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Ein Edeltechniker im Wartestand - Yannick Tewelde bastelt nach seinem Knorpelschaden weiter am Comeback

erstellt am Freitag, 20 März 2020
Yannick Tewelde arbeitet weiter an seinem Comeback. Yannick Tewelde arbeitet weiter an seinem Comeback. Bild: Alfio Marino

sport-kurier. Wenn man in der Verbandsliga Nordbaden auf die Suche nach dem spielstärksten Mittelfeldspieler geht, drängen sich einige Namen auf, die für gehobene Spielkunst stehen.

Einer, den einige Experten ganz weit vorne sehen, ist Yannick Tewelde, der mittlerweile bekanntlich für den VfR Mannheim auf dem Platz steht. Oder besser gesagt für die Rasenspieler auf dem Platz stehen sollte. Da gibt es nämlich nach wie vor ein Problem: Das rechte Knie des 28-Jährigen.

Als Tewelde noch für den FV Fortuna Heddesheim in der Vorsaison am Ball war, zog er sich einen Knorpelschaden zu. 

Mittlerweile sind rund 9 Monate vergangen. Und er schlägt sich nach wie vor tapfer, ist aber noch nicht bei 100 Prozent. Zumindest der Ball war ab und an schon mal wieder mit dabei: "Ein paar Passspiele konnte ich schon wieder machen und eben viele koordinative Dinge. Ansonsten arbeite ich viel im Kraftraum oder in der Physiotherapie."

Schmerzen hat er im Knie mittlerweile keine mehr, allerdings fehlt die nötige Stabilität. Doch der Mittelfeldmann ist zuversichtlich, dass er seiner Mannschaft bald wieder helfen kann, natürlich nur, wenn die aktuelle Coronakrise das auch mal wieder zulässt. "Ob es noch in dieser Saison oder erst in der nächsten wieder weitergeht, weiß ja derzeit leider keiner."

Tewelde gibt jedenfalls weiter Gas. Die Physiotherapie läuft momentan noch weiter, alles andere versucht er so gut es eben geht, in den eigenen vier Wänden zu absolvieren. Und da hängt ab und an natürlich auch mal der Kopf. "Klar gibt es Tage, an denen du zweifelst, ob du überhaupt nochmal so zurückkommen kannst wie vor der Verletzung. Aber es gibt immer wieder auch Tage, an denen du echte Fortschritte machst. Außerdem hilft mir meine Familie in dieser schweren Zeit wirklich sehr."

Was auch für seinen Verein, den VfR Mannheim, gilt. Ihn lobt Tewelde ebenfalls, vieles würde man ihm abnehmen; Ärzte und Physios koordinieren. Man gibt gemeinsam Gas um über kurz oder lang auch mal wieder Tewelde den Spieler zu sehen. Und der kann auch für den VfR Gold wert sein. War Tewelde früher eher auf der Außenbahn unterwegs, agiert er seit rund 3 Jahren eher in der Mittelfeldzentrale. "Von dort aus versuche ich das Spiel zu leiten. Ein Zweikampfmonster bin ich nicht, aber wenn ich den Ball habe, weiß ich, was ich mit ihm machen muss. Ich versuche dann immer meine Mitspieler einzusetzen."

Gelernt hat er all das in der Jugend beim FSV Mainz 05, wo er auch in der U19 Bundesliga gespielt hat. Das war eine Zeit, an die er sich immer wieder gerne zurückerinnert. "Bei einem Bundesligaverein zu sein, ist natürlich schon nochmal eine ganz andere Sache. Ich habe dort viel gelernt", betont er. Genau wie beim FC Homburg wo er es zwischen 2012 und 2014 zu 50 Regionalligaeinsätzen gebracht hat. "Dort hatten wir eine sehr geile Truppe beisammen, die einen tollen Fußball gespielt hat. Mit viel Ballbesitz und technisch orientiert."

Zuletzt war er - wie eingangs bereits erwähnt - in Heddesheim aktiv, wo Tewelde einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat und mit dem Verein auch große Erfolge gefeiert hat. Angesprochen auf sein Vorbild braucht der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann nicht lange zu überlegen. "Ze Roberto", kommt es wie aus der Pistole geschossen. Der Brasilianer, der einst beim FC Bayern München im Rampenlicht stand, ist nämlich ein ähnlicher Typ wie er. "Wir sind beide nicht die Größten", sagt der 1,70 m Mann, "und wir haben beide einen linken Fuß. Er hatte immer Lösungen parat, egal in welcher Spielsituation. Ze hat mich wirklich sehr inspiriert."

Und seine Karriere ging eine halbe Ewigkeit. Der Vize-Weltmeister von 1998 beendete seine Laufbahn erst 2018 mit sage und schreibe 44 Jahren. Demnach hat Tewelde also noch ein paar Jährchen auf dem grünen Rasen vor sich. "Das muss man alles abwarten", lacht der 28-Jährige, "ob ich es so lange schaffe, ist eher fraglich. Aber an so etwas denke ich momentan auch gar nicht. Wichtig ist nur eins: Ich will so schnell wie möglich wieder zurück auf den Platz um meiner Mannschaft helfen zu können."

 

 

 

Letzte Änderung am Freitag, 20 März 2020

Verbandsliga Nordbaden