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Hinter den eigenen Ansprüchen - Die SG Nußloch hat noch Luft nach oben

erstellt am Montag, 24 Dezember 2018
Hinter den eigenen Ansprüchen - Die SG Nußloch hat noch Luft nach oben Bild: AS Sportfotos

sport-kurier. Ehrgeizige Ziele verfolgen die Handballer der SG Nußloch schon seit einigen Jahren.

In der dritten Liga mischen sie stets vorne mit. Doch was in diesem Sommer rings um die Olympiahalle, die in Handballkreisen auch ehrfurchtsvoll "Hölle Süd" genannt wird, passierte, war dann doch nochmals eine ganz andere Dimension.

Da wurde der ohnehin schon sehr stark besetzte Kader noch mit einem Mann ergänzt, der ohne Zweifel problemlos als ehemaliger Weltstar durchgeht. Die Rede ist von Christian Zeitz, der einst der SG Kronau-Östringen, mittlerweile als Rhein-Neckar Löwen bekannt, den Rücken kehrte um die Handballwelt zu erobern. Letztes Jahr spielte der mittlerweile 38-jährige noch beim deutschen Rekordmeister THW Kiel. Und jetzt eben in Nußloch. Zeitz ist wohl der erfolgreichste Handballer, den es in Deutschland je gegeben hat.

Gewonnen hat er alles: Weltmeister (2007), Europameister (2004), Silbermedaillen-Gewinner bei Olympia (2004), 9-facher deutscher Meister, 3-facher Champions League-Sieger, 7-facher DHB-Pokalsieger - die Liste ließe sich noch deutlich verlängern, doch das würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Es stellt sich also die Frage, wie so ein Mann in Nußloch überhaupt zu bezahlen ist. Denn er soll nach wie vor sehr gut verdienen. Für Drittliga-Verhältnisse sogar astronomisch gut.

Dass er bei der SGN angeheuert hat, hängt auch mit der Nähe zu seinem Heimatort Östringen zusammen, wo er beim TSV mit 6 Jahren mit dem Handballsport begonnen hatte. Das Ziel hinter dem Transfer war klar: Angeführt von Zeitz sollte die Oststaffel der dritten Liga dominiert werden und am Ende der Aufstieg gefeiert werden. Doch davon ist man zurzeit meilenweit entfernt. Nußloch liegt als zweiter bereits deutlich hinter dem ThSV Eisenach zurück und den Aufstieg werden am Ende nur die jeweiligen Sieger der vier Staffeln realisieren können.

SG Nußloch - HSG Hanau. Christian Zeitz (Nr. 20) verletzt auf der Tribüne. AS Sportfotos

Irgendwie wird man auch das Gefühl nicht los, dass es innerhalb der Nußlocher Mannschaft nicht stimmt. Und genau das wurde kürzlich wohl auch Trainer Christian Müller und seinem Co-Trainer Mario Donat zum Verhängnis. Beide wurden nach der eigentlich unvorstellbaren 19:28-Derbypleite zuhause gegen den kleinen Nachbarn TVG Großsachsen gefeuert. Dass es keine geplante Entscheidung war, verdeutlichte die Nachfolgelösung. Denn anders wie so oft in solchen Fällen stand der Nachfolger nicht Gewehr bei Fuß, es wurde eher improvisiert: Mit Jochen Geppert, Philipp Müller und Christian Zeitz sollten es zunächst drei Spieler in verantwortlicher Position richten.

Beim Ligarivalen SG Leutershausen hat man nicht mit atmosphärischen Störungen zu kämpfen. Bei den Roten Teufeln von der Bergstraße wusste man, dass man vor einer schweren Saison steht und in der zieht man sich bislang gut aus der Affäre. Die SGL hat sich unter den Top 5 Mannschaften in der Ostgruppe festgesetzt.

Die Kehrseite der Medaille ist jedoch, dass man sich abermals in einer Saison ohne echtes Ziel befindet. Für den Aufstieg wird es erwartungsgemäß nicht reichen und der wäre sicher auch nicht im Sinne der Macher, da die zweite Liga eben nochmals deutlich höhere finanzielle Anforderungen stellen würde. Als Trost gehen aber die vielen Derbys durch. Spiele gegen Großsachsen, Nußloch oder Schwetzingen mobilisieren die Fans und lassen die Kassen klingeln.

 

 

Letzte Änderung am Montag, 24 Dezember 2018

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