Sonntag, 11. April 2021

Sieg verschenkt? Die Rhein-Neckar Löwen müssen sich nach einer überragenden 1. Halbzeit mit einem 31:31 gegen SG Flensburg-Handewitt begnügen

erstellt am Montag, 14 Dezember 2020
Löwe Andy Schmid beim Torwurf Löwe Andy Schmid beim Torwurf Bild: AS Sportfoto / Sörli Binder

sport-kurier. Es war ein Spiel, das mit Spannung erwartet wurde.

Denn es sollte Aufschluss darüber geben, wie gut die Rhein-Neckar Löwen wirklich sind. Sprich ob sie nach dem guten Start in die Saison auch das Zeug dazu haben, mit den ganz Großen mitzuhalten.

Und nach dem sonntäglichen 31:31 (19:13) Remis gegen die SG Flensburg-Handewitt lässt sich festhalten: Ja, sie können! Richtig stark war es, was die Löwen gegen den Konkurrenten aus dem hohen Norden zeigten. Richtig freuen konnten sich die Badener nach dem Spitzenspiel trotzdem nicht, was mit dem Ergebnis zusammenhing.

Aber vor allem mit der 1. Halbzeit. Da dominierten die Löwen nämlich nach Belieben. So lag man nach 12. Spielminuten bereits mit 10:3 vorne und auch in die Pause ging es mit einer beeindruckenden 19:13 Führung. Gründe für die starke Anfangsphase gab es ein paar.

Der größte Pluspunkt war aber sicher die kompakte Defensive. Den starken Flensburger Rückraum hatte man sicher im Griff, kam er doch mal zum Zug, war da noch ein weiteres Hindernis. Die Rede ist von Andres Palicka. Der schwedische Torhüter der Löwen, der zuvor seit Wochen verletzt ausfiel, meldete sich bei seinem Comeback gleich mit einer starken Leistung zurück.

Kurz nach der Schlusssirene hielt sich seine gute Laune dennoch in Grenzen. "In der 1. Halbzeit war es von uns als Mannschaft total gut, in der 2. Halbzeit haben wir unser Konzept dann leider etwas verloren", sagte er, "ich selbst freue mich natürlich, dass ich wieder zurück bin, aber man merkt schon, dass ein paar Sachen bei mir noch nicht wieder so richtig sitzen."

Martin Schwalb, dem Trainer der Löwen, fiel das Fazit hörbar schwer. Es war eine Mischung aus Stolz und Enttäuschung, die sich da bei ihm breit machte. "In der 2. Halbzeit konnten wir das Tempo nicht mehr bestimmen, haben uns aber gegen die Niederlage gestemmt und gewehrt und hätten das Spiel aus meiner Sicht am Ende auch gewinnen müssen."

Was Schwalb meinte, ist klar: Kurz vor dem Ende hatten die Löwen die Chance wohl vorentscheidend auf 2 Tore davon zu ziehen, vergaben den Tempogegenstoß aber sehr leichtfertig. Der Ausgleich der Flensburger fiel letztlich mit der Schlusssirene. Marius Steinhauser, der aus der Kurpfalz stammt, versenkte mit der letzten Aktion einen Siebenmeter. Viel bitterer geht es eigentlich nicht.

Nichtsdestotrotz werden die Löwen mit 1, 2 Tagen Abstand zuversichtlich auf diese Partie zurückblicken, schließlich hat sie gezeigt, dass es vielleicht zu mehr reichen kann als "nur" zum 3. Platz hinter den großen Titelfavoriten aus Kiel und Flensburg.

Vor allem Kiel dürfte nun gewarnt sein. Dort gastieren die Löwen am 23. Dezember zum Vorweihnachtskracher. Spielt man auf einem ähnlich hohen Level, könnte auch dort etwas drin sein. Einen Vorteil hat man jedenfalls im Rücken: Im Gegensatz zu Kiel hat man rein gar nichts zu verlieren.

 

 

Letzte Änderung am Montag, 14 Dezember 2020

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