Montag, 30. März 2020

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Aus im Pokal - Die Löwen kassieren in Berlin eine ganz bittere Pleite

erstellt am Mittwoch, 19 Dezember 2018
Löwen-Frust nach der Niederlage in Berlin. Löwen-Frust nach der Niederlage in Berlin. Bild: AS Sportfotos

sport-kurier. Es gibt Spiele, die sind schwer in Worte zu fassen, weil es einfach keine plausible Erklärung für sie gibt.

Das Pokal-Viertelfinale zwischen den Füchsen Berlin und den Rhein-Neckar Löwen am Dienstag in der Schmeling-Halle war genau so eine Partie. Gewonnen haben am Ende die Berliner mit 37:35 (14:17, 30:30, 33:32).

Wie es dazu kam, konnte unmittelbar nach der Löwen-Pleite kaum einer erklären. Selbst die Gastgeber taten sich schwer. Bob Hanning, der starke Mann im Hintergrund der Füchse sagte: "Vielleicht haben die Löwen zu früh abgeschaltet. Sie haben es nicht zu Ende gebracht."

Gut gelaunt war er natürlich. Bei den Löwen, die den Gegner 57. Minuten dominiert hatten, sah das verständlicherweise anders aus. "Wir sind natürlich sehr enttäuscht. Ich finde, dass wir über weite Strecken die bessere Mannschaft waren. Am Ende haben die Paraden von Heinevetter den Unterschied gemacht und die Zwei-Minuten-Strafen gegen uns. Ich finde, dass wir da zu hart bestraft worden sind", sagte Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen.

Dass es in Berlin schwer werden würde, war schon im Vorfeld klar. Denn die Hauptstadt scheint kein gutes Pflaster für die Löwen zu sein. Das badische Topteam, das die letzten Jahre in Deutschland dominiert hat, konnte gerade in Berlin schon lange nicht mehr gewinnen. Der letzte Sieg dort liegt schon 4 Jahre zurück.

Und dennoch viel näher dran sein als am Dienstag kann man nicht. 6 Minuten vor Schluss führten die Löwen mit 4 Toren (29:25). Die Fans in der Schmeling-Halle befanden sich gedanklich bereits auf dem Heimweg. Doch unter dem Strich wurden den Löwen die vielen Zeitstrafen zum Verhängnis. Insgesamt wurden 8 Stück gegen die Gelbhemden verhängt. 6 davon verteilten sich auf zwei Mann: Jesper Nielsen und Alexander Petersson mussten demnach mit der Roten Karte vom Feld. Der eine in der 47. Minute der andere in der 55. Minute. Zu ersetzen waren sie kaum. So musste Ilija Abutovic, der wegen einer Erkältung eigentlich komplett geschont werden sollte, in den Innenblock rücken.

Berlin rettete sich in der letzten Sekunde des Spiels durch einen Siebenmeter-Lupfer von Lindberg in die Verlängerung. Dass es für die ersatzgeschwächten Löwen dort kaum mehr etwas zu holen gab, war klar. Gewonnen hat am Ende definitiv nicht die bessere Mannschaft, aber so ist eben manchmal im Sport. Gerne erinnern wird man sich an diesen Abend in Berlin im Löwen-Umfeld sicher nicht, andererseits kann man aber auch stolz sein. Denn die Leistung bei den Füchsen war insgesamt gesehen wohl die stärkste in dieser Saison. Phasenweise zeigte man Handball auf allerhöchstem Niveau.

Jakov Gojun gegen Jesper Nielsen/RNL - DHB Pokal - Füchse Berlin vs. Rhein-Neckar Löwen. AS Sportfotos

Doch der Abstecher in die Hauptstadt hatte auch etwas anderes mal wieder ganz deutlich gezeigt: Der Kader der Löwen ist in der Breite nicht gut genug besetzt. Die größte Baustelle ist der rechte Rückraum. Dort hat man zwar nach wie vor einen Alexander Petersson, dem man seine 38 Jahre mittlerweile aber auch immer häufiger anmerkt.

Genial ist er noch immer, aber ihm fehlt mittlerweile die Power für volle 60 Minuten und hinter ihm hat man mit Vladan Lipovina einen Mann, der im Angriff mitunter eine Alternative sein kann, wenn es nicht gerade gegen absolute Topteams geht, in der Abwehr aber überhaupt nicht eingesetzt werden kann.

 

 

Letzte Änderung am Mittwoch, 19 Dezember 2018

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