Dienstag, 12. November 2019

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Eine unglaubliche Energieleistung - Die Löwen setzen gegen Kiel ein Ausrufezeichen

erstellt am Freitag, 08 November 2019
Löwenjubel nach dem 26:25-Sieg Löwenjubel nach dem 26:25-Sieg Bild: AS Sportfoto

sport-kurier. Es war ein Handballspiel, das niemand so schnell vergessen wird, der dabei war. Und das waren einige.

13200 Zuschauer fieberten beim Bundesliga Knallerspiel zwischen den Rhein-Neckar Löwen und dem THW Kiel am Donnerstagabend von der Tribüne aus mit. Die SAP Arena war ausverkauft. Das war sie schon häufig, wenn die Löwen gespielt haben, aber solch eine Stimmung gab es vielleicht noch nie.

Als Löwen Torhüter Mikael Appelgren 3 Sekunden vor dem Schlusspfiff den letzten Wurf mit einem weiteren spektakulären Reflex abgewehrt hatte und der 26:25 (10:13) Heimsieg perfekt war, brach ein Orkan los. Fans, Verantwortliche und die Spieler feierten als gäbe es kein Morgen mehr. "Nach 15 Spielminuten hatte ich noch gedacht, dass wir hier heute aus der Halle geschossen werden. Dieser Sieg ist sehr wichtig für uns", sagte Löwen Spielmacher Andy Schmid nach der Partie.

Was der Schweizer damit meinte, wird bei einem Blick auf die Statistik klar: Nach rund 20 Minuten hat wohl kaum jemand mehr einen Pfifferling auf die Badener gegeben. Man wurde von Kiel regelrecht überrannt und lag schon mit 6:13 zurück. Unter den Anhängern war das Entsetzen groß und das nicht etwa, weil alles auf einen Sieg der derzeitigen Übermannschaft hindeutete, nein, sondern vielmehr wegen der Deutlichkeit der Überlegenheit.

Andy Schmid in Aktion                                                                                                                                                                                                                                                                      Bild: AS Sportfoto

Die Löwen wurden phasenweise vorgeführt wie eine Schülermannschaft. Doch dann kam die Wende, Trainer Kristjan Andresson leitete sie während einer Auszeit ein. Neben wertvollen Tipps schickte er auch den einstigen Abwehrchef Gedeon Guardiola und Torhüter Mikael Appelgren aufs Feld. Beide führten sich prächtig ein. Guardiola mit einem super Stellungsspiel im Innenblock und Appelgren mit etlichen Paraden.

Und so nahm die magische Löwennacht ihren Lauf. Vom 6:13 (20. Minute) bis zum 18:15 (40.) waren den Stars aus Kiel, die derzeit auch die Champions League aufmischen, nur 2 Törchen gelungen. Trotzdem kämpften sie sich im Stile einer Spitzenmannschaft zurück. Rund 5 Minuten vor dem Ende hatten sie sogar wieder alle Karten in der Hand. Zwei Tore von Superstar Domagoj Duvnjak und es stand 25:22 für Kiel.

Aber die Löwen machten weiter. Aufgepeitscht durch die Zuschauer drehten sie den 3 Tore Rückstand in knapp einer Minute in ein 25:25. Eine unglaubliche Energieleistung, die Publikumsliebling Uwe Gensheimer mit dem Siegtreffer zum 26:25 krönte. Danach gab es kein Halten mehr.

Selbst Andresson, der ansonsten so eiskalte Isländer, ballte die Fäuste an diesem Freudentag. "Es freut mich sehr für die Mannschaft, dass wir dieses Spiel noch drehen konnten", analysierte Andresson auf der abschließenden Pressekonferenz, "das haben wir aber auch unseren Fans zu verdanken. Sie haben einen tollen Job gemacht."

Löwen: Palicka, Appelgren (ab 22. Minute) - Schmid (5), Gensheimer (8/4), Kirkeløkke (3), Lagarde, Tollbring, Abutovic, Mensah, Groetzki (3), Guardiola, Petersson (1), Nielsen (2), Ganz, Kohlbacher (4)
Kiel: N. Landin, Quenstedt (ab 40.) - Duvnjak (7), Reinkind (5), M. Landin (2), Kristjansson, Wiencek (1), Ekberg (4/2), Rahmel, Dahmke, Zarabec (1), Horak, Bilyk, Pekeler (4), Nilsson (1)

 

 

 

Letzte Änderung am Freitag, 08 November 2019

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