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"Achtung. Fertig. Floß!" ++ Teambuildingsmaßnahme bei den Rhein-Neckar Löwen

erstellt am Montag, 24 Juli 2017
"Achtung. Fertig. Floß!" ++ Teambuildingsmaßnahme bei den Rhein-Neckar Löwen Bild: AS Sportfotos

sport-kurier. Das Leben eines Handball-Profis ist entbehrungsreich.

Wenn er in der Handball-Bundesliga, die als stärkste Klasse der Welt gilt, spielt, sowieso. In Kombination mit der Champions League und dem DHB-Pokal stehen eigentlich alle drei Tage Spiele an und das über einen Zeitraum von mehreren Monaten.

Das ist ein Pensum, das im Profi-Fußball undenkbar wäre. Die Rhein-Neckar Löwen kennen das Geschäft. Gerade im Saisonendspurt gehen sie regelmäßig auf dem Zahnfleisch. Momentan gilt es deshalb die Grundlagen für eine harte Zeit zu legen. Trainer Nikolaj Jacobsen lässt derzeit an der Grundlagenausdauer und in der "Muckibude" im Kraftbereich arbeiten. Alles Dinge, die einen Handballer nicht zu Freudensprüngen verleiten.

Die sind deshalb froh über jede Abwechslung, die sie kriegen können. Am Sonntag war deshalb mal eine Teambuilding-Maßnahme anberaumt worden. Unter dem Motto "Achtung. Fertig. Floß!" versammelte sich der Löwen-Tross an einem Weiher in Lambsheim. Dort mussten die Badener mal ihr Geschick beim Floßbau unter Beweis stellen.

Die Aufgabe: Unterteilt in Gruppen sollten die Löwen aus diversen Utensilien ein fahrtüchtiges Floß erstellen, mit dem es schließlich bei einem Rennen um die Wette ging. Ins Ziel kamen nicht alle "Bötchen". Das von Kapitän Andy Schmid dagegen schon. Der Schweizer bewies, dass er nicht nur eine Mannschaft sondern auch ein Floß führen und lenken kann. Schmids Kahn machte das Rennen, hängte alle anderen ab.

Aber darum ging es nicht wirklich, sondern vielmehr darum, sich auf die neue Saison einzuschwören und wieder eine starke Einheit zu bilden. Die Neuzugänge konnten so perfekt integriert werden. Denn das  Jerry Tollbring (IFK Kristianstad), Momir Rnic (MT Melsungen), Bogdan Radivojevic (SG Flensburg-Handewitt) und Kristian Bliznac (Elverum Handball) herausragende Handballer sind, ist unbestritten, nur müssen sie eben auch funktionieren, sportlich und menschlich. Oliver Roggisch, der Sportliche Leiter der Löwen, macht sich jedenfalls keine großen Sorgen: "Das sind alles tolle Typen, die zu uns passen. Wir werden alle zusammenstehen, das war ja auch in den letzten Jahren einer der Gründe für unsere Erfolge."

Ein paar Sorgenfalten sind aber nicht zu übersehen. Sie hängen insbesondere mit dem Abschied von Kim Ekdahl du Rietz zusammen. Der Schwede hinterlässt eine riesig große Lücke im Löwen-Gebilde. In der Abwehr war er gut, im Angriff überragend. Er war ein echter Shooter, der eben meist dann da war, wenn er dringend gebraucht wurde. In Situationen, in denen die zündende Idee fehlte und die Brechstange ausgepackt werden musste.

Beerben könnte ihn Momir Rnic. Der Ex-Melsunger, der dort in den letzten Jahren von dem ehemaligen Löwen-Trainer Michael Roth trainiert wurde, verfügt über herausragende Qualitäten. Sein Wurf ist gefürchtet. An guten Tagen kann er jede Mannschaft fast im Alleingang abschießen. Das Problem war zuletzt jedoch, dass diese Tage nicht mehr ganz so häufig vorkamen.

In Melsungen lief der 1,98 m große Serbe seiner Form etwas hinterher. Der eine oder andere Experte glaubt den Grund zu kennen. Er sei schon zu satt, hieß es immer wieder. Oder: Er würde seine Karriere austrudeln lassen. Wirklich schlüssig klingt das aber nicht. Schließlich gehört Rnic noch lange nicht zum alten Eisen. 29 Jahre ist er gerade mal alt. Er befindet sich demnach im besten Handball-Alter.

Der Grund für die Leistungsschwankungen ist deshalb wohl woanders zu suchen. Nicht sonderlich positiv dürfte sich sicher auch ausgewirkt haben, dass in Melsungen frühzeitig bekannt gegeben wurde, dass ein großer Umbruch ansteht. Quasi die halbe Mannschaft wurde in diesem Sommer ausgetauscht, um einen neuerlichen Angriff auf die erweitere Ligaspitze zu wagen. Für die, die gehen müssen, ist das keine schöne Situation. Wobei es Rnic im Vergleich zu so manchem Kollegen mit den Löwen noch nicht richtig gut erwischt hat.

Trainer Nikolaj Jacobsen ist jedenfalls überzeugt von ihm: "Momir hat einen richtig harten und guten Wurf. Wir müssen es jetzt schaffen, ihn entsprechend in Szene zu setzen." Man darf gespannt sein, ob den Gelbhemden das auch gelingt….

Letzte Änderung am Montag, 24 Juli 2017

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