Freitag, 06. Dezember 2019

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Für diese Löwen ist alles möglich - Die Gelbhemden harmonieren immer besser

erstellt am Mittwoch, 25 September 2019
Jannik Kohlbacher erzielte neun Tore für die "Löwen" beim Auswärtssieg in Magdeburg Jannik Kohlbacher erzielte neun Tore für die "Löwen" beim Auswärtssieg in Magdeburg Bild: AS Sportfoto

sport-kurier. Bis einschließlich letzten Sonntag konnte man es noch nicht so richtig einschätzen, wie stark die Rhein-Neckar Löwen in dieser Saison wirklich sind.

Klar, nach der Niederlage beim Meister in Flensburg hatte man sich stabilisiert und phasenweise auch sehr gute Leistungen gezeigt, allerdings eben auch "nur" gegen Gegner, die nicht zum Besten gehören, was die Handball-Bundesliga zu bieten hat.

Am Sonntag war das jetzt anders. Die Löwen gastierten beim SC Magdeburg. Einer Mannschaft, die sehr hoch einzuschätzen ist und der viele Experten auch Titelchancen einräumen, was auch mit der heimischen Halle zu tun hat, denn in Magdeburg brennt Heimspiel für Heimspiel der Baum. Die Stimmung bei den "Gladiators" ist gefürchtet und ganz sicher außergewöhnlich.

Anfang September musste das auch der Liga-Gigant THW Kiel anerkennen, als er in Magdeburg mit 31:32 unter die Räder kam. Doch die Löwen machten es besser. Sie entführten beim 32:28 Sieg beim SCM beide Punkte. Letztlich war es ein Erfolg, der viele Väter hatte. Denn auch wenn Kreisläufer Jannik Kohlbacher mit 9 Toren in der Statistik herausstach, war es ein Erfolg als Mannschaft.

Neu-Trainer Kristjan Andresson schafft nämlich vor allem eines: Der Isländer gibt jedem das Gefühl wichtig zu sein. Er rotiert nicht nur und bringt die vermeintlich 2. Reihe, wenn man aussichtsreich vorne ist, nein, Andresson schickt auch in kniffligen Situationen mal den vermeintlich 2. Mann aufs Feld. Das ist zwar irgendwo auch mit einem gewissen Risiko behaftet, geht bis dato aber tadellos auf.

Gleichzeitig hat er nicht nur 7 Feldspieler, die vor Selbstvertrauen nur so strotzen, er hat einen kompletten Kader, der sich am Limit bewegt. Unter Andresson scheint wirklich vieles möglich zu sein - auch die Rückkehr auf den Thron. Denn Kiel und Flensburg haben nicht die Souveränität, die sie gerne hätten. Die Löwen eignen sie diese hingegen immer mehr an.

Der Faktor Zeit spricht ohnehin für sie, schließlich befindet man sich aktuell eigentlich in einem kompletten Umbruch. Neuer Trainer, neue Spieler - das dauert, bis alles harmoniert. Kurzum: Es ist davon auszugehen, dass die Löwen noch besser werden. Ein weiterer Vorteil im Meisterrennen: Im Gegensatz zu Kiel und Flensburg reiben sie sich nicht in der Champions League auf.

Das ist zwar irgendwo auch traurig, weil Superstars wie ein Gensheimer oder ein Schmid eigentlich darauf brennen in der Königsklasse zu spielen, andererseits aber eben auch ein Riesen-Vorteil. Andresson hat mehr Zeit fürs Training, zudem können die Spieler regenerieren, was im letzten Jahr undenkbar war, als phasenweise 10 Begegnungen in einem Monat auf die Gelbhemden warteten.

Den nächsten Big Point können die Löwen am Donnerstag in Melsungen holen. Auch dort ist es immer schwer zu gewinnen. Doch wer das in Magdeburg schafft, sollte das auch in Melsungen können. Anfang November folgen dann gewissermaßen die Wochen der Wahrheit. Während es am 3. November in der Berliner Max-Schmeling-Halle gegen die Füchse zur Sache geht, kommt am 7. November der Rekordmeister aus Kiel in die SAP Arena. Mittlerweile ist klar: Verstecken brauchen sich die Löwen vor den Nordlichtern ganz sicher nicht.

 

 

 

Letzte Änderung am Mittwoch, 25 September 2019

Handball