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Zwei, die sich verstehen ++ Die Rhein-Neckar Löwen haben im Tor eine Traumkombination

erstellt am Dienstag, 18 Dezember 2018
Magnus Landin gegen Mikael Appelgren / RNL - Rhein-Neckar Löwen vs.THW Kiel. Magnus Landin gegen Mikael Appelgren / RNL - Rhein-Neckar Löwen vs.THW Kiel. Bild: AS Sportfotos

sport-kurier. Normalform hat bei den Rhein-Neckar Löwen in dieser Saison bislang kaum einer erreicht; zumindest nicht über einen längeren Zeitraum.

Die Leistungsschwankungen sind groß. Die Abwehr wackelte manchmal bedenklich und auch in der Offensive sind die Lösungsansätze oft nicht vorhanden. Doch es gibt trotzdem eine Position, auf die bislang immer Verlass war.

Als eingefleischter Löwenfan weiß man natürlich was jetzt kommt. Es handelt sich um ein Loblied auf die Torhüter der Gelbhemden und das eben auch völlig zurecht. Denn Mikael Appelgren (29 Jahre alt) und Andreas Palicka (32) ergänzen sich prächtig. Sie sind so gut, dass es keine wirkliche Nummer eins gibt. Meist entscheidet Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen aus dem Bauch heraus, wer heute beginnen darf. Die Leistung stimmt dann immer.

Mikael Appelgren hat vorzeitig bis 2023 verlängert. AS Sportfotos

Appelgren spielt bereits seit 2015 für die Löwen, Palicka kam 2016. Beide kennen sich bestens. Sie bilden auch in der schwedischen Nationalmannschaft das Torhüter-Duo. Ein weiterer großer Vorteil der Beiden: Sie verstehen sich. Anders als bei anderen großen Klubs, wo der eine Toptorsteher dem anderen nicht das Schwarze unter dem Fingernagel gönnt, nehmen sich die beiden Schweden selbst nicht zu wichtig. Wichtig ist nur, dass der Torhüter der Mannschaft helfen kann. Wer dann am Ende genau auf der Linie die Kohlen aus dem Feuer holt, interessiert nur am Rande.

In der Bundesliga werden die Löwen von vielen um diese beiden Torhüter beneidet und es ist klar, dass es immer wieder auch mal Anfragen auch aus dem Ausland gibt. Gerade an Appelgren, der vor seiner Löwen-Zeit in Melsungen spielte, sollen in letzter Zeit verschiedene Topklubs dran gewesen sein. Doch die haben sich vergeblich gestreckt. Denn pünktlich zum Nikolaus-Tag, kurz vor dem famosen 28:22 Heimsieg gegen den SC Magdeburg, öffneten die Löwen das sechste Türchen des Weihnachtskalenders mit einer ganz frohen Nachricht. Appelgren, der ohnehin noch bis 2021 beim zweifachen deutschen Meister unter Vertrag stand, verlängerte sein Arbeitspapier vorzeitig bis zum 30.6. 2023.

EHF / Championsleague / Andreas Palicka / RNL hält gegen Sime Ivic - Rhein-Neckar Löwen vs. HC Meshkov Brest. RNL Saison 2018/ 2019 - AS Sportfotos

Für einen Torhüter im Handball ist das zwar noch kein Rentenvertrag, es geht aber schon in diese Richtung und unterstreicht eben auch, dass sich auch der Blondschopf im Rudel zuhause fühlt. Das sagt er auch selbst: "Es ist kein Geheimnis, dass ich mich bei den Rhein-Neckar Löwen sehr wohl fühle. Die Perspektive für die Zukunft stimmt für mich, der Club hat genau wie ich ehrgeizige Ziele, die ich gerne im Trikot der Löwen in den kommenden Jahren erreichen will."

Damit haben die Löwen auf der Torhüterposition lange Planungssicherheit. Denn auch Palicka hat bereits im April 2018 sein "Ja-Wort" gegeben. Er hält dem badischen Spitzenklub bis 2022 die Treue. Und wer glaubt, Palicka würde sich seitdem auf seinem langfristigen Vertrag ausruhen, der täuscht sich. Sein Ehrgeiz ist enorm und das zahlt sich aus.

Auch Andreas Palicka hat bei den Löwen einen Vertrag bis 2022. AS Sportfotos

Am Nikolaus-Tag, der eigentlich eher für Appelgren ein Feiertag war, lief er zu einer unmenschlichen Form auf. Im "Schicksalsspiel" - bei einer Niederlage wäre der Meistertraum bereits früh in der Saison ausgeträumt gewesen - bezwang Palicka die Ostdeutschen fast im Alleingang. Es folgte eine spektakuläre Rettungsaktion auf die nächste. Und was machte Appelgren? Der saß draußen auf der Bank, lehnte sich zurück und klatschte grinsend Beifall. Solch eine Harmonie zwischen Konkurrenten findet man im Profisport definitiv selten.

 

 

Letzte Änderung am Dienstag, 18 Dezember 2018