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“Wir fahren in den Osten” ++ Vieles ist neu, in Liga 3

erstellt am Mittwoch, 08 Mai 2019
“Wir fahren in den Osten” ++ Vieles ist neu, in Liga 3 Bild: alle AS Sportfotos

sport-kurier. "Wir fahren in den Osten", jubelten die Waldhof-Fans nach dem Aufstieg.

Das gilt auch für die Medienabteilung des SVW. Dino de Lutis, einer der Macher vom livestream des SV Waldhof hat es jüngst verkündet.

"Ich mache auch in der 3. Liga weiter", verspricht er, dass der besondere Service für alle Fans und Anhänger, die nicht selbst im Stadion sein wollen oder können, weiter bestehen bleiben wird. Livebilder vom Spiel gibt es aber in der Saison 2019/20 nicht mehr, denn dafür haben de Lutis und seine Mitstreiter keine Rechte in der 3.Liga.

Es gibt demnach nur eine Übertragung im klassischen Radioformat. Wer es aber doch im Fernsehen miterleben will, der muss ab der 3.Liga zahlen. Magentasport von der Telekom überträgt alle 380 Partien live. Kleiner sportkurier-Tipp für Interessenten: Der Abschluss eines möglichst günstigen Abos ist oft Verhandlungssache. Also geschickter Weise nicht gleich das erste Angebot annehmen. Daneben dürfen in den dritten Programmen der ARD pro Saison parallel 86 Spiele, aber nur solche, die samstags stattfinden, live gezeigt werden. Sicher ist da auch hier und da ein Spiel mit Beteiligung des SV Waldhof dabei. Wer jedoch alle Spiele im Stadion sehen will, der wird zum Asphaltcowboy.

So reizvoll das voraussichtliche Teilnehmerfeld mit vielen Traditionsvereinen wie 1860 München, Preußen Münster, dem Erzrivalen 1.FC Kaiserslautern sowie den Waldhöfer Relegationsgegnern der letzten drei Jahre SV Meppen, KFC Uerdingen und SF Lotte auch sein mag, man wird einigen Aufwand mehr betreiben müssen, wenn man seinen Club vor Ort unterstützen will.

"Wir fahren in den Osten", wie von den Fans besungen, heißt halt auch Nordosten. Hansa Rostock bedeutet über 800 Kilometer Entfernung. Andere Partien wie in Chemnitz oder Zwickau sind mit um die 450 Kilometern auch nicht auf die Schnelle machbar. Im Norden geht es mit etwa der gleichen Distanz zu Eintracht Braunschweig, im Süden zur SpVgg Unterhaching sind es knapp 400 Kilometer. Viktoria Köln fällt da fast schon aus dem Rahmen mit nur etwa 250 Kilometern.

Clubs aus der näheren Umgebung werden immer weniger. Großaspach ist stark abstiegsgefährdet und umgekehrt sind der Karlsruher SC und Wehen Wiesbaden auf dem Weg nach oben in Richtung 2. Bundesliga. Reisekosten werden aber durch das nun in der 3. Liga anstehende Fernsehgeld von etwas über 1 Million Euro abgedeckt.

Mit Urlaub sieht es für Drittligaprofis nicht so rosig aus, denn die Spieler der 3.Liga sind die ersten, die im Sommer in das neue Spieljahr starten. Der Grund sind 38 Spieltage, da das Teilnehmerfeld bei 20 Mannschaft liegt. Mindestens zweimal (Juli und März) wird unter der Woche gespielt. Aufgrund der Sanierung im Carl-Benz-Stadion inklusive des Einbaus einer Rasenheizung ist auch wahrscheinlich, dass der SVW um Spielverlegungen bei Saisonbeginn nicht herumkommt.

Offizieller Saisonstart ist am Wochenende des 20./21.Juli. Die Austragungstermine sind nicht mehr frei wählbar, denn auch Waldhof unterliegt ab sofort dem Diktat des Fernsehens. Sechs der zehn Spiele sind am Samstagmittag um 14 Uhr, je eine Partie wird am Freitag und Montag (19 Uhr) ausgetragen, zwei Spiele sind am Sonntag um 13 bzw. 14 Uhr. Gespielt wird bis zum Wochenende vor Weihnachten und nur vier Wochen später beginnt mit dem 21. Spieltag die Restrückrunde, die am 16.Mai enden wird. An drei Länderspielwochenenden im September, Oktober und November hat auch die 3.Liga spielfrei.

Waldhof muss aber auch noch ab der 3. Runde im Badischen Pokal spielen und hat zumindest eine Partie im DFB-Pokal sicher (im August). 40 Pflichtspiele sind somit garantiert. Am Saisonende könnte wieder eine Relegation auf den SVW zukommen, aber nur dann, wenn der SVW die Runde auf Platz 3 abschließt. Relegation wäre also keine Strafe, sondern zwei Bonusspiele gegen den Drittletzten der 2. Liga. Die Bilanz in der Vergangenheit spricht hier tatsächlich für den Drittligisten.

Meister und Vizemeister steigen direkt auf, vier Mannschaften steigen in die Regionalliga ab. Doch mit Abstieg will Waldhof nichts zu tun haben, denn die letzten vier Jahre haben sicher eines gezeigt: Kein Aufstieg ist so schwer wie der von der Regionalliga in die 3. Liga. Um das sportliche Ziel zu erreichen, braucht es auch einen konkurrenzfähigen Kader, den der Coach bis zum Trainingsauftakt am 17. Juni möglichst komplett beisammen haben will.

Vor allem zentral hat der SVW mit Spielern wie Kevin Conrad, Marcel Seegert, Michael Schultz, Marco Schuster, Timo Kern und Dorian Diring und angefangen mit Torwart Markus Scholz schon eine drittligareife Achse. Für Blutauffrischung und weiter steigenden Konkurrenzkampf in der Abwehr werden, der bis zum Juni hoffentlich wiedergenesene Jan Just oder auch Neuzugang Jan-Hendrik Marx von den Offenbacher Kickers sorgen.

Einen gleichwertigen Ersatz für Marco Meyerhöfer auf der rechten Verteidigerseite zu finden wird für den Sportlichen Leiter Jochen Kientz in dieser Transferperiode eine der größten Herausforderungen werden. Meyerhöfer will die Chance nutzen, sich in der 2. Liga durchzusetzen. Falls es aber nicht klappen sollte, was wir natürlich nicht wünschen, sollte beim Waldhof die Tür für ihn stets offenstehen. In der Offensivabteilung gibt es derzeit viel mehr Fragezeichen.

Nicht nur, dass sich Vertragsverhandlungen mit Gianluca Korte über eine Verlängerung lange hinzogen, auch das unter Vertrag stehende Personal bietet viel Raum für Spekulationen. Wie wird der Fitnesszustand von Jesse Weißenfels oder Mounir Bouziane im Juni sein? Wird Valmir Sulejmani überhaupt beim SVW bleiben oder seinen Vertrag vorzeitig beenden? Zahlreiche Clubs sind ihm auf den Versen, müssen aber auch über das nötige Kleingeld für eine Ablöse verfügen.

Für Waldhof wäre sein Abgang eine Schwächung und es gilt wie bei Meyerhöfer dem sportlichen Leiter bei der Suche nach einem Nachfolger viel Erfolg zu wünschen. In die Kategorie Publikumsliebling gehört neben Sulejmani auch Jannik Sommer.

Nach vier Jahren trennen sich nun jedoch die Wege. Sommer wäre auch zu Gehaltseinbußen bereit gewesen, wie er verlauten ließ. Trares sprach von einer "brutal harten Entscheidung", dass man sich von Sommer trennen werde. Eine der Begründungen für diese Entscheidung war, dass man noch Spieler benötige, die unter die U23-Regelung fallen. Trares selbst habe in seiner Karriere auch nicht gleich, sondern erst später die Entscheidungen seiner Trainer verstanden und hoffe, dass Sommer dies irgendwann auch tut.

Auf den Außenbahnen wird der SVW personell wohl noch manches tun müssen. Aus dem heutigen Kader tummeln sich dort Maurice Deville und Raffael Korte, die aber auch flexibel auf anderen Positionen einsetzbar sind.

Zurück zum sportlichen Ziel. Natürlich ist der Klassenerhalt vordergründig. Gut beraten sind die Vereine, wenn sie fürs erste 45 Punkte plus x anstreben. Wenn es aber gut läuft, dies zeigen Beispiele aus der Vergangenheit, kann auch mehr möglich sein. Auch den Durchmarsch haben Vereine schon bewerkstelligt. Die Meisterschaft wird Trares nicht als Ziel ausrufen, aber eine gute Rolle wolle man schon spielen, so viel ließ er sich entlocken.

 

 

 

Letzte Änderung am Mittwoch, 08 Mai 2019

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