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Team der TSG 62/09 Weinheim zerfällt nach Saisonende +++ Jörns: "Wir wollen trotzdem als Meister durchs Ziel."

erstellt am Montag, 16 Januar 2017
Weinheims Marcel Schwöbel (blau) im Kopfballduell mit seinem Gommersdorfer Gegenspieler. Archivbild 2015/2016 VL Nordbaden. Weinheims Marcel Schwöbel (blau) im Kopfballduell mit seinem Gommersdorfer Gegenspieler. Archivbild 2015/2016 VL Nordbaden. Bild: Simon Hofmann

sport-kurier. Es war eine Hinrunde wie aus dem Bilderbuch.

Die TSG Weinheim, die in der Vorsaison nur haarscharf am Aufstieg in die Oberliga gescheitert ist, marschierte in Siebenmeilenstiefeln durch die Verbandsliga Nordbaden.

16 Spiele, 43 Punkte - noch Fragen? Lediglich zweimal ging man nicht als Sieger vom Platz. Im Auftaktspiel setzte es beim VfR Mannheim ein 0:2 und auch gegen den starken Aufsteiger aus Heddesheim kam man nicht über ein 1:1-Remis hinaus. Und trotzdem ist der Spitzenreiter weit davon entfernt, sich in Feierlaune zu befinden.

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Weinheims Andreas Lerchl (blau) im Duell mit Heddesheims Angreifer Brandon Wiley. Foto: Simon Hofmann.

Das hängt mit dem Hauptverein zusammen, der kündigte an, dass es in der neuen Saison starke finanzielle Einbußen geben wird. Das Resultat ist ein trauriges: Die Weinheimer Erfolgs-Elf wird auseinanderbrechen. Neben dem Trainerteam werden auch ein Großteil der Spieler gehen. Hinter den Kulissen werden bereits mit anderen Clubs Gespräche geführt.

Klar ist: Ein Aufstieg würde unter diesen Voraussetzungen keinen Sinn machen. Trotzdem hat der Hauptverein in einer ersten Stellungnahme angedeutet, dass er die Herausforderung Oberliga wohl annehmen würde, falls der Aufstieg gelingen sollte.

Der sport-kurier sprach mit Trainer Dirk Jöns.
 
Hallo Herr Jörns, wann starten Sie denn mit Ihrer Mannschaft in die Vorbereitung?

Das wird am 24. Januar sein. Zuletzt haben wir noch an unserem eigenen Hallenturnier teilgenommen und auch am Turnier in Birkenau. Das machen wir eigentlich jedes Jahr. Aber unsere Priorität liegt auf der Runde im Freien. Die Teilnahme in der Halle ist freiwillig.
 
Wie lautet denn das Ziel für die Rückrunde? Wird der Titel anvisiert?

Wir sind aktuell ja Tabellenführer. Das ist aber noch lange keine Garantie, dass es am Ende auch zum Titel reicht. Für uns geht es vielmehr darum, dass wir die Leistungen aus der Vorrunde bestätigen und so viele Punkte wie möglich sammeln. Und natürlich wollen wir am Ende gerne als Meister durchs Ziel. Wenn man als Spitzenreiter überwintert, wäre es ja auch unglaubwürdig, wenn man jetzt sagen würde, dass man Dritter werden will.

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Trainer Dirk Jörns will auch in der Rückrunde mit seiner Mannschaft Vollgas geben. Er will sich mit dem Meistertitel aus Weinheim verabschieden. Bild: Simon Hofmann.
 
Was erwartet Ihre Mannschaft in der Rückrunde?

Es wird sicher nicht leichter werden. Eher schwerer. Denn die Gegner haben sich mittlerweile auf die Art und Weise, mit der wir Fußball spielen, eingestellt. Sie stehen zunehmend defensiver und treten aggressiver auf. Wir müssen uns deshalb gewissermaßen als Mannschaft wieder neu erfinden und uns auf ein neues Level heben. In den letzten Vorbereitungen ist uns das gelungen und ich bin zuversichtlich, dass wir das wieder schaffen können und werden. Wir werden in der Vorbereitung jedenfalls alles dafür tun.
 
Nach der Saison wird sich einiges ändern: Neben Ihnen werden wohl auch sehr viele Spieler den Verein verlassen. Haben Sie keine Angst, dass sich das negativ auf die Rückrunde auswirken könnte?

Nein, die habe ich nicht. Im Fußball ist es eben nun mal so, dass es immer wieder zu Veränderungen kommt. Es ist ja klar, dass die Jungs nicht froh darüber sind, dass wir bald getrennte Wege gehen, wir würden gerne alle zusammen weiter machen, aber man darf auch nicht vergessen, dass wir alle eine Verpflichtung dem Verein gegenüber haben. Und zwar bis zum 30. Juni. Und ich bin mir sicher, dass wir alle auch weiterhin 100 Prozent geben werden. Der Charakter meiner Mannschaft ist hervorragend.

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Top-Torjäger Cihad Ilhan ist in den letzten beiden Spielzeiten der treffsicherste Stürmer im Nordbadischen Amateurfußall. An ihm sind mehrere Vereine interssiert. Bild: Simon Hofmann.
 
Der VfR Mannheim ist eigentlich als Favorit in die Saison gegangen. Jetzt liegt er neun Punkte hinter Weinheim auf dem dritten Platz. Rechnen Sie noch mit dem VfR, kann er Weinheim noch gefährlich werden?

Zunächst einmal muss man sagen, dass wir eine außergewöhnliche Hinrunde gespielt haben. Schlagen konnte uns nur der VfR. Das war im ersten Spiel. Und auch Heddesheim hat gegen uns ein sehr starkes Spiel gemacht. Deshalb kann es natürlich nochmals eng werden. Wenn du zwei Spiele verlierst und die Konkurrenz aus Heddesheim oder der VfR punkten, ist der Vorsprung dahin. Im Winter hat noch niemand etwas gewonnen. Deshalb denke ich, dass in der Rückrunde noch alles möglich ist. Wichtig ist, dass wir weiterhin gierig und diszipliniert bleiben, dann bin ich optimistisch.
 
Wie geht es denn mit Ihnen persönlich weiter? Gibt es schon eine neue Herausforderung?

Fakt ist, dass es schon die eine oder andere Anfrage gab. Und es werden wohl auch noch weitere kommen. Ich höre mir das alles an. Aber es muss eben auch alles passen. In Weinheim tut es das nicht mehr. Deshalb trennen sich nun unsere Wege. Es kann aber auch sein, dass ich ab dem Sommer mal eine Pause einlege.

Letzte Änderung am Montag, 16 Januar 2017

Verbandsliga Nordbaden