Mittwoch, 27. Mai 2020

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Torjäger im Wartestand ++ Yanick Haag peilt mit dem VfR Mannheim die Oberliga an

erstellt am Dienstag, 19 Mai 2020
Yanick Haag (rot) hier im Kopfballduell gegen Waldhofs Michael Schultz Yanick Haag (rot) hier im Kopfballduell gegen Waldhofs Michael Schultz Bild: Alfio Marino

sport-kurier. Nur "Heimspiele" hat derzeit Yanick Haag.

Als Student der Betriebswissenschaft an der Hochschule Ludwigshafen im zweiten Semester finden für ihn derzeit keine Vorlesungen statt und so muss der 24-jährige in den eigenen vier Wänden büffeln. "Wir haben online-Vorlesungen und es ist nicht ganz so einfach, ins Thema reinzukommen. Aber da muss man durch", nimmt er die Situation so an, wie sie ist. Auch seinem liebsten Hobby als Fußballer beim Verbandsligisten VfR Mannheim kann er nicht im gewohnten Umfang nachgehen.

Dabei hatte der Pfälzer in seinem ersten Jahr für die Rasenspieler zuletzt einen guten Lauf und traf in vier Einsätzen hintereinander ins Tor bei insgesamt elf Saisontreffern. Nur zum Rückrundenauftakt fehlte er in der Partie gegen den SV Spielberg. Erst setzte ihn ein Darmvirus im Winter außer Gefecht, dann beförderte ihn ein Riss in der Lunge gar für einige Tage auf die Intensivstation. Den Gewichtsverlust galt es danach erst einmal wieder aufzuholen.

Den Rückschlag hat er weggesteckt und ist voller Tatendrang mit den Rasenspielern, nachdem er zuvor in vier Jahren in vier verschiedenen Vereinen Fuß zu fassen versuchte. Im letzten Jahr hieß sein Club noch FC Villingen in der Oberliga Baden-Württemberg, wo er gemeinsam mit Bruder Patrick ein längeres Engagement plante. "Ich hatte für drei Jahre unterschrieben und wollte mit Hilfe des Vereins ein duales Studium beginnen. Doch dazu kam es nicht", begründet er seinen Abgang im letzten Sommer.

Haag blickt zurück auf Höhen und Tiefen in seiner bisherigen Laufbahn. Nach seiner Jugend bei der TSG Hoffenheim mit Einsätzen in der Bundesliga ging es für drei Spielzeiten zum Regionalligisten SV Waldhof. "Im dritten Jahr wurde ich aber fast nur noch in der zweiten Mannschaft eingesetzt und das wollte ich dann irgendwann nicht mehr", zog es ihn zunächst zum Oberligisten SV Spielberg und in der Saison 2016/17 zum SC Hauenstein.

Bei den Pfälzern lief es für ihn in einer nicht so starken Mannschaft mit 17 Toren in der Saison 2016/17 persönlich bislang am erfolgreichsten. Danach ging es für eine Spielzeit zum ZFC Meuselwitz in die Regionalliga Nordost. "Dieses Jahr hat mich auch vorangebracht, aber 450 Kilometer von der Heimat entfernt habe mich da nicht so wohl gefühlt", wollte er dort nicht länger bleiben.

Bild: Berno Nix

Insgesamt stehen 46 Einsätze in den Regionalligen Süd bzw. Nordost in seiner Vita. Am meisten in Erinnerung geblieben ist für den Rechtsaußen bislang aber ein Spiel, in dem es nicht um Punkte ging. "Im Freundschaftsspiel von Waldhof gegen Borussia Dortmund vor ausverkauftem Stadion einlaufen zu dürfen, war ein absolutes highlight, das ich nie vergessen werde", glänzen noch immer die Augen, wenn er daran zurückdenkt.

Die "Wechseljahre" mit jährlich neuen Vereinen sollen für Haag jetzt fürs Erste vorbei sein. Als einer von nur wenigen Spielern des jetzigen Kaders wird er auch in der neuen Saison das VfR-Trikot tragen. Beim VfR hat er sich schnell eingelebt. "So eine Harmonie wie hier hatte ich noch bei keinem Verein", lobt er das Umfeld des Verbandsligisten.

Und mit einem solch guten Umfeld soll es, wenn es nach dem Ludwigshafener geht, bald wieder Fußball in einer höheren Liga als derzeit geben. "Der Aufstieg muss im nächsten Jahr das Ziel sein", blickt er mit großen Ambitionen in die Zukunft.

 

 

Letzte Änderung am Dienstag, 19 Mai 2020

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