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Noch 2 Schritte fehlen - Die Adler Mannheim haben den Titel dicht vor Augen

erstellt am Dienstag, 23 April 2019
Noch 2 Schritte fehlen - Die Adler Mannheim haben den Titel dicht vor Augen Bild: AS Sportfotos

sport-kurier. Die Sorgenfalten waren groß.

Spieler, Verantwortliche und natürlich auch die Fans der Adler Mannheim hatten sich den Auftakt in die Finalrunde um die deutsche Eishockey Meisterschaft gegen den EHC München ganz anders vorgestellt. Man wollte den Heimvorteil gegen den Serienmeister nutzen und gleich mal ein Ausrufezeichen im Titelkampf setzen. Das Ergebnis ist bekannt.

Im 1. Spiel der Best-of-Seven-Serie kassierten die Adler ein 1:2 nach Verlängerung. Der Anfang vom Ende? Mitnichten. Die Greifvögel schlugen zurück und führen nun nach einem fulminanten 3:0 in München und einem 4:1 zuhause ihrerseits mit 2:1 nach Siegen.

Dieser Zwischenstand ist schön und auch gut für die Moral, aber eben noch lange kein Grund, sich entspannt zurückzulehnen. Adler-Spieler Ben Smith bringt es auf den Punkt: "Wir haben wieder ein gutes Spiel gezeigt und es ist natürlich schön, dass wir in der Serie vorne liegen. Doch München ist ein sehr guter Gegner. Sie werden uns weiterhin alles abverlangen."

Andrew Desjardins #84 / Adler hinter Ryan Button zum 3-0. Adler Mannheim vs. Red Bull Muenchen - Play Offs 2019 Finale.

Wie zäh und hart im Nehmen die von Energiegetränk-Hersteller Red Bull gesponserten Münchner sind, zeigten sie bereits im Halbfinale, als sie sich gegen die tapfer kämpfenden Augsburger Panther im siebten und letzten Spiel durchsetzten. Das nennt man echte Nehmerqualitäten.

Aber bei allem Respekt vor Augsburg, die Adler sind einfach noch einmal ein ganz anderes Kaliber. Unter Trainer Pavel Gross, der im vergangenen Sommer das Zepter in Mannheim übernahm, sind da längst echte Champions herangereift, die schon in der Hauptrunde Topleistungen abgerufen haben. Diese Dominanz setzt sich nun fort. Selbst Rekorde waren vor den Adlern am Ostermontag nicht sicher. Das 1:0 gegen die Münchner war nämlich ein ganz besonderes: Bereits nach atemberaubenden 5 Sekunden war Matthias Plachta mit dem 1:0 zur Stelle. Es war gleichzeitig das schnellste Play-off-Tor, das in der DEL jemals gefallen ist.

Klar, dass dies die Stimmung in der mit über 13000 Zuschauern restlos ausverkauften SAP Arena noch zusätzlich anheizte. Von den Rängen gab es ein Feuerwerk auf die Ohren, das den Gästen sichtlich zu setzte. Die antworteten zunächst nämlich nicht etwa mit starkem Eishockey, sondern mit übertriebener Härte. Giftige Zweikämpfe waren nun Programm. Teilweise ging es auch deutlich über die gesunde Härte hinaus. So verlor Trevor Parkes die Nerven. Er streckte Sinan Akdag mit einem üblen Kniecheck zu Boden. Die logische Folge: Es setzte 5 Minuten und eine Spieldauerstrafe.

Jubel nach dem 3-0. Andrew Desjardins #84, David Wolf # 89, Joonas Lehtivuori #6, Matthias Plachta #22 und Moritz Seider #53 - Adler Mannheim vs. Red Bull Muenchen.

Also genau das, was der EHC eigentlich gar nicht gebrauchen konnte, denn die personellen Alternativen sind nach einer langen Saison mittlerweile mau. Das Lazarett bei den Münchnern ist groß. Und genau darin muss auch der große Vorteil der Adler liegen. Viele Experten haben sie mittlerweile längst als neuen Meister auf dem Schirm. Wichtig wird aber sein, dass sie sich auf ihre Stärken besinnen und sich nicht durch die Münchner provozieren lassen und zu dummen Fouls hinreißen lassen.

Gut wäre es auch, wenn man schon Mittwoch erneut einen Andrew Desjardins in Galaform auf dem Eis hätte. In Spiel 3 machte der einen tollen Job. Er erzielte das 2:0 (7.) und das 3:0 (26.). Es ehrt ihn, dass er sich selbst danach trotzdem nicht ganz so wichtig nahm: "Das war wieder ein Erfolg, der auf der guten Arbeit des gesamten Teams beruht. Jeder hat es München heute über 60 Minuten schwer gemacht."

Genau so kann es also weitergehen.

 

 

 

 

Letzte Änderung am Dienstag, 23 April 2019

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