Freitag, 26. Februar 2021

Der Abschied eines Urgesteins - Trainer Frank Schmitt wird die SG Leutershausen verlassen

erstellt am Donnerstag, 14 Januar 2021
Für Trainer Frank Schmitt (stehend) ist nach Saisonende Schluss bei der SG Leutershausen. Für Trainer Frank Schmitt (stehend) ist nach Saisonende Schluss bei der SG Leutershausen. AS Sportfoto

sport-kurier. Schaut man sich das Tabellenbild der 3. Liga Süd der Handball Männer aktuell an, fällt auf, dass vor allem eine Mannschaft ihren eigenen Ansprüchen weit hinterherhinkt.

Gemeint ist natürlich die SG Leutershausen, die sich nach den Rhein-Neckar Löwen und den Eulen Ludwigshafen, die beide in der Bundesliga spielen, gerne als Nummer drei in der Kurpfalz sieht. Auch der Traum von einer Rückkehr in die 2. Liga ist noch lange nicht ausgeträumt.

Momentan ist man davon aber meilenweit entfernt, denn der letztjährige Vizemeister befindet sich als aktuell 15. in der Tabelle eher in Abstiegsgefahr als in Aufstiegsnähe. Und so entschloss man sich zu einem Schritt, der den Machern von der Bergstraße, die für ihr besonnenes Handeln bekannt sind, sicher nicht leicht gefallen ist: Man wird sich nach dieser Saison, die wegen der Corona-Krise bekanntlich unterbrochen ist und möglicherweise gar nicht mehr angepfiffen wird, von Trainer Frank Schmitt trennen.

Wie gesagt, die sportliche Situation lässt diese Entscheidung nachvollziehbar werden, trotzdem kam sie überraschend. Schmitt beerbte vor 3 Jahren Marc Nagel und er tat das mit großem Erfolg. Zudem ist der 52-Jährige ein echtes Urgestein bei den "Roten Teufeln". Früher spielte er selbst für die SGL und schaffte es als Rückraumspieler bis in die deutsche Nationalmannschaft, für die er in 15 Spielen 14 Tore erzielte.

Beide Seiten betonten nun, dass man sich im Guten trennt. Die Enttäuschung ist gerade bei Schmitt dennoch zwischen den Zeilen herauszuhören. "Ich akzeptiere die Entscheidung. Das ist für mich okay. Ich hatte hier eine tolle Zeit und bin dankbar, dass ich die Chance bekommen habe, in der dritten Liga als Trainer zu arbeiten", wird Schmitt in einer Pressemitteilung des Vereins zitiert, "am meisten werde ich das Training mit guten Jungs und den tollen Handball vermissen."

Stellt sich die Frage: Wer wird Schmitt beerben. Vor ihm waren mit Holger Löhr und Marc Nagel bereits Übungsleiter mit SGL-Vergangenheit am Werk. Und alle hatten eines gemeinsam: Sie sollten aus jungen und hochtalentierten Spielern eine Einheit formen, die höchsten Drittligaansprüchen genügt. Ein häufiges Problem war irgendwann folgendes: Waren die Schützlinge auf einem Toplevel angekommen, waren sie auch schon wieder weg, weil sie von höherklassigen Vereinen abgeworben wurden.

Auch in dieser Saison waren wieder einige vielversprechende Talente im Kader, woran es lag, dass es in der bisherigen Runde trotzdem noch zu keinem Sieg gereicht hat? Darauf eine Antwort zu finden, ist schwierig. An der Qualität lag es sicher nicht. Wohl eher daran, dass man in eine Negativspirale kam und so kein Selbstvertrauen aufgebaut werden konnte.

Marc Wetzel, der Sportliche Leiter der SGL, erklärt: "Uns ist allen bewusst, dass dieses Jahr weder für das Trainer-Team noch für die Mannschaft leicht war. Sie haben tolle Arbeit geleistet und ich ziehe meinen Hut vor ihnen und der Mannschaft, wie sie bisher mit der Situation in der schwierigen Zeit umgegangen sind."

Nun darf man gespannt sein, wer beim Traditionsverein künftig die Kommandos auf der Trainerbank geben wird.

 

Letzte Änderung am Donnerstag, 14 Januar 2021

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