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Panne bei der Terminierung der Wettbewerbe - Rhein-Neckar Löwen wurden in die Bredouille gebracht

erstellt am Samstag, 19 März 2016
Das Final Four um den deutschen Pokal in Hamburg ist ein Höhepunkt der Saison. Das Final Four um den deutschen Pokal in Hamburg ist ein Höhepunkt der Saison. Bild: AS Sportfotos

von Sportkurier. Es wäre im Fußball schlicht nicht denkbar, im Handball gibt es aber jetzt eine solche Situation:

Mitten in der heißen Saisonphase droht eine Terminkollision. Betroffen davon wären die SG Flensburg-Handewitt - und die Rhein-Neckar Löwen.

Das Final Four um den deutschen Pokal in Hamburg ist ein Höhepunkt der Saison

Die Rhein-Neckar Löwen sind zum neunten Mal bei der Veranstaltung dabei, die Vorfreude auf die Veranstaltung ist aber getrübt, denn am gleichen Wochenende sind auch die Rückspiele im Viertelfinale der Champions League angesetzt - und die Badener haben vor dem Achtelfinal-Duell am Samstag beim RK Zagreb gute Aussichten, dann noch im Wettbewerb um die europäische Krone zu sein. Eine Panne bei der Terminierung der Wettbewerbe hat die betroffenen Klubs und die beteiligten Verbände in die Bredouille gebracht.

Handball / EHF Champions League RNL-Kopenhagen Rhein-Neckar Loewen vs.Kolding Kopenhagen 2016- Nr. 11 Stefan Sigurmannsson RNL- Nr. 8 Bo Spellerberg. AS Sportfotos.

Die deutsche Ligaverband (HBL) sieht sich als Veranstalter des Turniers in Hamburg für die Kollision nicht verantwortlich. "Die Ansetzung des REWE Final Four 2016 haben wir in Rücksprache und mit Zustimmung der EHF im Dezember 2014 vorgenommen", sagt HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann. Die europäische Handball-Föderation (EHF) hat grundsätzlich zunächst die Möglichkeit, ihre Wettbewerbe zu terminieren, ehe die nationalen Verbände ihre Planungen vorantreiben können.

Wer den entscheidenden Fehler begangen hat, der zu der Kollision geführt hat, lassen die beteiligten Partien im Unklaren. "Das (mögliche) Problem ist uns natürlich bekannt und wir arbeiten im Moment daran, eine Lösung der Situation zu finden", erklärt ein Sprecher in der EHF-Zentrale in Wien.

Den Löwen ist die Termin-Kollision offenbar schon länger klar, weshalb sie im April alle drei Wochenendtermine nach der Olympia-Qualifikation frei gehalten haben. Die Ligaduelle wurden in die Wochenmitte verschoben. Den Badenern wurde suggeriert, dass die Viertelfinalduelle im internationalen Wettbewerb jeweils um eine Woche nach vorne geschoben werden können. Die Hinspiele würden um den 16. April herum ausgetragen, die Rückspiele eine Woche später. "Ja, das Vorziehen der Viertelfinalspiele mit deutscher Beteiligung ist möglich", sagt Löwen-Manager Lars Lamade. Im Anschluss würde das Final Four in Hamburg in Angriff genommen werden.

Handball/EHF Champions League-Stefan KNEER/RNL und Marius STEINHAUSER/RNL gegen Luka Cindric (Skopje). Rhein-Neckar Loewen vs. MK Vardar Skopje. AS Sportfotos.

Eine Vorverlegung der Partien wäre eine elegante Lösung der Problematik

Die Kommunikation mit den betroffenen Klubs ist lange aber nicht ideal gelaufen, denn mit dem möglichen Kontrahenten der Löwen wurde zunächst nicht gesprochen. Die Verantwortlichen von Paris Saint Germain Handball, die bereits fix für das Viertelfinale qualifiziert sind, hatten bis vor ein paar Tagen keine Kenntnis von einer terminlichen Kollision.

"Wir wissen nichts von Überlegungen, das Viertelfinale zeitlich zu verlegen, wir haben unseren Spielplan anders ausgerichtet", erklärt eine PSG-Klubsprecherin auf Nachfrage. Am 16. April spielen die Franzosen in der heimischen Liga gegen Toulouse. Inzwischen wurden die Pariser mittels einer E-Mail von der EHF von der Situation in Kenntnis gesetzt. Der Ausgang ist offen.

In der Bundesliga erledigten die Spieler der Löwen vom Terminwirrwarr unbeeindruckt ihre Aufgabe beim Aufsteiger TVB Stuttgart. Durch das 33:21 verteidigten die Badener nicht nur die Tabellenführung, sondern bauten auch den Vorsprung in der Tordifferenz gegenüber dem punktgleichen THW Kiel aus.

"Das war schön, dass wir mal so ein Spiel hatten, in dem wir nicht bis zum Schluss zittern mussten", sagte Nikolaj Jacobsen. Der Löwen-Coach geht davon aus, dass dies in Zagreb deutlich anders aussehen wird. "Das wird eine ganz harte Partie, die in der Abwehr entschieden werden wird", prognostizierte der Däne.

Letzte Änderung am Samstag, 19 März 2016

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