Freitag, 23. August 2019

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Eine Pleite zum Abschied - Im letzten Heimspiel von Trainer Nikolaj Jacobsen kassierten die Löwen eine Derbypleite gegen die Eulen

erstellt am Samstag, 01 Juni 2019
Verabschiedung von Nikolaj Jacobsen - Geschäftsführerin Jenny Kettemann am Mikrofon. Verabschiedung von Nikolaj Jacobsen - Geschäftsführerin Jenny Kettemann am Mikrofon. Bild: AS Sportfotos

sport-kurier. Es war ein Abend, für den man sich einen perfekten Rahmen ausgedacht hatte.

Nur einer spielte nicht mit. Gemeint sind die Eulen Ludwigshafen, die vermasselten den Rhein-Neckar Löwen den großen Abschiedsabend nämlich mal gehörig.

Der kleine Nachbar, der am kommenden und letzten Spieltag noch gegen den Abstieg kämpft, entführte beim 29:26 Sieg in der SAP Arena beide Punkte. Eigentlich ist das unvorstellbar, doch es lässt sich rational erklären: Neben den Langzeitverletzten Andreas Palicka, Alexander Petersson und Jesper Nielsen fehlte dieses Mal auch noch Nationalspieler Jannik Kohlbacher, der am gegnerischen Kreis nicht zu ersetzen war.

Als Entschuldigung alleine geht das aber trotzdem nicht durch, denn letztlich hätte es für die Badener gegen die Vorderpfälzer auch so zum Sieg reichen müssen. Dass der nicht gelang, hatte in erster Linie damit zu tun, dass nicht jeder Spieler alles gab. Bei den Spielern des Tabellenletzten war genau das Gegenteil der Fall, die warfen sich in jeden Ball und gaben ihr letztes Hemd für die 2 Punkte.

Der Leidtragende war natürlich Nikolaj Jacobsen, der fünf Jahre bei den Löwen als Trainer gearbeitet hat und somit verantwortlich für den Höhenflug der Löwen war. Zwei Meisterschaften und einen Pokalsieg holte der Däne mit den Gelbhemden und machte sich in der Vereinshistorie unsterblich. Gerade ihm hätte man natürlich einen schöneren Abschluss vor heimischen Publikum gewünscht. Doch der wurde auch so zu einem Erlebnis.

RNL Trainer Nikolaj Jacobsen (Li.) und Oliver Roggisch ( re.) / Sportlicher Leiter RNL - Jerry Tollbring / RNL. AS Sportfotos

Die Löwen-Macher hatten sich einiges einfallen lassen. Zunächst wurde ein Jacobsen-Einspieler über den Videowürfel ausgestrahlt. Dort wurden seine größten Moment als Löwencoach noch einmal in Erinnerung gerufen. Kurz darauf wurde dann noch eine riesige Fahne in den Vereinsfarben mit seinem Namen darauf unters Arena-Dach gezogen. Dort hat sie fortan ihren Ehrenplatz. An Jacobsen ging all das natürlich nicht spurlos vorbei. Er kämpfte nicht nur mit den Tränen. Sie flossen ganz ungeniert.

"Damit habe ich nicht gerechnet. Das ist eine große Ehre für mich", sagte er als das die Fahne gehisst war. Was folgte waren Worte des Dankes, die er an alle richtete, die in den letzten Jahren zum Erfolg der Löwen beigetragen hatten. Hierzu zählen natürlich auch die Fans: "Es war mir eine Ehre, vor euch zu stehen und diese Mannschaft zu trainieren."

Doch es war eben ein geben und nehmen. Löwen-Geschäftsführerin Jennifer Kettemann brachte es auf den Punkt: "Nikolaj, du hast uns auf ein ganz neues Level gehoben", erklärte sie und stellte klar, dass die Entscheidung von Jacobsen keine gegen die Löwen war, sondern eine für die Familie. Denn der Däne hatte seit 2 Jahren zwei Jobs. Neben den Löwen coachte er auch noch die dänische Nationalmannschaft, die er im Januar zum Weltmeistertitel geführt hat.

Allerdings war Jacobsen nicht der einzige, der mit warmen Worten verabschiedet wurde. Auch Gudjon Valur Sigurdsson, der auch wegen der Rückholaktion von Uwe Gensheimer, nach Paris wechseln wird, Vladan Lipovina (Ziel noch unbekannt) und Bogdan Radivojevic (Pick Szeged) standen zum letzten Mal in der SAP Arena im Löwentrikot auf dem Spielfeld. Alle wurden mit Bildern und kleinen Präsenten ausgestattet. Jacobsen bekam allerdings noch was obendrauf: Die Löwen beschenkten ihn mit einem großen Whirlpool mit Löwenlogo, den der Däne in seinen Garten stellen wird.

 

 

 

 

Letzte Änderung am Samstag, 01 Juni 2019

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