Freitag, 26. Februar 2021

Zeit für ein Umdenken beim SV Waldhof - So wird die 2. Liga nur schwer zu realisieren sein

erstellt am Montag, 22 Februar 2021
Marco Schuster (blau) im Zweikampf mit seinem Dresdner Gegenspieler. Marco Schuster (blau) im Zweikampf mit seinem Dresdner Gegenspieler. AS Sportfoto

sport-kurier. Das Ziel beim SV Waldhof Mannheim wurde mal ganz klar umrissen.

Unmittelbar nachdem der Aufstieg in die 3. Liga im Sommer 2019 geschafft war, hatte Präsident und Sponsor Bernd Beetz, für den die Blauschwarzen eine Herzensangelegenheit sind, erklärt, dass man spätestens in 5 Jahren die 2. Liga anvisieren möchte.

Mittlerweile sind 2 Jahre vergangen, die zugegebenermaßen allerdings alles andere nur nicht planmäßig verliefen. Die Coronakrise hat auch dem SVW hart zugesetzt. Fest eingeplantes Geld, dass durch Zuschauereinnahmen reingeholt werden sollte, blieb aus.

Wenn man nun dennoch mal bei dem anvisierten Plan bleibt, der auch nur logisch ist, weil in der 2. Liga deutlich mehr Fernsehgeld fließen würde, müsste man also so langsam den Aufstieg ins Visier nehmen. Dazu würde auch eine Truppe gehören, die das Zeug dazu hat, den Aufstieg zu packen. Viele Szenekenner sehen die schon im aktuell zur Verfügung stehenden Kader. Sie sind der Überzeugung, dass diese junge Truppe einfach nur etwas Zeit brauchen würde, um den nächsten Schritt zu gehen.

Hier gibt es jedoch definitiv ein entscheidendes Problem, denn ähnlich wie im Sommer 2020 dürfte es wohl auch im Sommer 2021 zu einem gigantischen Umbruch kommen. Bei einigen Spielern laufen die Verträge sicher aus, bei anderen weiß man nicht so recht, wie lange sie unter Vertrag stehen, weil das bei Spielern, die im letzten Sommer neu dazu kamen, nicht öffentlich gemacht wurde. Es ist jedoch anzunehmen, dass ein Großteil dieser Spieler nur Einjahresverträge unterschrieben haben. Das hat den Vorteil, dass sie einem bei ausbleibenden Leistungen nicht unnötig lange auf der "Tasche liegen". Problematisch ist hingegen, dass sie bei guten Leistungen kaum noch zu halten sind, weil andere Vereine mit besser dotierten Verträgen locken und sich freuen, dass sie nicht einmal eine Ablösesumme zahlen müssen.

Jochen Kientz, der als sportlicher Leiter in Mannheim arbeitet und zuletzt mehrfach bewiesen hat, dass er ein Auge für entwicklungsfähige Spieler hat, sind da gewissermaßen auch die Hände gebunden. Will man also wirklich den Angriff auf die 2. Liga starten und nichts dem Zufall überlassen, sollte es wohl zu einem Umdenken in der Transferstrategie des Fußballclubs vom Alsenweg kommen.

Und wenn man sich die Tabelle der 3. Liga aktuell mal etwas detaillierter anschaut, dann wird einem klar, dass die Saison für den SVW so gut wie gelaufen ist. Nach oben ist der Zug mit 33 Punkten nach 25 Spieltagen abgefahren und auch nach unten dürfte nichts mehr passieren. Es müsste nämlich schon sprichwörtlich mit dem Teufel zugehen, dass die Mannschaft von Trainer Patrick Glöckner noch in den Abstiegsstrudel gerät. Die vom Trainer immer wieder angesprochenen 47 Punkte werden es am Ende nicht sein müssen, dazu ist die Konkurrenz im Keller zu schwach. 40 bis 42 Punkte dürften in der Saison 2020/2021 reichen, um drin zu bleiben.

Vielleicht sehen das die Verantwortlichen bereits genauso. Denn es bleibt offenbar reichlich Zeit für Nebenkriegsschauplätze. So will die Bild-Zeitung recherchiert haben, dass das Verhältnis zwischen sportlichem Leiter Jochen Kientz und Geschäftsführer Markus Kompp schwer beschädigt ist. Selbst eine Trennung von Kientz soll im Raum stehen.

Das ist eben auch der SV Waldhof. Querelen im Umfeld und diese ständige Unruhe begleiten den Verein in der Vergangenheit viel zu oft.

 

 

Letzte Änderung am Montag, 22 Februar 2021

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