Donnerstag, 25. Februar 2021

Punkte müssen her - Die Rhein-Neckar Löwen hinken ihren eigenen Erwartungen hinterher

erstellt am Mittwoch, 16 Oktober 2019
Die Rhein-Neckar Löwen, im Bild Jannik Kohlbacher #80, müssen sich noch steigern Die Rhein-Neckar Löwen, im Bild Jannik Kohlbacher #80, müssen sich noch steigern Bild: AS Sportfoto

sport-kurier. Eigentlich ist es eine Saison, in der den Rhein-Neckar Löwen alles zu zutrauen ist.

Der Kader wurde im Vergleich zur Vorsaison nochmals verstärkt und auch der Neu-Trainer Kristjan Andresson bringt viele gute Ideen mit an seinen neuen Arbeitsplatz. Das Problem ist jedoch, dass die Gelbhemden spätestens seit dem vergangenen Sonntag ihren eigenen Erwartungen richtig hinterherlaufen.

Denn zu den Niederlagen in Flensburg und bei der MT Melsungen, beides Partien, die man durchaus mal verlieren kann, gesellte sich nun auch noch der Punktverlust beim HC Erlangen. Einer Mannschaft, die den Löwen - bei allem Respekt - nicht das Wasser reichen kann. Dass sie den Löwen dennoch beim 29:29 einen Punkt abgenommen haben, spricht nicht für die Einstellung der Löwen.

Es wirkte fast so, als wären die Badener in der Nürnberger Arena nicht richtig bei der Sache gewesen. Der Kampf wurde nicht von jedem angenommen. Was auch den eigenen Fans nicht entgangen ist. Der Frust beim Anhang ist mittlerweile groß. Viele sind der Meinung, dass den Löwen der Killerinstinkt und vor allem auch der unbändige Wille ein Spiel gewinnen zu wollen, abhandengekommen ist.

Ob dem wirklich so ist, ist schwer zu sagen. Nicht zu übersehen ist jedenfalls, dass auch spielerisch der Wurm drin ist. Gerade aus dem Rückraum kommt viel zu wenig. Die Neuzugänge Niclas Kirkelokke und Romain Lagarde, der eigentlich schon vor dem Wechsel eine Art Superstar im Frankreich war, stechen nicht. Torgefahr versprühen beide nicht.

Und ein Alexander Petersson, der die Löwen mit seinen Toren zu 2 Meisterschaften und 1 Pokalsieg geworfen hat, merkt man seine 39 Jahre mittlerweile eben auch an. Topleistungen bringt er noch immer, aber eben nicht mehr Spiel für Spiel, weil die Wehwehchen sich nun eben häufen.

Herausstechen tut aktuell eigentlich nur ein Spieler so richtig. Die Rede ist natürlich von Uwe Gensheimer. Der Publikumsliebling, der im Sommer aus Paris zu seinem Heimatverein zurückgekehrt ist, erzielte zuletzt gegen Wetzlar und Erlangen 13 Treffer. Das ist eine atemberaubende Quote, doch alleine kann es ein Gensheimer eben auch nicht richten. Die Gefahr aus dem Rückraum fehlt einfach nahezu komplett.

Klar ist, wenn die Löwen nicht schnell die Kurve bekommen, kann es eine ganz bittere Saison für sie werden. Dann rutschen sie vielleicht noch weiter ab als letzte Saison und werden am Ende 6. oder 7. Und das wäre eher enttäuschend, schließlich hat man durch das Verpassen der Champions League nun viel Zeit, sich auf die Bundesligaspiele vorzubereiten.

Die große Belastung der letzten Jahre ist Geschichte. Und das muss sich schnellstmöglich auch in positiven Ergebnissen zeigen. Die nächsten 3 Spiele, am heutigen Donnerstag beim Spitzenreiter in Hannover, in Berlin (3. November) und gegen den THW Kiel (7. November) werden richtungsweisend sein. Punkte müssen her - auch für Andresson. Denn Eingewöhnungszeit hin oder her, ein Verein wie die Löwen muss liefern.

 

 

 

Letzte Änderung am Mittwoch, 16 Oktober 2019

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