Mittwoch, 12. August 2020

Fortuna Heddesheim im Herzschlagfinale eiskalt ++ 1:3 (0:2) Sieg in Lauda ++ Jetzt geht's in die Oberligaaufstiegsspiele

erstellt am Sonntag, 28 Mai 2017
Jubel bei den Kickern der Fortuna. Nach dem 1:3 Sieg beim FV Lauda stand die Vizemeisterschaft und die Quali für die Aufstiegsspiele fest. Jubel bei den Kickern der Fortuna. Nach dem 1:3 Sieg beim FV Lauda stand die Vizemeisterschaft und die Quali für die Aufstiegsspiele fest. Bild: Fortuna

sport-kurier. Der FV Fortuna 1911 Heddesheim hat die Sensation geschafft.

Als Aufsteiger geht es nun als Badischer Vizemeister in die Aufstiegsspiele zur Oberliga Baden-Württemberg. Im Fernduell mit dem VfR Mannheim behielten die Gölz-Schützlinge Nerven wie Drahtseile und siegten hochverdient beim FV Lauda mit 1:3 (0:2) Toren.

Die Treffer für Heddesheim erzielten vor 300 Zuschauern Daniel Gulde (24.), Thorsten Kniehl (29.) und Benni Schäfer (90.). Den Treffer für Lauda markierte Braun (90.+6) in der Nachspielzeit.

Heddesheims Eduard Hartmann (Blau)  im Zweikampf mit Laudas Nikola Ilic (Nr. 17). Bild: Martin Herrmann.

 

"Wir haben uns nicht mit dem Spiel des VfR gegen Zuzenhausen beschäftigt, denn wir mussten in Lauda auf Sieg spielen, um sicher in die Aufstiegsspiele zu gehen. Die Trainer haben die Mannschaft auf den Punkt hervorragend eingestellt und so hatten wir auch schnell ein gutes Gefühl, diese wichtige Partie für uns zu entscheiden. Als Gulde und Kniehl nach einer halben Stunde die 0:2 Führung besorgten, war das auch die Vorentscheidung", so der Sportliche Leiter Manfred Jordan.

Der VfR Mannheim, der seine Partie gegen Zuzenhausen zwingend gewinnen, aber auch gleichzeitig auf ein Remis oder eine Niederlage der Heddesheimer hoffen musste - unterlag im eigenen Stadion mit 2:3 Toren. Aber auch dieses Ergebnis interessierte niemanden aus Heddesheim, denn man hatte aus eigener Kraft das Saison-Finish für sich entschieden.

Lauda Heddesheim7

Siby Boubacar (am Boden) klärt vor seinem Gegenspieler. Bild: Martin Herrmann

 

"Man hat einige Male "gestichelt" gegen uns. Wir schwächeln noch, geben noch Punkte ab, etc. Die Realität sieht anders aus. Heddesheim hat das beste Rückrundenteam der Liga und zeigte die größere Konstanz, und das bei einem stets sehr großen Verletzten-Lazarett. Als es darauf ankam waren wir da, andere nicht", zeigte sich Renè Gölz nach der Vizemeisterschaft "happy".

Der FV Lauda, der sein Spiel gegen die Heddesheimer unbedingt gewinnen musste, ist nach dieser Niederlage abgestiegen. In der nächsten Saison müssen die Kicker aus dem Taubertal wieder in der Landesliga Odenwald an den Start gehen.
"Natürlich tut uns der Abstieg der Laudaer leid. Während wir nach dem Schlusspfiff jubelten, weil es in die Aufstiegsspiele geht, gingen beim Gegner die Köpfe runter. Aber so ist es im Fußball nun mal", sagte Heddesheims Vorstandsvorsitzender Thomas Werkhausen nach der Partie.

Heddesheims Keeper Daniel Tsiflidis der gewohnt sichere Rückhalt. Ganz rechts Richard Wegmann. Links im Bild Damian Pritchett. Bild: Martin Herrmann.

 

Das Spiel ist schnell erzählt. Der FV Lauda mit der ersten Chance durch Nikola Ilic (1.), der aus 14 Metern knapp über das Tor zielte. Heddesheim mit wesentlich mehr Spielanteilen und Großchancen durch Nelson Nsowah (3./16.), der mehrfach die FV-Defensive überlief und frei im Strafraum das Tor knapp verfehlte. Nächste Großchance durch Siby Boubacar (23.), der von Gölz ins rechte Mittelfeld beordert war. Sein Schuss aus 7 Metern Distanz ging ebenfalls am Tor vorbei.

Besser machte es da Daniel Gulde in der 24. Minute. Kapitän Thorsten Kniehl hatte sich auf der linken Außenbahn durchgetankt und mustergültig auf Gulde aufgelegt. Der Torjäger, der verletzungsbedingt monatelang fehlte, bugsierte das Leder zum 0:1 über die Torlinie. Nur wenige Minuten später war es Benni Schäfer, der Thorsten Kniehl mit einem Pass in die Schnittstelle auf die Reise schickte. Kniehl setzte sich trotz Bedrängnis durch und traf ins kurze Toreck zur 0:2 (29.) Führung.

Auch Heddesheims Assistenztrainer Melvin Faust (ganz rechts) und Christian Emig (daneben) haben neben Chefcoach Renè Gölz großen Anteil an der hervorragenden Saison der Fortuna.

 

In der 2. Halbzeit spielten das die Fortunen routiniert herunter, ohne dabei an die Grenzen zu gehen. Lauda gab sich nie auf, aber die Heddesheimer ließen seltenst Gelegenheiten zu. Heddesheims Yannick Wöppel (52.) mit einem Lattentreffer und auch der eingewechselte Sandro Inguanta scheiterte mit einem Freistoß an der Torlatte (87.). Benni Schäfer war es vorbehalten, seine gute Leistung mit dem Treffer zum 0:3 (90.) zu krönen.

Das 1:3 durch Laudas Kapitän Stephan Braun in der Nachspielzeit (90.+6) war nur noch Ergebniskosmetik.

Heddesheims Yannick Wöppel (blau) im Zweikampf. Wöppel spielte nicht nur gegen Lauda, sondern auch gegen seinen Vater, der beim FV Lauda Trainer ist und gegen seinen Bruder Dennis Wöppel. Bild: Martin Herrmann.

 

Heddesheim reist bereits am Mittwoch, den 31.05. zum südbadischen Vizemeister FC Freiburg. Dort ist um 18:30 Uhr Anpfiff. Das Rückspiel findet in Heddesheim am SA. 3.06.17 um 15:00 Uhr statt. Der Gewinner aus diesen beiden Aufstiegsspielen tritt in den entscheidenden Finalspielen gegen den württembergischen Vizemeister TSG Backnang in einem Hin- und Rückspiel an.

"Freiburg hat eine klasse Fußballmannschaft mit einer brutal starken Offensive (über 100 Saisontore), aber für uns ist das jetzt alles "On Top" - und das macht uns noch unberechenbarer", sieht Gölz durchaus realistische Chancen, auch Freiburg ein Bein stellen zu können.

 
FV 1913 Lauda - FV Fortuna 1911 Heddesheim 1:3 (0:2)

Heddesheim: Tsiflidis - Wegmann, Pritchett, Hartmann, Wöppel, Marschlich, Schäfer (90.+1 Bunjaku), Siby (74. Loviso), Nsowah, Gulde (56. Wiley), Kniehl (85. Inguanta).

Tore: 0:1 Daniel Gulde (24.), 0:2 Thorsten Kniehl (29.), 0:3 Benni Schäfer (89.), 1:3 Stephan Braun (90.+6).
Schiedsrichter: Jochen Burkard (Schleerieth)
Zuschauer: 300

Bes. Vorkommnisse: Spielunterbrechung von Schiedsrichter Burkard (5 Minuten), da Laudaer Fans den Assistenten mit Bier bespritzt hatten, nachdem dieser einen Abseitstreffer anzeigte.

Letzte Änderung am Sonntag, 28 Mai 2017

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