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Rund um die Niederlage des SVW: "So war das Wort mit "sch" am Anfang und dem Hühnerprodukt in der Mitte, das am häufigsten gebrauchte nach dem Abpfiff."

erstellt am Montag, 30 Mai 2016
Die Vorfreude auf das entscheidende Aufstiegsspiel war in Mannheim riesengroß. Die Vorfreude auf das entscheidende Aufstiegsspiel war in Mannheim riesengroß. Bild: AS Sportfotos

von Sportkurier. Der große Regen kam erst nach dem Spiel.

Bei Wasserballähnlichen Verhältnissen hätte der SVW dank Kommissar Zufall vielleicht eine bessere Chance auf den Aufstieg gehabt, doch so war die Hürde SF Lotte eine Nummer zu groß für die Blauschwarzen.

So war das Wort mit "sch" am Anfang und dem Hühnerprodukt in der Mitte das am häufigsten gebrauchte nach dem Abpfiff. Einige Spieler ließen ihren Tränen freien Lauf. Das große Ziel Aufstieg als i-Tüpfelchen auf die Saison blieb dem SVW verwehrt.

Es herrschte im Stadion ein Andrang wie zu Bundesligazeiten. AS Sportfotos

Dabei war alles angerichtet für ein großes Fest

Schon beim Abschlusstraining waren über 800 Fans zugegen und stimmten die Mannschaft auf den Sonntag ein. Plakate wie "Werdet zu Legenden" zierten das Gelände am Alsenweg. Eine unglaubliche Atmosphäre, richtig prickelnd, sollte der Vorgeschmack für den bevorstehenden Sonntag werden. Schon über drei Stunden vor dem Anpfiff herrschte Ausnahmezustand in Neuostheim. Vor dem Soccer Center heizte DJ Oeli mit bekannten Hits die Fans ein.

Auch im Stadion herrschte schon früh Gänsehautatmosphäre und die Anhänger waren guten Mutes

"Wir schaffen das heute", war sich Jenny Seyfferle sicher und lieferte die Begründung gleich hinterher. "Lotte ist es nicht gewohnt, vor so vielen Zuschauern zu spielen. Die gehen zur Halbzeit mit 1:0 in Führung und am Ende gewinnen dann wir mit 4:1." Auch Andy Haas glaubte an ein 4:0, meinte aber auch: "Ich wäre auch schon mit einem 1:0 zufrieden."

Der Anpfiff rückte näher und ein Einpeitscher stimmte auf dem Platz die Ost-, Süd- und Nordtribüne auf das Spiel ein. Mannheim war im Endspielfieber.  
Dann liefen die Mannschaften ein, begleitet von einer beeindruckenden Choreo. Luftballons stiegen gen Himmel und an den Tribünen hingen die Banner mit den Slogans: "Tore machen, Ausrasten, siegen" und "loslassen, Aufstieg und in die 3. Liga fliegen."

Es herrschte eine Mega-Atmosphäre, der Kessel brodelte

Hätte Sebastian Gärtner schon in der ersten Minute nicht knapp am Kasten vorbeigezielt, wäre der Vulkan ausgebrochen, doch es folgte die Spaßbremse durch den Lotter Doppelschlag in der Mitte der ersten Halbzeit.
In der Pause wurde hinter den Tribünen bereits die Fehleranalyse betrieben. "Zweimal schlecht verteidigt", war die einhellige Meinung und für viele war damit das Match bereits entschieden.

"Wer soll denn jetzt noch die drei Tore schießen? Eher kriegen wir noch eins rein", hatte man sich mit dem Nichtaufstieg bereits abgefunden. Es wurde zappenduster, doch keiner der 22.361 Zuschauer verließ das Stadion, denn die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Schon über vier Minuten vor Lotte erschien die Waldhof-Elf wieder auf dem Platz und rannte fortan vergebens dem Rückstand hinterher. "Ich kann nur sagen: Die Mannschaft hat alles gegeben", brachte es Goalgetter Giuseppe Burgio auf den Punkt. Es sollte halt nicht sein. "Es war trotzdem eine geile Saison", wollte sich Geschäftsstellenleiter Stephan Pfitzenmeier die Saison nicht schlecht reden lassen. Warum auch? Und Ralf Seegert, Papa der Seegert -Zwillinge meinte nur: "Es wäre auch zu schön gewesen."

Waldhof-Coach Kenan Kocak, der selbst sehr enttäuscht über die Niederlage war, tröstete hier noch Marcel Seegert. AS Sportfotos

Leider waren auch einige irrgeleitete Fans im Stadion, auf die man gut verzichten kann

Da war der ältere Herr auf der Haupttribüne, der mit Megaphon immer wieder richtig der Waldhofspieler und der Trainerbank schrie und mit unqualifizierten Äußerungen den Zorn der Besucher auf sich zog. Und da brüstete sich ein sogenannter Fan nach dem Abpfiff damit, dass er es war, der einen Knallkörper in Richtung der eigenen Auswechselspieler warf. Schon zuvor wurden Feuerwerkskörper gezündet und auf den Platz geworfen. Ein großes Glück, dass nichts Schlimmeres passierte.

"Ich habe so etwas noch nie mitgemacht. Ich muss das alles erst mal sacken lassen", meinte SVW-Coach Kenan Kocak auf die Zukunft angesprochen. In ein paar Wochen beginnt die Vorbereitung auf die neue Runde und es sind noch einige Personalfragen zu klären. Philipp Förster wird wohl zu einem Zweitligisten im Osten wechseln. Bei einigen Akteuren wie Daniel Di Gregorio oder den beiden Seegerts hätte sich der Vertrag nur bei Aufstieg automatisch verlängert. In den nächsten Tagen werden hier Entscheidungen fallen. 

Letzte Änderung am Montag, 30 Mai 2016

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