Dienstag, 12. November 2019

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Fast schon mit dem Rücken zur Wand - Die Rhein-Neckar Löwen hoffen gegen Kiel auf die Wende

erstellt am Mittwoch, 06 November 2019
Alexander Petersson von den Rhein Neckar Löwen (gelb) gegen Olle Forsell Schefvert (HSG Wetzlar), Archivbild Alexander Petersson von den Rhein Neckar Löwen (gelb) gegen Olle Forsell Schefvert (HSG Wetzlar), Archivbild Bild: AS Sportfoto

sport-kurier. Ein echtes und konkretes Saisonziel hatten die Handballer der Rhein-Neckar Löwen vor der Saison nicht ausgegeben.

Trotzdem ist es kein Geheimnis, dass die Gelbhemden möglichst bis zum Schluss um die Meisterschaft mitspielen wollen.

Schließlich hat man sich für die stressige Champions League, in der eine extrem aufgeblähte Vorrundengruppe mit unzähligen Spielen auf jeden Teilnehmer wartet, dieses Mal gar nicht erst qualifiziert und kann sich somit voll auf die Bundesliga konzentrieren. Genug Kraft müsste dieses Mal also da sein, nichtsdestotrotz ist man vom Traumziel Deutsche Meisterschaft bereits meilenweit entfernt.

Die Badener haben Anfang November, also nach rund 2 Monaten Spielzeit, schon 8 Minuspunkte angehäuft. Was so viel bedeutet wie: Vielmehr Pleiten dürfen gar nicht mehr folgen, denn es ist irgendwie schwer vorstellbar, dass eine Mannschaft wie der THW Kiel, der sich aktuell in einer überragenden Form befindet, überhaupt 8 Verlustpunkte in der kompletten Runde ansammeln wird.

Und genau dieser THW Kiel ist jetzt auch noch der nächste Gegner der Löwen. Am morgigen Donnerstag treffen beide Teams in der SAP-Arena aufeinander. Anwurf ist um 19 Uhr. Die Halle wird ausverkauft sein. In der Vergangenheit waren das immer Duelle, auf die sich die Fans gefreut haben und voller Selbstvertrauen ins Mannheimer Bösfeld strömten.

Unvergessen ist beispielsweise der 28:19 Heimsieg der Löwen gegen Kiel, der Ende Mai 2017 gleichbedeutend mit dem 2. Meistertitel der Vereinsgeschichte war. Danach wurde noch eine riesige Party in der ausverkauften Arena gefeiert. Momentan ist die Stimmungslage eine andere. Während die Norddeutschen von Sieg zu Sieg eilen, scheinen die Löwen zunehmend an sich selbst zu verzweifeln.

Am letzten Sonntag setzte es erneut eine vermeidbare Niederlage bei den Füchsen Berlin. Die Souveränität und das Selbstverständnis der letzten Jahre sind wie weggeblasen. Neuzugänge wie ein Romain Lagarde und ein Niclas Kirkelokke, in die sehr großen Hoffnungen gesetzt wurden, sind nach wie vor echte Fremdkörper.

Dazu im sehr sympathischen Kristjan Andresson einen neuen Trainer, der zwar viele gute Ideen zu haben scheint, sie aber leider nicht umsetzen kann, bzw. nicht konstant genug umgesetzt bekommt. Besonders auffällig: Gerade gegen Ende einer Partie, der so genannten Crunch Time, wenn es wirklich um die Wurst geht, werden meist die falschen Entscheidungen getroffen. Hier verlieren die Löwen den Kopf.

Wobei auch die Ansagen des Trainers in den Auszeiten nicht immer die glücklichsten zu sein scheinen. Ein Beispiel: Mit dem doch recht riskanten Kempatrick in den letzten und alles entscheidenden Angriff zu gehen, ist eben nicht unbedingt die beste Lösung. Bei einer Mannschaft, die ohnehin schon verunsichert ist, noch weniger.

Doch bei all der berechtigten Kritik, es ist keineswegs alles schlecht bei den Löwen. Viele gute Ansätze waren auch in dieser Saison schon zu sehen und genau die machen auch Mut, dass die Wende zum Guten noch gelingen kann. Klar ist jedenfalls eines: Ein Sieg am Donnerstag gegen die Kieler Übermannschaft könnte den Löwen Flügel verleihen und endlich den so lange herbeigesehnten Höhenflug einleiten.

 

 

 

Letzte Änderung am Mittwoch, 06 November 2019

Handball