Samstag, 25. Januar 2020

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Tiefschlag für die Löwen - Nach dem Aus im Pokal droht erneut eine titellose Saison

erstellt am Donnerstag, 05 Dezember 2019
Frust nach dem Pokalaus gegen Hannover. Frust nach dem Pokalaus gegen Hannover. AS Sportfoto

sport-kurier. Es war am späten Mittwochabend, als für die Handballer der Rhein-Neckar Löwen und ihre Anhänger eine Welt zusammengebrochen ist.

Die Gelbhemden kassierten in der heimischen SAP Arena eine 30:31 (14:17) Niederlage gegen Hannover. Und das war keine gewöhnliche Pleite, denn nun fehlen nicht einfach 2 Punkte in der Tabelle der Bundesliga, nein, die Niederlage war vielmehr gleichbedeutend mit dem Aus im DHB-Pokal.

Das Duell gegen die "Recken" war bereits das Viertelfinale, also der letzte Schritt zum Final Four in Hamburg, wo sich Jahr für Jahr die 4 deutschen Pokal Halbfinalisten zum großen Endturnier treffen.
Der Knockout am Mittwoch kam 3 Sekunden vor Schluss. Da schnappte sich Hannovers Spielmacher Morten Olsen den Ball und hämmerte ihn ansatzlos unter die Latte des Löwen Tores. Danach war das Entsetzen riesig. Glich die Arena vor dieser Aktion noch einem Tollhaus, herrschte nun Totenstille.

Die Löwen waren fassungslos und einer von ihnen untröstlich. Gedeon Guardiola, der mit den Löwen zwei deutsche Meisterschaften und einen Pokalsieg gefeiert hatte, saß auf der Auswechselbank und weinte hemmungslos. Für ihn war der K.o. besonders bitter, schließlich wird er die Löwen im Sommer verlassen und wäre zu gern noch einmal nach Hamburg gefahren.

Auch Trainer Kristjan Andresson war bedient: "Wir sind gut gestartet, dann hatten wir vor der Pause eine schlechte Phase. Nach dem Wechsel sind wir dann mit unseren Fans wieder stark zurückgekommen. Natürlich bin ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Andererseits mache ich meiner Mannschaft auch ein Kompliment, weil sie toll gekämpft hat."

 

Ilija Brozovic (TSV) gegen Andreas Palicka #12 / RNL - Rhein-Neckar Loewen vs. TSV Hannover Burgdorf; DHB Pokal Viertelfinale. AS Sportfotos

Die Enttäuschung konnte er auf der abschließenden Pressekonferenz natürlich nicht verbergen. Was auch nachvollziehbar ist, denn vieles deutet nun auf das nächste Jahr ohne Titel hin. In der Champions League ist man dieses Mal gar nicht erst dabei, im Pokal gescheitert und in der Meisterschaft wohl nicht stark bzw. konstant genug, um sich den Titel holen zu können. Es bleibt zwar auch noch der EHF Cup, doch der hat nicht ganz den Stellenwert wie die anderen Wettbewerbe.

Nachdenklich stimmt jedenfalls, dass die Löwen auch gegen Hannover einmal mehr extrem schwankend in ihren Leistungen waren: Nachdem man gegen Ende der ersten Halbzeit schon das Schlimmste befürchten musste, kam man nochmals bärenstark zurück und drehte ein 14:17 zwischenzeitlich in ein 24:20. Woran vor allem ein Mann einen riesigen Anteil hatte. Die Rede ist von Andy Schmid, der es insgesamt auf 16 Treffer brachte.

Dass man danach abermals ins Hintertreffen geriet, hing mit der Tatsache zusammen, dass die Aufholjagd extrem Kraft gekostet hatte und Hannover in der Schlussphase einfach frischer auf den Beinen war. Womit wir wieder bei der ersten Halbzeit wären. In ihr haben die Löwen das Spiel bereits verloren. 17 Gegentore waren einfach zu viel, um am Ende als Sieger vom Platz zu gehen.

Auffällig war auch, dass sich außer Schmid kaum jemand richtig gegen das drohende Aus zu stemmen schien. Irgendwie fehlte bei den Löwen der letzte Biss. Und genau das darf im Viertelfinale des DHB Pokals eigentlich nicht sein.

 

 

Letzte Änderung am Donnerstag, 05 Dezember 2019

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