Mittwoch, 27. Mai 2020

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Meisterlich - Die Löwen haben mit dem 23:21-Sieg in Flensburg einen Big Point an der Ostsee geangelt

erstellt am Montag, 29 Mai 2017
Jubel bei den Löwen nach dem grandiosen Auswärtssieg in Flensburg. Titelverteidigung greifbar nahe. Jubel bei den Löwen nach dem grandiosen Auswärtssieg in Flensburg. Titelverteidigung greifbar nahe. Bild: AS Sportfotos

sport-kurier. Was für ein Spiel, was für eine Leistung. Die Rhein-Neckar Löwen haben mit dem 23:21 (13:11)-Auswärtssieg in Flensburg wohl ihr Meisterstück gemacht.

Drei Spieltage vor dem Saisonende führen die Gelbhemden die Tabelle nun mit drei Punkten Vorsprung auf Flensburg an. "Ich bin jetzt einfach nur kaputt, das war ein richtig hartes Spiel", resümierte Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen nach getaner Arbeit. Aufgeräumt wirkte der dänische Trainerfuchs bei seiner Analyse und eben nicht euphorisch. Bei seinen Spielern war das anders. Die ließen ihren Emotionen freien Lauf und schwärmten von einem ganz wichtigen Schritt in Richtung Titelverteidigung:

"Der Druck war enorm auf beiden Seiten. Wir wussten, dass wir nicht verlieren dürfen. Und in solch einer Drucksituation haben wir aus meiner Sicht dann eines unserer besten Spiele in dieser Saison gemacht", sagte Löwen-Kapitän Andy Schmid, "der Wille und die Einstellung waren top."

Gudjon Valur Sigurdsson / RNL gegen Lasse Svan - SG Flensburg vs. Rhein-Neckar Loewen. AS Sportfotos

 

Spielerisch gab es auf beiden Seiten hingegen sicher noch Luft nach oben. Was aber eben auch mit der besonderen Drucksituation zusammenhing. Schließlich entschied sich in einem Spiel wohl die komplette Meisterschaft. Ein echtes Herzschlagfinale war es so oder so, aber dass es sich dann auch noch so extrem spannend entwickeln würde, war unglaublich.

59 Minuten lang blieb Flensburg, das in der ganzen Partie nur ein Mal führte (5:4), dran, doch dann beerdigte Schmid den Meistertraum der Norddeutschen mit einem Hammer aus dem Rückraum. Der schweizerische Spielgestalter nahm Maß und knallte die Harzkugel aus der zweiten Reihe genau in den Winkel. 23 Sekunden vor Schluss stand es nun 23:21 - das konnte Flensburg nicht mehr aufholen.

Väter des Erfolgs gab es mehrere. Einer von ihnen ist sicherlich Mikael Appelgren. Der Schwede im Tor der Löwen war ein sicherer Rückhalt. Immer dann, wenn man das Gefühl hatte, die Begegnung könnte kippen, war er mit tollen Paraden zur Stelle. Der Übervater des Flensburg-Coups stand jedoch draußen. Löwen-Trainer Jacobsen behielt auch in einer echten Drucksituation den Durchblick. Zunächst sprengte er das eigentlich bewährte 6:0-Abwehrbollwerk und setzte auf die offensivere 5:1-Variante.

 

 

Flensburg biss sich daran die Zähne aus, der gefürchtete Rückraum kam so nur selten zur Entfaltung. Eine weitere taktische Meisterleistung war auch der Wechsel hin zum siebten Feldspieler. Mitte der zweiten Halbzeit reagierte Jacobsen so auf die plötzlich fehlende Durchschlagskraft im Löwen-Angriff. Das hätte auch nach hinten los gehen können, weil es immer ein Risiko ist, ohne Torhüter zu spielen. Aber Jacobsen hatte vorgesorgt: "Zuletzt haben wir viel 7:6 trainiert, das hat sich heute ausgezahlt."

Am Mittwoch wartet nun der THW Kiel. Der Rekordmeister, der längst aus dem diesjährigen Titelrennen raus ist, gastiert um 20.45 Uhr in der Mannheimer SAP Arena. Und da sind die Löwen nun psychologisch im Vorteil. Sie können sich sogar eine Niederlage erlauben und bleiben trotzdem in der Tabelle vorne. Die letzten beiden Gegner heißen dann noch auswärts Wetzlar und zuhause Melsungen. Leicht wird auch das nicht, doch bei der Qualität der Löwen sollten beide Spiele gewonnen werden.

Letzte Änderung am Montag, 29 Mai 2017

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