Donnerstag, 26. Mai 2022

Eine mutige Entscheidung - Tim Schork hat beim SV Waldhof eine schwere Aufgabe vor der Brust

erstellt am Mittwoch, 19 Januar 2022
Tim Schork. Tim Schork. Bildrechte: IMAGO

sport-kurier. Das Erbe ist schwer.

Doch es gibt nicht wenige, die es Tim Schork zutrauen. Der 31-Jährige hat beim SV Waldhof Mannheim Jochen Kientz beerbt. Schork Junior, sein Vater Otmar führte einst den SV Sandhausen als Manager in die 2. Liga und scheint jetzt beim Drittliga Spitzenreiter 1. FC Magdeburg die nächste Erfolgsgeschichte zu schreiben, ist bei den Blauschwarzen künftig als Geschäftsführer Sport angestellt.

Zuvor bastelte Schork eher hinter den Kulissen mit. Als Scout unterstützte er Kientz, schaute sich Spieler an und war ihm somit eine große Hilfe. Für viele mag es nun überraschend sein, dass er sofort die Nachfolge von Kientz antritt, doch wer seinen Werdegang schon etwas länger verfolgt, der weiß, dass Schork, der zuletzt noch hauptberuflich für die Sparkasse gearbeitet hat, trotz seines jungen Alters schon ein Fachmann ist. So soll er bereits in jungen Jahren die rechte Hand seines Vaters in Sandhausen gewesen sein. Dabei hat er sich ein eigenes Netzwerk aufgebaut, auf das er jetzt zurückgreifen kann.

Beim Transfer von Adrien Lebeau, der vor der Saison als eher unbekannter Spieler aus Straßburg kam, soll er entscheidend mitgearbeitet haben. Was offenbar eng mit seiner Vergangenheit am Hardtwald verknüpft war: Lebeaus Berater ist Regis Dorn. Ein Franzose, der beim SV Sandhausen sich einst als treffsicherer Stürmer einen Namen gemacht hatte - und nach wie vor gute Kontakte zur Familie Schork haben soll.

Fachlich scheint Tim Schork demnach schon voll auf der Höhe zu sein. Auch seine Ansagen sind klar und strukturiert, wenngleich ihm noch etwas die Selbstsicherheit fehlt, wenn er in der Öffentlichkeit Rede und Antwort steht. Was sich schon bei Magentasport, wo er mehrfach vor der Kamera interviewt worden ist, zeigte. Kientz war in solchen Situationen ein Vollprofi, legte eine gewisse Arroganz an den Tag, mit der er die ein oder andere unangenehme Frage oftmals schon im Keim erstickte. Hier muss Schork noch lernen und sich stetig weiterentwickeln.

Das Vertrauen in die Person Tim Schork scheint aber gerade bei Mäzen Bernd Beetz groß zu sein. Andernfalls hätte man ihm diese Aufgabe nicht zugetraut. Denn die hat es in sich. Die Mannheimer Führungsriege wird nicht müde zu betonen, dass man entweder in dieser oder in der nächsten Saison zurück in die 2. Liga möchte. Da ist vor allem ein großes Geschick bei den Transfers wichtig. Schorks Auftrag ist es, für eine gesunde Mischung auf dem Rasen zu sorgen. Neben talentierten jungen Spielern, von denen der SVW einige im Kader hat, sollen auch weiterhin erfahrene Kicker für eine Aufgabe beim Traditionsverein begeistert werden, die es aber sorgfältig auszuwählen gilt. Denn egal, wie alt sie auch sein mögen, sie müssen sich noch für den Fußball brennen und nicht zum Abkassieren kommen. Bei Marc Schnatterer und Marco Höger hat man hier bereits alles richtig gemacht.

Kurios am Rande: In dieser Saison, in der der SV Waldhof noch gute Chancen auf den Aufstieg hat, liefert sich Tim Schork quasi ein Familienduell mit Vater Otmar, der mit Magdeburg in Siebenmeilenstiefeln in Richtung Meisterschaft rast. Zu verschenken haben beide nichts. Doch mit einen könnten letztlich sicher beide ganz gut leben: Wenn der Waldhof und Magdeburg, beide Vereine verbindet übrigens eine alte Fan Freundschaft, am Ende zusammen aufsteigen würden.

 

 

Letzte Änderung am Mittwoch, 19 Januar 2022

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