Freitag, 26. Februar 2021

Die Rhein-Neckar Löwen stolpern in die Bundesliga zurück

erstellt am Dienstag, 16 Februar 2021
Nicht nur Uwe Gensheimer (rechts) war nach der Niederlage in Göppingen "angefressen". Nicht nur Uwe Gensheimer (rechts) war nach der Niederlage in Göppingen "angefressen". AS Sportfoto

sport-kurier. Man kann sicher von keiner Blamage sprechen, wenn die Rhein-Neckar Löwen

...bei Frisch Auf! Göppingen verlieren, eine Überraschung war es aber mal auf alle Fälle, was sich da am Sonntagnachmittag bei den Schwaben abspielte. Die Gelbhemden reisten als klarer Favorit an und kehrten als Verlierer zurück. Unter dem Strich stand eine 32:34 (17:19) Niederlage, die für Redebedarf beim zweifachen deutschen Handballmeister aus Kronau führen dürfte, oder deutlicher gesagt führen muss.

Denn das, was Andy Schmid und Co. dort zeigten, genügte eigentlich zu keiner Phase ihren eigenen hohen Ansprüchen. Um zu erkennen, woran es im ersten Bundesliga Spiel der Löwen nach der langen WM-Pause besonders hakte, musste man das Spiel nicht gesehen haben. Ein Blick auf das Ergebnis reicht aus, um zu merken, dass 34 Gegentore deutlich zu viele sind. Die Abwehr befand sich phasenweise noch im Winterschlaf. Vor allem Kresimir Kozina muss sich teilweise vorgekommen sein, wie im Heimaturlaub in Kroatien. Für ihn fühlte sich kaum jemand zuständig. Ständig stand der Kreisläufer im Rücken des "Löwen-Bollwerks" sträflich frei.

Gensheimer hat der Gastauftritt bei Frisch Auf! offenbar besonders gestunken. Der Kapitän der Löwen, der auch seit Jahren der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft ist, redete danach nicht lange um den heißen Brei herum. "Ja, wir waren schlechter heute als Göppingen. Wir haben viel zu wenig Aggressivität im Eins-gegen-eins gehabt und fast jeden Zweikampf verloren", wird der Mannheimer auf der Homepage der Löwen zitiert.

Leicht fallen ihm solche Worte sicher nicht. Es ist bekannt, dass er immer große Ziele hat und auch mit den Löwen nach seiner Rückkehr aus Paris gerne noch etwas erreichen möchte. In dieser Saison dürfte das auf nationaler Ebene schwierig werden. In der Bundesliga wird es maximal noch um die Plätze 3 oder 4 gehen. Der THW Kiel und die SG Flensburg Handewitt werden den Titel - außer es passiert noch etwas Unvorhersehbares - unter sich ausmachen.

Zurück nach Göppingen. Normalerweise wollte man mit einem Ausrufezeichen in die restliche Saison starten und auch der Konkurrenz zeigen, dass man da ist. Ganz "kalt" ging man ja auch nicht in dieses Spiel. Zwischen der WM und Göppingen lagen immerhin 3 Partien in der EHF European League und beim 35:29 gegen RK Trebnje zeigte man zuletzt auch ansteigende Form. Allerdings täuschte das offenbar und zeigt mal wieder, welchen Wert dieser zweitklassige internationale Wettbewerb hat. Die Gegner genügen nicht nur nicht höchsten Ansprüchen, sie haben teilweise gerade mal so deutsches Erstligaformat. Das verhält sich ähnlich wie bei den Fußballern der TSG Hoffenheim, die sich in der Bundesliga in dieser Saison sehr schwer tun, in der Europa League dafür aber souverän die Gruppe L gewonnen haben.

Bei den Löwen wird man in den kommenden Wochen und Monaten nun ganz genau hinschauen. Schließlich ist bekannt geworden, dass Trainer Martin Schwalb zum Saisonende aufhören wird. Und das solche Konstellationen schon häufiger unangenehme Folgen gehabt haben, ist nicht neu. So etwas wird gerne als Lame-Duck-Syndrom bezeichnet.

Es liegt jetzt an den Löwen das Gegenteil zu beweisen.

 

 

Letzte Änderung am Dienstag, 16 Februar 2021

Handball