League-Sieger von 2016. Der deutsche Pokalsieger legte los wie die Feuerwehr und führte schnell mit 8:3. Vor allem Kapitän Andy Schmid war nicht zu stoppen. Der Schweizer, dem kürzlich gegen Leipzig wegen eines Magendarm-Virus kaum etwas gelang, traf wie er wollte. Insgesamt brachte es Schmid auf neun Treffer.

Wenn man so will, war es eine erste Hälfte, die träumen lässt. Denn spielen die Löwen in Europa weiter derart stark auf, ist ihnen wirklich alles zu zutrauen. Vom Titel redet momentan keiner, dass einige Cracks aber davon träumen, ins abschließende Final Four-Turnier in Köln einzuziehen, ist hingegen kein Geheimnis.

Gerade für Schmid würde damit ein Herzenswunsch in Erfüllung gehen. Denn für ihn haben die internationalen Auftritte mit den Löwen eine noch höhere Bedeutung, was mit seiner Herkunft zusammen hängt. Da der wohl beste Spielmacher der Handball-Welt für die Schweizer Nationalmannschaft spielt, hat er kaum eine Chance sich auf Landesebene international zu beweisen. In einem Heimatland fehlen ihm die starken Mitspieler und er alleine kann die Schweiz nicht zu einer EM oder WM werfen.

Somit ist die Champions League für ihn gewissermaßen eine Ersatz-WM. Dort kann er der ganzen Handball-Welt zeigen, was er drauf hat. Das Final Four in Köln wäre für ihn die perfekte Bühne. In den Vorjahren war stets im Achtelfinale Schluss für die Löwen. Was aber eben auch damit zusammenhing, dass Trainer Nikolaj Jacobsen in der Champions League meist eher die schwächere zweite Reihe spielen ließ, um die Kräfte für die Bundesliga zu schonen. Die steht nämlich über allem.

Doch im Gegensatz zum Vorjahr sind die Löwen in dieser Saison eben deutlich besser aufgestellt und können auf einer weiteren Hochzeit tanzen.
Vorausgesetzt die Verletzungen halten sich in Grenzen. Es heißt also Daumen drücken für Ilija Abutovic und die Löwen.

 

 

Letzte Änderung am Montag, 24 September 2018

Handball