Dienstag, 07. April 2020

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Der sport-kurier im Gespräch mit SVW-Sportvorstand Klaus Hafner

erstellt am Donnerstag, 10 November 2016
Waldhofs Sportvorstand Klaus Hafner stellte sich den Fragen des sport-kurier. Waldhofs Sportvorstand Klaus Hafner stellte sich den Fragen des sport-kurier. AS Sportfotos

sport-kurier. Am 24. November lädt der SV Waldhof zur Mitgliederversammlung ein. Unter anderem stehen auch Neuwahlen des Vorstandes an.

Die sportliche Bilanz der letzten drei Jahre kann sich durchaus sehen lassen. In der Saison 2013/14 wurde Kenan Kocak als Cheftrainer verpflichtet und trotz geringem Etat gelang ihm auf Anhieb der 5. Tabellenplatz, im Folgejahr wurde man Tabellendreizehnter. Es wurde eine Mannschaft geformt, die in der Spielzeit 2015/2016 sogar Meister der Regionalliga Südwest wurde und nur aufgrund des Modus mit zwei Aufstiegsspielen nicht eine Klasse höher sprang.
 
Für den sportlichen Bereich verantwortlich zeichnet sich Präsidiumsmitglied Klaus Hafner. Dennoch steht er bei Teilen der Fans in der Kritik.
 
Nachfolgend äußert er sich zu den Fragen des sport-kurier.
 
Hallo Herr Hafner. Bei der bevorstehenden Mitgliederversammlung werden Sie Rechenschaft ablegen über ihre Arbeit. Wie lautet denn ihre Bilanz?
 
HAFNER: Wir haben seinerzeit durch unsere Verpflichtung, den Schuldenberg abzubauen und den Verein zu konsolidieren, mit einem Mini-Etat angefangen und zuletzt vor allem unter der Ära von Trainer Kenan Kocak uns sportlich stetig nach oben entwickelt. Mit viel Auge, Gefühl, Glück und Geschick haben Kenan und ich gemeinsam eine erfolgreiche Mannschaft zusammengestellt. Im abgelaufenen Spieljahr waren wir Meister, mehr geht nicht. Zum Verhängnis wurden uns dann der Modus der Aufstiegsspiele, sonst wären wir heute in der 3. Liga. Aktuell stehen wir auf einem Aufstiegs-Relegationsplatz und im Pokal sind wir seit vielen Jahren wieder einmal im Halbfinale vertreten. Das Saisonziel Pokalsieg ist also noch möglich. Insofern fällt die Bilanz sehr positiv aus.
 

Eines der Themen, welches die Fans bewegt, ist eine angeblich zu nahe Beziehung zu Spielerberater Orhan Lokurlu. Bei den Vertragsgesprächen mit Gerd Dais soll dieser Berater mit am Tisch gesessen haben und eine Rechnung für die Vermittlung gestellt haben.
 
HAFNER: Eine Rechnung haben wir nicht bekommen. Wir hätten auch keine bezahlt. Herr Lokurlu ist nicht der Berater von Gerd Dais. Er hat mitgeholfen, den ersten Kontakt herzustellen, mehr aber auch nicht. Er hatte keinen Einfluss auf die Verpflichtung. Für mich war Gerd Dais derjenige Trainerkandidat, der einen richtigen Plan vorgelegt hatte und meiner Meinung nach sehr gut zu unserem Verein passt. Es wundert mich schon, dass immer nur über Herrn Lokurlu gesprochen wird. Auch von anderen Beratern wie z. B. von der Agentur SNM (Steffen Menze) haben wir mehrere Spieler unter Vertrag. Da ist es üblich, dass man mit den Beratern informative Gespräche führt unter anderem auch über Trainer im Allgemeinen, die nicht in der jeweiligen Agentur unter Vertrag stehen.
 
Aber in der Vergangenheit hat sich der Berater doch eine goldene Nase verdient an den Verträgen für seine Spieler. Oder irren die Kritiker da?
 
HAFNER: Herr Lokurlu hat sowohl in der Saison 2013/14 als auch in der Saison 2014/15 überhaupt keine Provisionen für Spielertransfers verlangt. Insgesamt haben wir auch mit Hilfe von Herrn Lokurlu wesentlich mehr positive als negative Transfers getätigt. Aktuell zu nennen wäre der von ihm betreute Michael Schultz, der in kürzester Zeit zum Stammspieler heranreifte, Phillip Förster der sich die letzten Jahre sehr gut entwickelt hat oder nehmen Sie Michael Fink. Er war ein absoluter Glücksgriff für unseren Verein, mit dem wir auch weiter planen.
 
Es gab aber hier und da auch Flops. Für die Verpflichtung von Ederson Tormena werden Sie verantwortlich gemacht. Er kam kaum zum Einsatz.
 
HAFNER: Richtig ist, dass es ein absoluter Wunschspieler von Kenan Kocak war. Als Kenan noch hier bei uns Trainer war, haben wir dem Spieler bereits ein Vertragsangebot vorgelegt, damit dieser etwas in den Händen hatte. Gekommen ist er erst, nachdem seine Frau entbunden hatte, da war Kenan schon in Sandhausen. Natürlich bin auch ich enttäuscht, dass er aufgrund von Verletzungen und die durch sein verspätetes Eintreffen bedingte, fehlende Vorbereitung - bislang so wenig zum Einsatz kam. Zuletzt hatte er eine Verletzung am Fersensporn.
 
Die Konditionen sollen ein Gehalt von 10.000 Euro monatlich, eine Wohnung und ein Auto sein.
 
HAFNER: Dazu kann ich sagen, dass das Gehalt zwar hoch ist, aber nicht im fünfstelligen Bereich liegt. Eine Wohnung zahlt der Verein dem Spieler nicht und das zur Verfügung gestellte Auto muss er wie jeder Arbeitnehmer versteuern.

Die Mitgliederversammlung des SV Waldhof Mannheim 07 e.V. findet am Donnerstag, 24.11.2016 um 19.07 Uhr im Franziskussaal, Speckweg, 68305 Mannheim statt. AS Sportfotos


Auch die Vertragsverlängerung von Alban Ramaj wurde kritisiert. Wie ist hierzu ihre Meinung?
 
HAFNER: Für mich ist Alban Ramaj eine positive Erscheinung. Er hatte nach seinem ersten Jahr so hohe Forderungen, dass wir von einer Weiterverpflichtung absehen mussten. Die hätten wir und haben wir auch diesmal nicht erfüllt. Dass Ramaj nach diesem Pokalspiel in Götzingen aufgrund seiner roten Karte beim Trainer in Ungnade gefallen ist, war nicht vorauszusehen. Leider hat der Spieler die sportlichen Erwartungen bis dato nicht erfüllen können. Im Übrigen möchte ich an der Stelle doch noch mal festhalten, dass es wohl kaum einen Verein gibt, wenn überhaupt, der es schafft eine 100 Prozent positive Ausbeute bei seinen Neuverpflichtungen zu erreichen. Ich denke, dass wir in den letzten Jahren unseren Job in Bezug auf Neuverpflichtungen sehr ordentlich gemacht haben. Die Ergebnisse der letzten und dieser Saison zeigen dies.
 
Für die U23-Mannschaft soll aber die Berateragentur Lokurlu eine saftige Rechnung gestellt haben?
 
HAFNER: Die Agentur Lokurlu hat keine Rechnung gestellt, das stimmt nicht. Das Engagement eines Bekannten von Herrn Lokurlu war von Anfang an zeitlich befristet, insofern ist die Bezeichnung "saftige Rechnung" in beiderlei Hinsicht relativ. Nachdem wir uns vom Teammanager Fatih Bozkurt vor Saisonbeginn getrennt hatten, mussten wir schnell reagieren. Kurz vor Trainingsbeginn waren gerade einmal sieben Spieler im Kader!
 
Ihnen werden Ambitionen auf den Posten des künftigen Geschäftsführers der Spielbetriebsgesellschaft nachgesagt. Was ist da dran?
 
HAFNER: Mit diesem Thema habe ich mich überhaupt noch nie beschäftigt.

Macht ihnen die Arbeit im Präsidium trotz der Kritik noch Spaß?
 
HAFNER: Ja. Ich arbeite seit Beginn an ehrenamtlich für den Club und das mit einem sehr großen Zeitaufwand. Durch die Ausgliederungsvorbereitungen musste meine Familie mehr als sonst "leiden" und ich muss auch zugeben, dass ich im letzten Jahr kaum Zeit hatte, mich unter anderem auch bei den Spielen der Jugend- und Nachwuchsmannschaften blicken zu lassen.
 
Wie sehen Sie die sportlichen Aussichten in dieser Saison?
 
HAFNER: Die Mannschaft hat das Potential, um oben mitspielen zu können. Die Ausfälle in der Vorrunde insbesondere von Hebisch, Sommer und Burgio um nur einige zu nennen, haben uns ein paar Punkte gekostet. Der leider langzeitverletzte Daniel di Gregorio wird immer noch schmerzlich vermisst. Trotzdem sind wir Tabellenzweiter, also auf einem Platz der zu Aufstiegsspielen berechtigt. Wir haben durchaus Aufstiegschancen und auch wie bereits erwähnt, die Möglichkeit, uns für den DFB-Pokal zu qualifizieren. Sportlich bewegen wir uns somit voll im "grünen Bereich" und der gesetzten Ziele.

Letzte Änderung am Donnerstag, 10 November 2016

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