Montag, 12. April 2021

Kein Sieg trotz Aufwärtstrend - SV Waldhof vs. FC Bayern 2 trennen sich 2:2 (2:1)

erstellt am Dienstag, 02 März 2021
Donkor wird zum Treffer zum 1:0 beglückwünscht. Donkor wird zum Treffer zum 1:0 beglückwünscht. Bild: Alfio Marino

sport-kurier. Die Vorgabe war klar:

Nach zuletzt drei Niederlagen in Folge, bei denen der SV Waldhof nicht ein Tor erzielen konnte, wollte man am Montagabend im Flutlichtspiel gegen den FC Bayern 2 endlich mal wieder treffen und nicht verlieren.

Gelungen ist das alles, allerdings dann doch nicht ganz so wie erhofft, denn mit einem Dreier ist es trotz einer ansprechenden Leistung nichts geworden. Am Ende mussten sich die Blauschwarzen mit einem 2:2 (2:1) Unentschieden anfreunden, das letztlich ein gerechtes Resultat war. Dennoch hatten die Waldhöfer den Sieg auf den Schlappen.

Denn im Gegensatz zum offensiv sehr dürftigen Auftritt bei Hansa Rostock, glänzten sie auch mal wieder vor dem gegnerischen Tor. "Wir wollten uns Torchancen herausspielen und Tore erzielen", analysierte Waldhof-Trainer Patrick Glöckner nach der Partie. "Das ist uns auch gelungen, aber normalerweise musst du hier gleich mit 2 oder 3:0 in Führung gehen."

Was er damit meinte, ist sonnenklar: Man ließ zu viele Einschussmöglichkeiten ungenutzt. Die erste Hundertprozentige vergab Dominik Martinovic, der frei vor dem Tor scheiterte (7. Minute). Kurz darauf zeigte Flügelspieler Anton Donkor Stürmer Martinovic wie man Tore schießt. Donkor nahm in der 8. Minute Maß und knallte den Ball aus gut und gerne 25 Metern flach ins Eck. Das machte Mut und brachte Selbstvertrauen. Schade, dass Marcel Costly wenig später nicht die Nerven behielt und zum 2:0 einschoss (12.).

Der Waldhof hatte nun klar das Kommando, doch dann der Schock: Jan-Hendrik Marx, der nach seiner langen Verletzung erstmals wieder in der Startelf stand, foulte seinen Gegenspieler im eigenen Strafraum und den fälligen Elfer verwandelte Bayerns Kapitän Nicolas Feldhahn zum 1:1 (16.). Und so überraschend das Tor fiel, so unberechtigt war es auch. Denn nach 2, 3 Zeitlupeneinblendungen war klar, dass Marx seinen Gegenspieler gar nicht berührt hatte.

Beflügelt durch den Ausgleich hatten nun die Talente von der Isar das Kommando auf dem Platz. Passgenau ließen sie den Ball durch die eigenen Reihen laufen. Der SVW kam meist einen Schritt zu spät und hatte in dieser Phase Glück, dass die Gäste nicht nachlegten.

Dennis Weidner (FC Bayern München II, #44) ist jedes Mittel recht um den zweifachen Torschützen Anton Donkor (SV Waldhof Mannheim, #19) aufzuhalten. Bild: Alfio Marino

Der Befreiungsschlag dann in der 33. Minute. Dennis Jastrzembski schnappte sich die Kugel, ging zur Eckfahne und bediente Donkor mustergültig, der in den Ball in Torjägermanier per Kopf über die Linie beförderte.
Für eine Art Vorentscheidung hätten die Waldhöfer unmittelbar nach dem Wiederanpfiff sorgen können. Nach einer Traumkombination marschierte Donkor auf der linken Flanke durch und passte auf Costly, der aus kurzer Entfernung eigentlich nur noch einschieben musste, den Ball aber übers Tor hob.

Und genau solche Aktionen rächen sich dann häufig. Keine 60 Sekunden später, es war quasi der direkte Gegenangriff, stellten die Münchner auf 2:2. Christopher Scott machte aus rund 8 Metern kurzen Prozess.

Fortan war es ein Spiel mit offenem Visier. Beide Mannschaften drängten auf den Sieg und holten das Letzte aus sich heraus. In der 70. Spielminute kam es dann noch zu einer unschönen Szene, die letztlich für eine siebenminütige Nachspielzeit sorgte. Nach einer Flanke von Jastrzembski krachte Waldhofs Kapitän Marcel Seegert mit Bayerns Torhüter Lukas Schneller in der Luft zusammen. Schneller erwischte Seegert von hinten mit den Knien und rammte ihm die Fäuste ins Gesicht. Seegert blieb minutenlang liegen, versuchte dann wieder aufzustehen, konnte sich aber nicht mehr auf den Beinen halten. Es waren Bilder, die an einen Boxer kurz nach dem Knockout erinnerten.

Für ihn ging es nicht weiter. Ein Krankenwagen brachte ihn mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus. Laut Trainer Glöckner sollte er dort über Nacht zur Beobachtung bleiben. Erinnern konnte sich Seegert an nichts mehr. Unter dem Strich steht eine Partie, in der ein Aufwärtstrend erkennbar war. Das fand auch der zweifache Torschütze Donkor: "Wir haben es besser als zuletzt in Rostock gemacht. Dennoch sind wir natürlich frustriert, dass es nur ein Punkt geworden ist."

Weiter geht es für den SV Waldhof am kommenden Samstag in Magdeburg.

SV Waldhof: Königsmann - Marx, Gohlke, Seegert (75. Verlaat), Donkor - Schuster, Christiansen (75. Saghiri), Costly (84. Gottschling), Jastrzembski (84. Garcia) - Martinovic (66. Roczen), Boyamba.
FC Bayern U23: Schneller - Vita, Arrey Mbi, Feldhahn, Stanisic - Waidner, Stiller, Rhein (67. Singh), Welzmüller - Jastremski (83. Arp), Scott (83. Oberlin).

Tore: 1:0 Donkor (8.), 1:1 Feldhahn (16.), 2:1 Donkor (33.), 2:2 Scott (47.);

Schiedsrichter: Florian Exner (Beelen).

 

 

 

Letzte Änderung am Dienstag, 02 März 2021

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