Samstag, 28. Mai 2022

Längst unverzichtbar - Marco Höger ist der Fixpunkt im Mittelfeld des SV Waldhof

erstellt am Dienstag, 05 Oktober 2021
Marco Höger (rechts) ist jetzt schon unverzichtbar für den SVW geworden. Marco Höger (rechts) ist jetzt schon unverzichtbar für den SVW geworden. AS Sportfoto

sport-kurier. Im Zusammenhang mit dem SV Waldhof Mannheim von dem Königstransfer schlechthin zu sprechen, ist schwierig.

Denn wenn man es genau nimmt, dann haben sich die Blauschwarzen in diesem Sommer gleich zwei Spieler geangelt, deren Transfers man den Mannheimern zuvor nicht zugetraut hätte.

Die Rede ist von Marc Schnatterer, der 35 Jahre alt ist, und Marco Höger, der 3 Jahre jünger ist. Schnatterer ist in 13 Jahren beim 1. FC Heidenheim zu einem Kultspieler gereift, kam über die Zweite Liga aber nicht hinaus, wobei es an Angeboten aus der Bundesliga nicht gemangelt haben soll, doch der Freistoßspezialist gilt als besonders treue Seele und verließ seinen Ex-Klub erst, als dieser ihn nicht mehr wollte.

Ähnlich war es auch bei Höger, dem gebürtigen Kölner, der zuletzt für 5 lange Jahre beim dortigen 1. FC spielte. Seine erfolgreichste Zeit hatte er aber davor: Von 2011 bis 2016 stand Höger auf dem Gehaltszettel von Schalke 04, wo er Bundesliga, aber auch Champions League spielte. Zu dieser Zeit ärgerte Höger gar einen der größten Fußballer aller Zeiten: So gewann er am 10. März 2015 beim Auswärtsauftritt bei Real Madrid mit den Knappen 4:3 gegen Cristiano Ronaldo und Co.

Mittlerweile ist die Bühne deutlich kleiner. Höger ist in der 3. Liga angekommen. Ein Schritt, den nicht jeder nachvollziehen konnte und der auch Zweifel aufwarf: Manch ein Fan fragte sich, ob so ein Mann sich nochmals auf das Abenteuer SV Waldhof einlassen könne? Eben ein Spieler, der die größten Stadien gesehen hat und die professionellsten Trainingsbedingungen gewohnt war – und nun täglich am Alsenweg schuften muss. Dort wo vieles noch so aussieht wie in den 90ern, was natürlich seinen ganz eigenen Charme hat und jedem Fußballromantiker ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Doch wer mal ganz oben war, ist einfach anderes gewöhnt.

Mittlerweile lässt sich festhalten: Höger fühlt sich wohl, nimmt man seine Leistungen auf dem Platz, gepaart mit seiner Leidenschaft, mit der er sich in die Zweikämpfe wirft, als Maßstab, kann man jedenfalls zu keinem anderen Schluss kommen.

Marco Höger (links) im Zweikampf mit seinem Kaiserslauterer Gegenspieler. AS Sportfoto

Der Neue ist längst zum Dreh- und Angelpunkt im Waldhöfer Mittelfeld geworden. Er ist zwar nicht mehr der Schnellste, doch einer wie er löst knifflige Situationen mit seinem Auge und einem nahezu perfekten Stellungsspiel. Höger scheint immer zu wissen, wo das Spielgerät als nächstes landet, denn irgendwie steht er immer dort, wo es brennt. Wie ein Magnet zieht er die Bälle an.

In den ersten Partien fehlte ihm noch die nötige Fitness, da er die Vorbereitung nicht beim SVW mitmachen konnte und sich bei der Reserve des 1. FC Köln fit hielt. Als er dann bei hundert Prozent war, konnte und wollte Waldhof Trainer Patrick Glöckner nicht mehr auf ihn verzichten.

Beim 0:0 in Braunschweig wurde er dazu gezwungen. Höger war angeschlagen und trat die Reise gar nicht erst mit an, weil man kein Risiko eingehen wollte. Das Ergebnis war ernüchternd. Ohne Höger fehlte im Mittelfeld die Struktur und der Taktgeber.

Er selbst bereut seine Entscheidung schon alleine wegen den Fans der Mannheimer nicht. Nach seinem ersten Pflichtspieleinsatz im heimischen Carl-Benz-Stadion stand Höger nach dem Schlusspfiff am Zaun und stellte sich den Fragen der Presse. Vor allem die Stimmung im Stadion begeisterte ihn. „Die Fans hier sind einfach super. Ich komme mir nach dieser langen Coronapause wirklich so vor, als würde ich nochmals neu Profi werden“, betonte er.

Seine Mission in Mannheim ist ehrgeizig: Höger will dabei helfen, dass der SV Waldhof den Sprung in die 2. Liga meistert.

 

 

 

Letzte Änderung am Dienstag, 05 Oktober 2021

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