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Prüfungsstress überstanden - Timo Weber vom FV Fortuna Heddesheim kann sich wieder voll auf Fußball konzentrieren

erstellt am Freitag, 03 April 2020
Timo Weber (FV Fortuna Heddesheim) in Aktion. Timo Weber (FV Fortuna Heddesheim) in Aktion. Bild: Alfio Marino

sport-kurier. Bevor es zu unserem Gespräch mit Timo Weber kam, drehte dieser erst noch seine Runden.

Fit bleiben für den Tag "x" heißt es auch für ihn in dieser ungewöhnlichen Zeit. Denn der 25-jährige hatte gerade auch im Verbandsligateam von Fortuna Heddesheim einen richtig guten Lauf.

Trainer René Gölz brachte ihn im vorerst letzten Spiel als "falsche Neun" gegen Tabellenführer Astoria Walldorf U 23 zum Einsatz und die Rechnung ging beim 4:0-Sieg voll auf. "Ich sehe mich als flexibel einsetzbaren Spieler. Ich kann zentral im offensiven Mittelfeld oder auf der 8 spielen, fühle mich aber auch auf der falschen 9 wohl", nennt Weber seine bevorzugten Positionen im Team.

"Gegen Walldorf war eines unserer besten Spiele. Da hat man mal unser vorhandenes Potenzial gesehen", war auch er zufrieden mit dem Spiel gegen den Spitzenreiter. Im Sommer kam Weber von der U 23 des SV Sandhausen nach Heddesheim und hatte in der Vorrunde fast immer gespielt, aber oft eben nur nach Einwechslungen.

"Ich habe das so akzeptiert, denn es gab in dieser Zeit eine Doppelbelastung durch Prüfungsstress. Ich war studientechnisch sehr eingespannt", absolvierte er nämlich das 1. Staatsexamen an der Pädagogischen Hochschule in Heidelberg und musste daher vorher viel Lernstoff pauken und so auch die ein oder andere Trainingseinheit ausfallen lassen.

"Wir haben eine hohe Qualität in der Mannschaft, da haben zu dieser Zeit auch andere zu recht gespielt und ich musste mich da hinten anstellen. Aber den Glauben an mich habe ich nie verloren und immer weiter hart trainiert", akzeptierte er ohne Murren seine Situation. Jetzt arbeitet er als akademischer Mitarbeiter an der Pädagogischen Hochschule und hat normale Büroarbeitszeiten, so dass wieder mehr Freiraum für sportliche Aktivitäten ist.

 

Timo Weber (weiß) setzt sich gegen zwei Wormser Gegenspieler durch. Szene aus Wormatia Worms - Heddesheim. Bild: Red.

Für Gölz wurde der Junggeselle zur Entdeckung der Vorbereitung, denn was Weber in den Testspielen zeigte, überzeugte auch den Trainer. "Ich kannte ihn vorher nicht so gut. Ich halte ihn für einen intelligenten und bissigen Spieler, der beim Gegenpressing voll drauf geht. Er fordert oft den Ball, hal viele Kontakte und kann auch den finalen Pass spielen", zählt Gölz die Vorzüge seines Spielers auf.

Zum Fußball kam Timo Weber aus eigenem Antrieb, denn der Vater war mehr im Schwimmsport aktiv. Bei TuS Mingolsheim, seinem Heimatverein, begann er mit dem Fußball. "In der D-Jugend hatte ich das Glück, einen Trainer zu haben, der schon zuvor in der Schweiz beim FC Thun tätig war und eine UEFA-Lizenz hatte. Er hat genau hingeschaut und dafür gesorgt, dass die Talente gefördert wurden", landete Weber so im Stützpunkt in Bruchsal.

Ab der U17 spielte er dann bei Astoria Walldorf und stieg mit der U19 in die zweithöchste Spielklasse auf. Der Sprung in den Seniorenbereich verlief zunächst einmal holprig, denn nach einer dreimonatigen Verletzung ging es erst einmal in die Walldorfer Reserve. Dort wurde er Stammspieler, stieg auch in die Oberliga auf und kam auch zu vereinzelten Regionalligaeinsätzen.

Auch bei der U 23 des Sandhausen war er im ersten Jahr Stammkraft, doch "es gab Probleme im zwischenmenschlichen Bereich", überwarf er sich im Folgejahr mit Trainer Glibo. Auch aufgrund der U23-Regelung kam er nicht mehr regelmäßig zum Zug. Doch auch das positive nahm er aus dieser Zeit mit. "Man konnte von den Profis, die zur 2. Mannschaft abgestellt wurden, einiges lernen. Aber man hat auch gesehen, dass es nur klappt, wenn sich alle 11 Spieler voll reinhängen, sonst kriegt man auch als Zweitligaspieler in der Oberliga Probleme."

Seine Zukunft sieht Weber in Heddesheim. "Es hat sich für mich nie die Frage gestellt, hier zu verlängern. Die Leute sind hier alle sehr engagiert, es fehlt uns an nichts", stimmen für ihn sowohl die Rahmenbedingungen als auch das Mannschaftsklima. "Jeder kann hier dem anderen was sagen und Dinge ehrlich ansprechen. Aufgrund der hohen Qualität in der Mannschaft ziehen sich hier auch alle regelrecht hoch und es herrscht eine positive Stimmung", fehlt ihm derzeit nur der regelmäßige Spielbetrieb.

 

 

Letzte Änderung am Freitag, 03 April 2020

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