Montag, 12. April 2021

Keine Konstanz ++ Die Rhein-Neckar Löwen suchen nach ihrer Form

erstellt am Mittwoch, 05 Februar 2020
Szene aus dem Spiel Rhein-Neckar Löwen gegen HSG Nordhorn Lingen, Niclas Kirkelokke (Nr.6) und Patrick Grötzki (Nr.24) beim Torjubel Szene aus dem Spiel Rhein-Neckar Löwen gegen HSG Nordhorn Lingen, Niclas Kirkelokke (Nr.6) und Patrick Grötzki (Nr.24) beim Torjubel Bild: AS Sportfoto

sport-kurier. Steht ein Trainerwechsel an und müssen noch dazu 4 neue Spieler integriert werden,

...dann muss man die Erwartungen ein wenig nach unten schrauben. Das Einspielen steht dann über allem. Bei einer Handball-Mannschaft, in der gleichzeitig immer nur 7 Mann auf dem Feld stehen, sowieso.

Und trotzdem hatte man im Sommer 2019 ein sehr gutes Gefühl bei den Rhein-Neckar Löwen: Neutrainer Kristjan Andresson eilte ein sehr guter Ruf als Coach voraus und Niklas Kirkelokke, Romain Lagarde, Uwe Gensheimer und Tim Ganz können auch mit dem kleinen Harzball umgehen. Vor allem auf Lagarde ruhten große Hoffnungen.

Nur mal zur Erinnerung: Eigentlich sollte der 22-jährige Franzose erst im Sommer 2020 zu den Gelbhemden stoßen, doch die Löwen wollten ihn vorher, sollen eine Ablösesumme von rund 100.000 Euro auf den Tisch gelegten und sich ihn so schon ein Jahr früher aus Nantes geangelt haben.

100.000 Euro hören sich im ersten Moment vielleicht nicht nach viel an, insbesondere, wenn man an den Fußball denkt, wo Unmengen an Geldern fließen. Doch im Handball ist das ein recht dicker Batzen. Gelohnt hat sich der bis dato nicht wirklich. Lagarde, der die große Lösung auf der Königsposition im linken Rückraum sein soll, fehlt noch die Bindung zum Löwen-Spiel. Er, der einen Vertrag bis 2023 unterschrieben hat, war bisher mehr Ergänzungsspieler als Vollstrecker.

Szene aus Rhein-Neckar-Löwen gegen SG Flensburg Handewitt, Romain Lagarde (Nr.8) und Gedeon Guardiola (Nr.30)   Bild: AS Sportfoto

Und da auch seine Kollegen im ersten Halbjahr vor der EM keine Bäume ausgerissen haben, ist die Ernüchterung im Löwenlager groß. Die Andresson-Sieben ist zur Halbzeit nur Tabellensechster. 13 Siegen und 2 Unentschieden stehen schon 5 Niederlagen gegenüber. Eine Zwischenbilanz, die wenig von der eines Spitzenteams hat.

Die Ernüchterung ist groß, gerade deshalb, weil die Voraussetzungen eigentlich sehr gut sind: Diese Saison spielen die Löwen nicht in der Champions League, die ständige Hetzerei durch halb Europa blieb ihnen bislang also erspart.

Was bleibt, ist viel Zeit für ausgiebige Trainingseinheiten um sich perfekt einspielen zu können. Andressons Vorgänger Nikolaj Jacobsen hatte diese Zeit nie, die Trainingshalle in Kronau konnte er selten ansteuern. Andresson sieht sie beinahe täglich und übt dort mit seinen Jungs. Bislang mit mäßigem Erfolg.

Szene aus Rhein-Neckar Löwen gegen HSG Nordhorn Lingen. Torwart Mikael Appelgren (Nr.1) und Patrick Groetzki (Nr.24)   Bild: AS Sportfoto

Trotzdem gibt es noch keinen Grund in Panik zu verfallen, denn auch die Konkurrenz schwächelt. Selbst Spitzenreiter THW Kiel ist noch in Schlagdistanz zu den Löwen. Die Fans der Badener träumen demnach vereinzelt sicher nach wie vor insgeheim von der 3. Meisterschaft.

Weiter geht es für die Löwen wieder am 6. Februar und dann wartet sofort ein echter Prüfstein. Die MT Melsungen gibt in der SAP Arena ihre Visitenkarte ab. Ein ambitionierter Gegner, bei dem Uwe Gensheimer und seine Mitstreiter in der Hinrunde einen Dämpfer kassiert hatten. Bei den Hessen setzte es eine 26:31 Niederlage, bei der man vieles schuldig blieb.

Parallel zur Bundesliga geht nun auch so langsam das Programm im international zweitklassigen EHF-Cup los. Ein Wettbewerb, der nicht jedermanns Sache ist, der aber auch die Möglichkeit bietet, unter Wettkampfbedingungen mal etwas anderes auszuprobieren.

 

 

Letzte Änderung am Mittwoch, 05 Februar 2020

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