Freitag, 23. August 2019

Keine Artikel in diesem Warenkorb

Der VfB Gartenstadt ist Meister der Verbandsliga Baden ++ Der sport-kurier im Gespräch mit Meistermacher Dirk Jörns

erstellt am Montag, 13 Mai 2019
Der Meister der Verbandsliga Baden 2018/2019 steht fest - es ist der VfB Gartenstadt. Der Meister der Verbandsliga Baden 2018/2019 steht fest - es ist der VfB Gartenstadt. Bild: Siegfried Lörz

sport-kurier. Im Sommer 2018 machten sich viele Experten so ihre Gedanken.

Sie suchten nach den Topfavoriten auf den Titel in der Verbandsliga Baden. Da drängten sich ein paar auf. Allen voran sicher die Zweitligareserve des SV Sandhausen, der Oberligaabsteiger Astoria Walldorf, Fortuna Heddesheim, VfR Mannheim und auch der 1. FC Bruchsal. Die Gartenstädter wurden von den Fachleuten auch sehr weit vorne gesehen, aber eine solch souveräne Meisterschaft konnte niemand erwarten.

Durch einen 3:0 Auswärtserfolg beim VfB Eppingen hat sich Gartenstadt die Meisterschaft gesichert und das bereits drei Spieltage vor Rundenende. Satte 72 Punkte nach 31 Spielen sind eine echte Ansage. Hinzu kommt eine Mega-Tordifferenz von 71:18. Gerade zuhause war man eine Macht. 13 Siegen stehen 2 Unentschieden gegenüber, verloren wurde auf dem heimischen Rasen gar nicht. Und auswärts? Da führt man das Ranking ebenfalls an. 9 Siege, 4 Unentschieden und 3 Niederlagen. Noch Fragen?

Der Vater des Erfolgs ist ohne Zweifel Dirk Jörns, der auch schon die TSG Weinheim zur Verbandsliga Meisterschaft geführt hatte. Jörns verfolgte den Höhenflug zuletzt sicherlich mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Denn seine Mission in Gartenstadt endet bekanntlich zum Saisonende. Ihn zieht es nur ein paar Kilometer weiter zur Fortuna aus Heddesheim. Doch noch zählt für ihn nur der VfB. Mit ihm hat er in den letzten 3 Spielen auch noch einiges vor.

Der sport-kurier sprach mit dem Meistercoach des VfB Gartenstadt am Tag nach dem verwandelten Titel-Matchball in Eppingen.

Meistermacher Dirk Jörns im Aufstiegs-Shirt nach dem 0:3 Sieg beim VfB Eppingen. Nach der TSG Weinheim führte er zusammen mit David de Vega den nächsten Verein zur Verbandsliga-Meisterschaft. Bild: Lörz

 

Hallo Herr Jörns, Glückwunsch zum Titelgewinn, wurde nach dem Auswärtscoup in Eppingen gleich mal die Nacht zum Tag gemacht?

Natürlich. Die Jungs haben das ausgiebig gefeiert. Sie haben es ordentlich krachen lassen. Was sie sich auch redlich verdient hatten. Ich selbst war nicht bis zum Schluss dabei (lacht).

100- prozentig zufrieden ist man als Trainer eigentlich nie. Trotzdem kann man dieses Mal sicher von einer perfekten Saison sprechen, oder?

Wenn es so ausgeht, war es natürlich eine perfekte Saison. Das muss man einfach so sagen. Andererseits findest du als Trainer immer Punkte, bei denen du ansetzen kannst. Den einen oder anderen Punkt hätten wir sicher noch mehr holen können. Die Experten hatten vor der Runde andere Teams auf der Rechnung. Aber ein krasser Außenseiter waren wir sicher nicht. Auch wir haben eine Mannschaft mit richtig guten Fußballern. Und wenn du dann 3 Spieltage vor Schluss so einen Vorsprung hast, ist das unfassbar. Vor allem bei der Leistungsdichte in der Liga. Die Mannschaft hat unglaubliches geleistet.

Was war letztlich ausschlaggebend für den Titel?

Nun ja, es gab da sicher so ein paar Knackpunkte, aus denen wir noch stärker hervorgegangen sind. Hier drängt sich insbesondere der Kreuzbandriss von Maxi Albrecht auf. Als er sich verletzt hatte, haben wir erst einmal 1,2 Spiele gebraucht, um uns wieder neu zu finden. Auch unser Pokalspiel gegen den Karlsruher SC hat uns weiter nach vorne gebracht. Wir sind da wirklich 90 Minuten marschiert und das trotz des Rückstandes. Die Jungs haben gegen dieses Drittliga Spitzenteam eine sensationelle Leistung gezeigt. Und nach so einem Spiel ist es eben auch nicht leicht, sich wieder in den Ligaalltag einzufinden. Aber genau das haben sie gemacht. Sie sind einfach weiter marschiert. So ein Team zu trainieren ist wirklich einfach. Der Wille und die Leidenschaft sind unglaublich.

Ab wann haben Sie denn zum ersten Mal daran geglaubt, dass es mit dem Titel klappen kann?

Wenn ich ehrlich bin, dann schon in der Vorbereitung auf die Saison im Sommer 2018. Da hatten wir uns ja gerade etwas neu aufgestellt und neue Spieler dazu bekommen. Man merkte schon damals, zu welcher Leistung die Mannschaft fähig ist und wie sie Spiele gewinnen kann. Trotz des Umbaus hat alles sofort super zusammengepasst. Die Harmonie im Team war sehr gut. Es wurde eine verschworene Einheit, die sich bereits im Trainingslager gefunden hatte. Natürlich wusste ich da aber noch nicht, dass wir am Ende Meister werden, aber ich war davon überzeugt, dass wir das Zeug dazu haben. Mittlerweile kann man nun sagen, dass die Mannschaft außergewöhnliches geleistet hat.

Soeben hat Andreas Adamek (Boden liegend) das 0:2 in Eppingen erzielt. Bild: Lörz

 

Sie haben auch schon mit der TSG Weinheim die Meisterschaft in der Verbandsliga geholt. Sind beide Titel miteinander vergleichbar?

Ja, das kann man schon so sagen. Denn wir haben uns jeweils souverän durchgesetzt. In Sachen Stärken haben sich beide Mannschaften aber unterschieden. Aber beide waren für sich hervorragend.

Am Saisonende werden sich die Wege nun trennen. Sie wechseln nach Heddesheim. Gehen Sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge?

Die Mannschaft in Gartenstadt wird mir natürlich fehlen, das ist doch klar. Und auch das Umfeld in Gartenstadt war schon toll. In Raimund Disch hatte ich einen Sportlichen Leiter an meiner Seite, der die charakterstärkste Person ist, die ich im Fußball bislang kennengelernt habe. Andererseits freue ich mich aber auch wirklich sehr auf meine neue Aufgabe in Heddesheim. Es ist beeindruckend, was Rene Gölz und Manfred Jordan dort in den letzten Jahren aufgebaut haben. Ich bin stolz, dass ich diese Arbeit jetzt fortführen darf. Ein paar meiner jetzigen Spieler werden mich ja nach Heddesheim begleiten und ich bin mir sicher, dass wir auch dort eine gute Zeit haben werden.

Eigentlich ist die Saison gelaufen für Ihre Mannschaft. Haben Sie trotzdem noch Ziele?

Natürlich. Wir würden die Runde gerne mit 81 Punkten abschließen. Demnach wollen wir also noch 3 Siege einfahren. Das wird eine Herkulesaufgabe, weil es noch gegen starke Gegner geht. Unser Ziel ist es aber trotzdem.

 

 

 

Letzte Änderung am Montag, 13 Mai 2019

Verbandsliga Nordbaden