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Die nächste Energieleistung - Der SV Waldhof gewinnt das Derby gegen den 1. FC Saarbrücken mit 1:0 (0:0)

erstellt am Sonntag, 31 Oktober 2021
Joseph Boyamba (blau/schwarz) freut sich über seinen Treffer zum 1:0. Joseph Boyamba (blau/schwarz) freut sich über seinen Treffer zum 1:0. Bild: Alfio Marino

sport-kurier. Uwe Koschinat war restlos bedient.

"Das war ein ganz klar verdienter Sieg. Waldhof hat uns demonstriert, wie man ein solches Spiel anzugehen hat", sagte der Trainer des 1. FC Saarbrücken am Samstagnachmittag nach der 0:1 (0:0) Derbypleite seiner Spieler im Carl Benz Stadion. Und seine Worte wurden noch martialischer: "Das war eine bis an die Zähne bewaffnete Truppe."

Leicht sind dem ehemaligen Coach des SV Sandhausen diese Worte bestimmt nicht gefallen, aber sie waren angebracht, denn die Waldhöfer haben trotz extrem schwerer Beine, die nach dem Corona-Chaos und zuletzt 3 Spielen in einer Woche, von denen das Pokalspiel gegen Union Berlin am Mittwoch sogar über 120 Minuten ging, wirklich das Letzte aus sich heraus geholt.

Eigentlich war das Schlimmste zu befürchten, denn niemand wusste so recht, wie man die Strapazen der letzten Woche überstanden hatte. Hinter einigen Akteuren stand auch noch ein Fragezeichen vor dem Spiel. Insbesondere der Einsatz von Kapitän Marcel Seegert, der gegen Union mit Wadenschmerzen ausgewechselt werden musste, war fraglich. Doch ein Seegert scheint keinen Schmerz zu kennen. Er lief auf und mit ihm alle anderen Spieler, die auch gegen Berlin begonnen hatten.

Und von müden Beinen war nichts zu sehen. Im Gegenteil: Der SVW verlangte dem FCS alles ab, war die überlegene Mannschaft. Das Team von Trainer Patrick Glöckner hätte schon vor der Pause in Führung gehen können. Gillian Jurcher (20. + 37.) hatte nach einem Konter jeweils die Chance auf die Führung, allerdings war der Winkel jeweils recht spitz. In der 36. Minute scheiterte zudem Marco Höger mit einem Distanzschuss. Zur Pause wäre die Führung absolut verdient gewesen, denn die Gäste, die von rund 2000 lautstarken Anhängern in Mannheim unterstützt wurden, brachten im Vorwärtsgang nichts zustande. Der Waldhof verlagerte das Spiel geschickt vom eigenen Tor weg.

Im Waldhof-Fanblock brachten die Fans den Unmut über Geschäftsführer Markus Kompp zum Ausdruck. Auslöser war die Freistellung des Sportlichen Leiters Jochen Kientz. Bild: Alfio Marino

Doch das Problem war, dass die Uhr gegen die Jungs vom Alsenweg lief, denn wer solch ein Matchpensum und so viele Trainingsausfälle wegen Corona verkraften muss, der kann einfach nicht 90 Minuten lang Vollgas geben. Zu Beginn der 2. Halbzeit schien sich das Blatt dann auch ein wenig zu wenden. Saarbrücken hatte deutlich mehr Ballbesitz als vor der Pause. In Tornähe kamen sie dennoch nicht. Und dann schlug die große Stunde des SVW doch noch: Dominik Martinovic spielte sich über die rechte Seite bis auf die Grundlinie im Strafraum durch, passte zurück und aus dem Gewühl heraus landete der Ball bei Joseph Boyamba, der ihn kurz und trocken im Tor versenkte.

Da war gerade die 63. Minute angebrochen. Zum Jubeln also noch viel zu früh, denn Saarbrücken hatte noch genügend Zeit zurückzuschlagen. Zwickau war das in der Woche zuvor gelungen, sie konnten noch den Ausgleich erzielen. Saarbrücken, das sich vor der Saison extrem verstärkt hat und insgeheim auch nach dem Aufstieg schielt, schaffte das nicht. Der Waldhof verteidigte aufopferungsvoll und warf sich wirklich in jeden Ball.

Der Lohn für die Mannheimer kann sich sehen lassen. Waldhof, das noch ein Spiel in der Hinterhand hat - die Partie bei 1860 München fiel wegen der Coronalage aus - schob sich auf den 2. Tabellenplatz. Und es gehört mittlerweile nicht mehr viel Phantasie dazu, daran zu glauben, dass sie da auch am Ende der Saison stehen könnten. Die Mannschaft hat sich weiterentwickelt, harmoniert immer besser und lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen.

Coach Glöckner formuliert es so: "Ich muss der Mannschaft und den Fans ein Kompliment aussprechen. Die letzten Wochen waren für uns nicht leicht. Wir mussten vieles überstehen, aber wir sind eine Familie und stehen zusammen."
Nun gilt es, auch auswärts mal ein anderes Gesicht zu zeigen. Die Chance dazu besteht am nächsten Samstag, ab 14 Uhr wenn der SVW beim Freiburger SC 2 gastiert.

SV Waldhof: Bartels - Sommer, Seegert, Rossipal, Donkor - Russo, Höger (85. Wagner) - Costly, Lebeau (7. Martinovic), Schnatterer (59. Ekincier) - Jurcher (59 Boyamba)
Tor: 1:0 Boyamba (63.).
Zuschauer: 10.316.

 

 

 

Letzte Änderung am Sonntag, 31 Oktober 2021