Mittwoch, 27. Mai 2020

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Eine Saison mit Höhen und Tiefen ++ Die MLP Academics werden nach dem Abbruch Vierter

erstellt am Donnerstag, 14 Mai 2020
Am Ball Sebastian Schmitt von den MLP Academics Am Ball Sebastian Schmitt von den MLP Academics Bild: AS Sportfoto

sport-kurier. Am 6. März war die Enttäuschung bei den MLP Academics Heidelberg groß.

Der ambitionierte Pro-A-Ligist kehrte mit einer 79:87 Niederlage von den Kirchheim Knights zurück nach Heidelberg. Für die Korbjäger vom Neckar war es ein empfindlicher Rückschlag im Kampf um eine gute Position für die Playoffs. Doch es dauerte nicht lange und die Pleite war vergessen. Sie wurde von etwas Größerem verdrängt. Der Coronapandemie. Sie stellte auch die Welt des Basketballs auf den Kopf.

Allerdings verhielt sich das Ganze im Fall der Basketballer ein wenig anders. So war die Saison in der Pro A gewissermaßen schon beendet, bevor sie eigentlich wirklich beendet war. Das Problem: Bereits vor dem offiziellen Ende gab es bereits eine "Massenflucht".

So suchten nämlich die Spieler mit amerikanischem Pass um den 13. März herum das Weite, weil sie Angst hatten, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt möglicherweise nicht mehr in ihr Heimatland einreisen dürfen. So war es wenig überraschend, dass 4 Tage später die Saison abgebrochen wurde. Und das vier Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde und den eigentlich danach geplanten Playoffs.

Und was bleibt für die Academics von der Saison 2019/2020 übrig? Wohl eine Spielzeit mit Höhen aber ein wenig mehr Tiefen. Wobei die Tiefen irgendwo auch erklärbar waren. Schließlich fehlten den Heidelbergern wichtige Stützen. Spieler wie Kapitän Phillipp Heyden und Shyron Ely könnte in der zweiten Liga auch kein Konkurrent einfach mal so ersetzen. Unter dem Strich reichte es so zu einem 4. Platz, mit dem man sicher leben kann.

Seit Mitte April haben die Cracks der Academics nun wenigstens etwas Normalität zurückerlangt. Weil die Landesregierung die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus gelockert hat, durften sie als Zweitliga-Basketballer wieder ins Training einsteigen. Natürlich ist an ein normales Training aber nicht zu denken gewesen.

Adam Eberhard blieb mit den MLP Academics der Sprung in die play-offs verwehrt.   Bild: AS Sportfoto

Die Auflagen sind nach wie vor verschärft. So galt es natürlich auch im Basketball den nötigen Sicherheitsabstand einzuhalten. Doch eines ging immerhin: Das Werfen auf den Korb. Und das ist ja schon mal ein Schritt in die richtige Richtung und dürfte jedem Korbjäger nach solch einer langen Pause ein Lächeln ins Gesicht gezaubert haben.

Aber nur kurz, denn wie es weitergeht, weiß keiner so genau. Dem Basketball in Deutschland könnten nämlich große Probleme bevorstehen. So hat kürzlich beispielsweise die Basketball-Sparte des FC Schalke 04 angekündigt, dass sie keine Lizenz mehr für die 2. Liga beantragen wird. Was sicher damit zusammenhängt, dass die Knappen auch im Fußball trotz all der Erfolge den Gürtel deutlich enger schnallen müssen.

Auch bei weiteren Vereinen soll es derartige Gedankengänge geben. Bei den Academics will man allerdings wohl weiter machen und im Profibereich mitmischen. Und wer weiß, möglicherweise sorgt ein Rückzug so manches Konkurrenten am Ende sogar dafür, dass die Academics bis in die 1. Liga durchgespült werden. Ganz so unwahrscheinlich ist das vielleicht gar nicht.

Die Zukunft wird es zeigen. Vergangenheit ist mittlerweile übrigens auch schon wieder ein Abstecher in die Welt von eSports. Zusammen mit den sieben anderen Mannschaften der Top 8 der 2. Liga wollte man die Saison virtuell zu Ende spielen. Das Aus kam prompt. Die Academics für die Niklas Würzner antrat, unterlagen Leverkusen sofort im Viertelfinale.

Artikel auch erschienen in der print-Ausgabe des sport-kurier vom 8. Mai

 

 

Letzte Änderung am Donnerstag, 14 Mai 2020

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