Mittwoch, 27. Mai 2020

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Eigentlich kann es nur besser werden - Die Rhein-Neckar Löwen gehen enttäuscht in die Pause

erstellt am Freitag, 03 Januar 2020
Patrick Groetzki wurde für den Kader zur Europameisterschaft nicht nominiert. Patrick Groetzki wurde für den Kader zur Europameisterschaft nicht nominiert. AS Sportfotos

sport-kurier. Das Kalenderjahr 2019 endete für die Rhein-Neckar Löwen mit einem Erfolgserlebnis.

Die Bundesliga-Handballer erspielten sich am 2. Weihnachtsfeiertag in Düsseldorf gegen den Bergischen HC einen 29:26 Sieg. Dementsprechend groß war die Freude, oder war es eher Erleichterung die da nach der Schlusssirene in den Gesichtern der Löwen-Spieler abzulesen war? Denn viele tippten nach zuvor sehr durchwachsenen Leistungen in der Liga und dem schmerzlichen Pokalaus gegen den TSV Hannover Burgdorf auf einen weiteren Tiefpunkt.

Bislang war es nämlich nicht die Saison der Gelbhemden. 28 Pluspunkten stehen 12 Minuspunkte gegenüber. Das ist eine Ausbeute, die einer Spitzenmannschaft eigentlich nicht würdig ist, doch die Löwen, die als Tabellensechster überwintern, haben Glück im Unglück, denn auch die Konkurrenz schwächelt. Selbst Kiel hat als Tabellenführer und großer Titelfavorit schon 8 Minuspunkte angehäuft. Demnach ist für die Löwen also weiterhin alles drin, selbst der Titel theoretisch.

Allerdings muss sich dann vieles ändern. Eigentlich hat man in allen Bereichen Luft nach oben. Das Angriffsspiel wirkt selten durchdacht, für Gefahr sorgt meist nur eine Achse: Gemeint ist das Zusammenspiel zwischen Spielmacher Andy Schmid und Kreisläufer Jannik Kohlbacher. Es ist schon beeindruckend, wie beide immer wieder gefährliche Aktionen kreieren. Das Problem ist jedoch, dass auch die Gegner um diese Stärke wissen und entsprechend gegensteuern und ist diese Achse erst einmal aus dem Spiel genommen, geht kaum noch Gefahr von den Löwen aus. Der Positionsangriff ist zu leicht auszurechnen, das Spieltempo eher langsam.

Wobei die vielleicht größte Baustelle die eigene Defensive ist. Neu-Trainer Kristjan Andresson setzt im Innenblock auf die beiden Abwehr-Hünen Ilija Abutovic und Jesper Nielsen, während Gedeon Guardiola, der für die Löwen als Abwehrchef zwei Meisterschaften gewann, bislang meist nur auf der Bank saß. Ein Schachzug, der nicht aufging.

 

Etwas Frust herrscht schon bei den Löwen. Die Hinrunde verlief nicht nach Wunsch. AS Sportfotos

Was auch Andresson mittlerweile eingesehen hat. Die Konsequenz: Der isländische Coach wechselt zuletzt nun hin und her, rotierte im Innenblock drauf los. Das ist einerseits gut, spart Kräfte, andererseits aber auch ein Problem: Denn die Löwen-Abwehr ist noch immer nicht eingespielt. Haarsträubende Fehler kosten immer wieder Punkte.

Lichtblicke gab es bislang wirklich nicht viele. Außer einem vielleicht: Patrick Groetzki zeigt sich in dieser Saison wieder stark verbessert. Der gebürtige Pforzheimer trifft und trifft, versenkte in den letzten Wochen und Monaten auch die ganz wichtigen Bälle in der Crunch Time. Der Lohn für die couragierten Auftritte sollte nun eigentlich die Teilnahme an den Europameisterschaften, die am 9. Januar beginnen, sein.

Doch Bundestrainer Christian Prokop plant anders. Auf Rechtsaußen setzt er lieber auf Tobias Reichmann (MT Melsungen), Timo Kastening (TSV Hannover Burgdorf). Nachvollziehen kann man auch diese Entscheidung, trotzdem überrascht sie ein wenig, schließlich war Groetzki in der Vergangenheit stets gesetzt und das auch in Phasen, in denen er selbst seiner Form etwas hinter her gelaufen ist.

Folglich werden sich im Januar nur zwei Löwen das deutsche Trikot überstreifen: Uwe Gensheimer geht als Kapitän ins Turnier und Kohlbacher soll am Kreis wirbeln.
Klar ist: Nach der EM, wenn die Bundesliga wieder los geht, werden die Karten im deutschen Oberhaus neu gemischt. Alle Vereine hoffen darauf, dass sich keine ihrer Spieler verletzten werden. Doch das wird sich nicht vermeiden lassen und somit auch den Titelkampf in der Bundesliga beeinflussen.

 

 

Letzte Änderung am Freitag, 03 Januar 2020

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