Donnerstag, 28. Januar 2021

Der "Mannheimer Bub" Uwe Gensheimer führt die DHB-Auswahl bei der WM an

erstellt am Montag, 11 Januar 2021
Uwe Gensheimer in Aktion Uwe Gensheimer in Aktion AS Sportfoto

sport-kurier. Wenn die deutsche Handball Nationalmannschaft am Freitag gegen Uruguay in die Weltmeisterschaft in Ägypten startet, wird sie von einem Mannheimer angeführt.

Uwe Gensheimer, der in der Bundesliga für die Rhein-Neckar Löwen spielt, ist der Kapitän der Formation von Trainer Alfred Gislason.

Zu viel darf man beim Großereignis in Nordafrika von den Jungs mit dem Adler auf der Brust nicht erwarten. Dazu ist der Kader nicht stark genug besetzt. Einige Topspieler haben Gislason abgesagt, verwiesen auf die Corona-Gefahr. Darunter die beiden frisch gebackenen Champions-League-Siegern Hendrik Pekeler und Patrick Wiencek vom THW Kiel, die vor allem in der Defensive eigentlich unverzichtbar sind. Dort bilden sie im Innenblock ein echtes Bollwerk, das den Deutschen fehlen wird.

Doch Deutschland bringt einen vielleicht nicht zu unterschätzenden Vorteil mit nach Ägypten. Denn kein Gegner weiß so genau, was da jetzt gegen die DHB-Auswahl auf ihn zukommt. Gislason ist als Tüftler bekannt. Er ist ein Trainer, der in seiner bisherigen Karriere Titel gesammelt hat, wie andere Briefmarken und nun will er es mit seinen 61 Jahren auch nochmals als Bundestrainer versuchen.

Gensheimer ist sein verlängerter Arm auf dem Spielfeld. Und der träumt natürlich nach wie vor einen großen Traum. Ein Titel mit Deutschland wäre für ihn sicherlich das Größte. Die letzten beiden großen Erfolge hat er verpasst. Beim Wintermärchen 2007, als Deutschland im eigenen Land den Pokal holte, war "Gense" erst 20 Jahre alt und "flog" quasi auf den letzten Drücker aus dem Kader. Und auch der Europameister-Titel 2016 ging ihm wegen einer Verletzung durch die "Lappen".

Ein kurzer Rückblick: Im Vorfeld der WM 2007 nutzte der DHB ihn damals noch als Werbegesicht. Als Heiner Brand, der damalige Bundestrainer in der Mannheim vorbeischaute, begleiteten ihn Gensheimer und unzählige TV-Kameras auf Schritt und Tritt. Zusammen schaute man beispielsweise auch am Ludwig-Frank-Gymnasium in der Neckarstadt Ost vorbei, wo der Mannheimer Bub zuvor jahrelang zur Schule gegangen war.

2016 war die Situation eine andere. Beim völlig überraschenden EM-Coup in Polen wäre er gesetzt gewesen, wenn da nicht kurz vor dem Turnier ein Muskelfaserriss in der rechten Wade und eine Reizung der Achillessehne dazwischen gekommen wären. Richtig mitgenommen hat den mittlerweile 34-Jährigen das damals.

Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden. Gegen einen Titel in Ägypten würde sich Gensheimer nicht wehren. Denn von denen hat er trotz seines begnadeten Talents noch nicht allzu viele. Oder etwas anders formuliert: Es könnten sicher noch ein paar mehr sein. Mit den Löwen wurde Gensheimer 2017 deutscher Meister, holte 2013 den EHF Pokal, sicherte sich mit Paris von 2016 bis 2019 dreimal die französische Meisterschaft und freute sich 2018 über den französischen Pokal.

Paris war für ihn allemal eine Reise wert, auch wenn es mit dem heiß ersehnten Gewinn der Champions League nie geklappt hat - und das war eigentlich das große Ziel dieser Weltauswahl, bei der sich die Handball Superstars die Klinke in die Hand gaben und geben.

An Gensheimer lag es jedenfalls nicht. Er war gesetzt an der Seine, erzielte Tore wie am Fließband. In Ägypten soll es nun noch mehr davon geben. Der erste Gegner heißt Uruguay - und der gilt nicht unbedingt als Handball-Großmacht. Ob die Südamerikaner Gensheimer stoppen können?

Schwer vorstellbar.

 

 

Letzte Änderung am Montag, 11 Januar 2021

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