Sonntag, 11. April 2021

SV Waldhof: Es könnte richtig ungemütlich werden - Der Erfolgsdruck vor dem Heimspiel gegen die kleinen Bayern ist groß

erstellt am Freitag, 26 Februar 2021
Arianit Ferati wird bei den Waldhöfern schmerzlich vermisst. Arianit Ferati wird bei den Waldhöfern schmerzlich vermisst. Bild: Alfio Marino

sport-kurier. Ende Dezember 2020 war die Stimmung beim SV Waldhof Mannheim am Tiefpunkt angekommen.

Unmittelbar zuvor hatte es in den letzten 3 Partien des Jahres 3 heftige Pleiten mit 1:11 Toren gegeben. Gerade im Bereich der organisierten Fanszene war die Unruhe groß. Nicht wenige machten Trainer Patrick Glöckner für den Absturz verantwortlich. Er könne nur offensiv, nicht aber defensiv arbeiten lassen, lautete der Vorwurf.

Doch die Verantwortlichen blieben ruhig. Man verwies auf das große Verletzungspech und den Ausfall dreier ganz wichtiger Stützen. Gemeint waren damals die beiden Sechser Marco Schuster und Max Christiansen. Hinzu kam die Verletzung von Abwehrspieler Jesper Verlaat. Da zu diesem Zeitpunkt bei allen drei Akteuren absehbar war, dass sie im Januar zurückkehren können, setzte man auf den Faktor Zeit.

Mittlerweile ist das Trio zurück, das wohl so gut wie bei jedem anderen Verein in der 3. Liga auch gesetzt wäre. Mit ihnen sollte der Erfolg zurückkommen, mittlerweile lässt sich allerdings festhalten, dass die Realität eine andere ist. Alle drei Spiele im Februar gingen verloren, eingeleitet wurde der Absturz durch die ärgerliche 0:2 Heimschlappe gegen den Erzrivalen 1. FC Kaiserslautern. Wenn man den Februar nüchtern betrachtet, fällt allerdings auf, das nicht etwa die Defensive das Problem war. Alle 4 Gegentore resultierten aus individuellen Fehlern. Gegen Wehen und Rostock war es jeweils ein Einwurf, der die 0:1 Niederlagen einleitete. Ansonsten stand man sicher, ließ nichts zu.

Das Problem liegt mittlerweile vielmehr woanders. Die Offensiv-Power der Blauschwarzen ist vollkommen zum Erliegen gekommen. Nach vorne geht im Gegensatz zu so vielen Auftritten in den ersten Saisonmonaten, als man die Gegner sprichwörtlich an die Wand gespielt hat, nichts mehr. Der Tiefpunkt war in Rostock erreicht. Dort wurde nicht ein Torschuss aufs Hansa Tor abgefeuert.

Was sich viele Fragen ist, wie kann das sein? Das hat wie immer mehrere Gründe. Einer ist aber sicherlich, dass Kreativspieler Arianit Ferati, der über viele Ideen im Spiel nach vorne verfügt, verletzt fehlt. In Rostock sollte Hamza Saghiri in seine Rolle schlüpfen. Gelungen ist ihm das nicht. Er ist eher Abräumer als Gestalter. In der 2. Halbzeit brachte Glöckner Mohamed Gouaida, der im Vorwärtsgang seine Stärken hat, für Saghiri, was sich zumindest ein wenig bezahlt gemacht hat.

Das Gastspiel in Rostock hinterlässt dennoch viele Fragezeichen. Nicht ganz nachvollziehbar war beispielsweise auch, warum Glöckner mit Dominik Martinovic und Dennis Jastrzembski zwei relativ kleine Stürmer vorne reingestellt hatte und die dann fast ausnahmslos mit langen hohen Bällen gefüttert wurden. Rostocks Defensive hatte klar die Lufthoheit und pflückte alles runter.

Das ist nicht das Spiel, mit dem der SVW in der ersten Saisonhälfte viele begeistert hatte. Schnell und direkt - so konnte man diverse Gegner überrumpeln. Mittlerweile scheint es fast so, als hätte man das verlernt. Denn auch im so beeindruckenden Januar, in dem man trotz einer enormen Belastung viele Punkte sammeln konnte, war nicht alles Gold was glänzte. Teilweise hatte man auch das Glück des Tüchtigen.

Gegen die Reserve des FC Bayern gilt es nun am Montag (Anpfiff ist um 19 Uhr) den Schalter umzulegen. Der letztjährige Meister der 3. Liga, ist in dieser Saison allemal verwundbar. Vieles wird für den SVW darauf ankommen, dass er mal selbst wieder vorlegt und das erste Tor erzielt. Gelingt das nicht und es springt am Ende möglicherweise wieder eine Niederlage heraus, dann könnte es richtig ungemütlich am Alsenweg werden.

 

 

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