Freitag, 18. September 2020

"Möglichst schnell viel lernen" - Am nächsten Samstag startet die TSG Weinheim ins Abenteuer Oberliga

erstellt am Sonntag, 06 August 2017
Szene aus dem Testspiel SpfR. Heppenheim-TSG Weinheim - Weinheims Kajally Njie am Ball (rot). Szene aus dem Testspiel SpfR. Heppenheim-TSG Weinheim - Weinheims Kajally Njie am Ball (rot). Bild: Simon Hofmann.

sport-kurier. Dass bei der TSG Weinheim nichts mehr ist, wie es war, ist bekannt.

Im Sommer wurde beim Oberliga-Aufsteiger ein Totalumbruch eingeleitet. 21 neue Spieler und eine neuer Trainer sollen es richten und das Abenteuer Oberliga stemmen.

Viele Experten trauen der jungen Mannschaft das nicht zu, doch die will ihre Chance nutzen und lässt ihr Können hin und wieder aufblitzen, so wie am Samstag, als man sich beim vermeintlichen Verbandsliga-Titelaspiranten VfR Mannheim ein 3:3-Remis erkämpft hatte.

Der sport-kurier sprach mit Christian Schmitt, dem Trainer der Weinheimer.
 
Hallo Herr Schmitt, mit einem 3:3 beim VfR Mannheim kann man zufrieden sein, oder?

Ja, wir müssen schauen, wo wir her kommen. Und wie viel Zeit wir hatten, ein neues Team zusammenzustellen. Der Altersdurchschnitt unserer Mannschaft liegt bei 20,6 Jahre. Zudem haben wir jetzt regelmäßig auch noch zwei A-Jugendliche mit dabei. Deshalb sind wir erstmal zufrieden. Wir hatten noch weitere gute Ergebnisse dabei, unter anderem auch der 4:1-Sieg gegen Wald-Michelbach. Auch bei der 0:1 Niederlage gegen Gartenstadt waren wir nicht schlecht. Ärgerlich war die Pokal-Niederlage gegen Eppingen, da hatten wir am Tag zuvor gegen Pirmasens gespielt und waren sicher auch etwas kraftlos.

Trainer Christian Schmitt sieht bei seinem jungen Team Fortschritte. Die Oberliga wird für das neuformierte Team wohl nur schwer zu halten sein. Bild: Hofmann.


 
Also befindet sich Ihre Mannschaft auf einem guten Weg?

Ich würde sagen, dass wir uns mittlerweile schon ein vernünftiges Verbandsliga-Niveau erarbeitet haben. Das war in der Kürze der Zeit so nicht zu erwarten. Man darf auch nicht vergessen, dass wir Spieler geholt haben, die bei anderen Verbandsligisten teilweise nur in der zweiten Mannschaft gespielt haben. Mittlerweile haben die Jungs bewiesen, dass sie Potenzial haben. Aber wir brauchen noch Zeit. Es macht viel Spaß mit den Jungs. Wir steigern uns nach und nach. Es ist eine Entwicklung erkennbar. Gegen den VfR haben wir auch wieder voll durchgewechselt und haben nach unserer 2:1 Führung zur Halbzeit und dem zwischenzeitlichen 2:3 Rückstand auch so noch den Ausgleich geschafft. Vielleicht ist das auch eine unserer Stärken. Wir sind breit aufgestellt und eben nicht abhängig von zwei, drei überragenden Fußballern.
 
Auch wenn es nur ein Test war, ein Unentschieden gegen den VfR Mannheim ist ein sehr gutes Ergebnis, dass sicher den einen oder anderen Experten überrascht...

Das kann sein. Allerdings darf man nicht vergessen, dass der VfR eben ein Verbandsligist und kein Oberligist ist. In der Oberliga muss man schon mal noch eine Schippe drauflegen. Wir haben da bereits ein paar Gegner beobachtet, die Unterschiede sind groß.

Zusammenhalt wird für das Weinheimer Team wichtiger denn je sein. Bild: S. Hofmann.


 
Es gab viele kritische Stimmen, weil die Herausforderung Oberliga nun eine komplett neue Weinheimer Mannschaft annimmt...

Das kann man so sagen. Ich will mich auch gar nicht über die Mannschaft der letzten Saison äußern. Sie hatten sehr gute Fußballer und haben das wirklich toll durchgezogen. Aber wir haben mit jedem dieser Spieler Gespräche geführt und wollten sie von einem Verbleib in Weinheim überzeugen, aber eben unter anderen Voraussetzungen - auch finanziell. Die Spieler waren dazu nicht bereit. Ich bin da auch keinem böse. Sie hatten alle ihre Gründe, die ich nachvollziehen kann. Aber wenn ich nun teilweise Dinge höre wie: 'Die jetzigen Spieler ernten das, was die anderen gesät haben', finde ich das nicht in Ordnung. Das ist Quatsch. Die neuen Jungs haben eine faire Chance verdient. Ich bin überzeugt von diesem Konzept. Viele unserer Spieler stammen aus den Talentschmieden von Waldhof, Hoffenheim, Sandhausen oder Walldorf. Dort haben sie es aus welchen Gründen auch immer nicht geschafft. Weinheim ist für sie nun so etwas wie die zweite Chance.
 
Im ersten Ligaspiel geht es am nächsten Samstag gegen den Bahlinger SC. Was erwartet Ihre Mannschaft da?

Eine sehr abgezockte und spielstarke Truppe. Sie haben einige Spieler in ihren Reihen, die auch schon weiter oben gespielt haben. Das ist gleich ein ganz dickes Brett. Aber wir freuen uns darauf. Für uns gilt es, möglichst schnell viel zu lernen. Wir wollen uns von Woche zu Woche verbessern.

Letzte Änderung am Sonntag, 06 August 2017

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