Sonntag, 04. Dezember 2022

"Die Einstellung und die Mentalität machen uns stark" - Volkan Glatt, der Trainer des VfR Mannheim, im Interview

erstellt am Montag, 26 September 2022
Links Cheftrainer Volkan Glatt, rechts der Sportliche Leiter Hakan Atik. Links Cheftrainer Volkan Glatt, rechts der Sportliche Leiter Hakan Atik. Bild: Berno Nix

sport-kurier. Der VfR Mannheim ist für viele der Topfavorit auf den Titel in der Verbandsliga - und die Rasenspieler bestätigen die Vorschusslorbeeren bis dato auch:

Die Mannschaft von Trainer Volkan Glatt führt das Tableau nach 7 Spielen mit 19 Punkten an. 6 Siegen folgte zuletzt ein 1:1 Remis im Stadtderby beim SV Waldhof Mannheim 2 im alten Stadion am Alsenweg. 700 Zuschauer waren live mit dabei.

Wir haben uns mit Volkan Glatt unterhalten.

Hallo Herr Glatt, Sie können mit dem Start in die Saison sehr zufrieden sein. Oder?

Natürlich können wir das. Die Punkteausbeute ist bislang sehr gut.

Das 1:1 gegen den SVW, der mit 3 Spielern aus dem Profikader angetreten ist, kann man auch gut leben. Es war ein starker Gegner. Oder?

Generell muss man sagen, dass die Liga sehr ausgeglichen ist. Jede Mannschaft hat ihre eigene Dynamik. Jeder Gegner ist deshalb schwer zu bespielen. Aber gerade in so einem Derby sind beide Mannschaften natürlich besonders motiviert. Da geht man auch mal über gewisse Leistungsgrenzen hinaus.

Es waren 700 Zuschauer dabei, das ist für die Verbandsliga nicht alltäglich.

Selbstverständlich. Solche Spiele sind für alle Beteiligten etwas Besonderes. Ob Zuschauer, Spieler oder Verantwortliche.

Aufgrund der 2. Halbzeit hätte man auch gewinnen können…

Ich denke, dass dieses Derby alles gehabt hat, was dazu gehört. Besonders gefreut hat mich, dass man trotz der Brisanz sehr fair miteinander umgegangen ist. Auch auf dem Platz. Zweikämpfe wurden natürlich trotzdem geführt. Beide Teams wollten das Spiel für sich entscheiden. Das ist für mich - und auch wenn man das Spiel neutral betrachtet - sehr wichtig.

SV Waldhof Mannheim II - VfR Mannheim, Verbandsliga, v.l Mannheims Nicolas Jüllich gegen Waldhofs Spielführer Kelmend Azizi. Foto: Berno Nix


Viele Experten sehen im VfR den Topfavoriten auf den Titel. Nimmt man diese Rolle an?

Die Tabelle zeigt gerade, dass es mehrere Mannschaften gibt, die dieses Level spielen können. Wir sind ja auch noch am Anfang der Saison. Vieles wird sich erst in der Rückrunde entscheiden. Deshalb ist es für solche Prognosen noch viel zu früh. Man kann nicht sagen, wer dabei bleiben wird und wer abfällt. Dazu ist die Liga viel zu ausgeglichen. Das zeigen ja auch die Ergebnisse.

Gibt es beim VfR einen absoluten Führungsspieler, der der verlängerte Arm des Trainers ist?

Nein, und zwar ein ganz klares, weil ich das Ganze als Kollektiv sehe. Es gibt keinen verlängerten Arm. Bislang bin ich mit der Mannschaft brutal zufrieden. Alle ziehen mit. Egal ob junge oder ältere Spieler, jeder ist voll dabei. Unser Kollektiv, also die Einstellung und die Mentalität machen uns stark.

Können Sie etwas zur Spielidee sagen? Zieht man immer sein Ding durch oder richtet sich das auch mal nach dem jeweiligen Gegner?

Ehrlich gesagt richten wir uns nie nach dem Gegner, weil wir als VfR Mannheim eine eigene Identität haben und die versuchen wir permanent auf den Platz zu bringen. Das ist völlig unabhängig vom jeweiligen Gegner. Mir als Trainer ist das auch etwas fremd. Jeder hat natürlich seine eigene Philosophie. Und meine ist eben, dass meine Mannschaft ihre Stärken bestmöglich auf den Platz bringen kann.

Man hat einen starken Kader beisammen. Könnte der auch schon in der Oberliga bestehen?

Das ist viel zu weit vorausgeschaut. Wir befinden uns am Anfang der Saison. Wir haben versucht, uns ein Kollektiv zusammen zu holen. Eine Mannschaft, die Charakter hat und Attribute mitbringt, die für mein Spiel wichtig sind. Da jetzt zu sagen, das ist schon eine Oberliga Mannschaft, das wäre verheerend. Das ist alles noch viel zu weit weg.

 

 

Letzte Änderung am Montag, 26 September 2022

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