Mittwoch, 27. Januar 2021

Astoria-Präsident Kempf zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs der Regionalliga Südwest inmitten des verlängerten Teil-Lockdowns

erstellt am Sonntag, 29 November 2020
Archivbild: Willi Kempf (ganz rechts im Bild) kritisiert die Entscheidung der Leitung des Spielbetriebs Regionalliga Südwest. Archivbild: Willi Kempf (ganz rechts im Bild) kritisiert die Entscheidung der Leitung des Spielbetriebs Regionalliga Südwest. AS Sportfoto

In der Regionalliga Südwest soll der Spielbetrieb ab dem 12./13. Dezember fortgeführt werden.

Regionalligist FC Astoria Walldorf hatte sich, wie viele andere Vereine der Regionalliga Südwest auch, aufgrund der aktuell hohen Fallzahlen in der Corona-Pandemie dagegen ausgesprochen.

Auf der Homepage des FC Astoria Walldorf zeigt sich Präsident Willi Kempf besorgt und hat ein Schreiben veröffentlicht:

Werte Mitglieder, werte Sponsoren und Freunde, werte Walldorfer,

hier einige Informationen bzw. meine persönliche Meinung zu den neuesten Entscheidungen für die Regionalliga Südwest, die ich Ihnen als Vorsitzender des FC-Astoria Walldorf e.V. nicht vorenthalten möchte.

Sportler möchten ihren Sport treiben, sind begeistert beim Training und Wettkampf. So auch unsere Fußballer. Sie freuen sich, wenn sie wieder Fußball spielen dürfen. Nun hat die Leitung der Regionalliga Südwest festgelegt, dass trotz der Corona Pandemie und der hohen Fallzahlen die Runde in der Regionalliga Südwest ab dem 12./13. Dezember wieder weitergehen soll.

Die vier Landesregierungen, Hessen, Saarland, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg haben hierfür völlig unverständlich grünes Licht für die Weiterführung gegeben. Bisher war Rheinland-Pfalz dagegen, daher wurde im November auch nicht mehr gespielt. Das Land Baden-Württemberg hatte bereits Anfang November für die Amateurvereine in der Regionalliga das Trainieren und Spielen erlaubt, das war bereits eine Ohrfeige für die Personen, die die Pandemie ernstnehmen.

Neun Amateurvereine haben in einer Stellungnahme an den Verband gebeten, den Spielbetrieb solange einzustellen, bis eine merkliche Besserung der täglich gemeldeten Neuansteckungen und der Fallzahlen eintritt. Die Antwort war, dass die Politik die Verantwortung hat und bestimmt, ob gespielt wird oder nicht und dass sich der Verband nach der Politik, in unserem Fall nach den Vorgaben des Kultur- und Sportministerium von Baden-Württemberg richten wird.

Unser Verein hat sich bisher freiwillig an die Vorgaben unserer Kanzlerin und unseres Ministerpräsidenten gehalten und hat seit dem 1. November das Training komplett eingestellt. Dass nun trotz der zusätzlich verschärften Bedingungen und der hohen Ansteckungszahlen von der Landespolitik die Genehmigung verlängert wird, ist für uns unverständlich und verantwortungslos.

Durch die neuen, verschärften Verordnungen dürfen sich max. fünf Personen von zwei Haushalten bzw. an Weihnachten max. zehn Personen von zwei Haushalten treffen, um die Ansteckungsgefahr zu vermindern. Außerdem wurden die Speisegaststätten, Hotels und einige sonstige Einrichtungen geschlossen, um die Verbreitung der Pandemie zu unterbinden. Ich habe hierfür großes Verständnis, fühle mich als Vorsitzender für die Gesundheit unserer Spieler, dem Trainer- und Betreuerteam verantwortlich.

Daher halten wir uns an die Vorgaben und empfehlen es allen Mitbürgern auch diese zu akzeptieren. Nur dass bei den großen verschärften Einschränkungen der Amateurfußball weiter betrieben werden darf, dafür habe ich beim besten Willen kein Verständnis. Die Spieler bei den Amateurvereinen, wie dem unsrigen trainieren nur abends, sind berufstätig, sind Lehrlinge, Studenten oder Schüler. Sie sind somit einer größeren Ansteckungsgefahr ausgesetzt als Spieler von Profimannschaften, die jeden Tag zwei- bis dreimal trainieren und fast nur unter sich sind. Beim FC-Astoria soll nun mit Genehmigung unserer Landespolitik gespielt werden, mit den Auflagen, ohne Zuschauer, einen Schnelltest einen Tag vor dem Spiel durchführen, beim Auswärtsspiel nach Möglichkeit mit dem Privatauto zu fahren.

Die Kosten sollen die Vereine, die schon keine Einnahmen haben, übernehmen. Hier werde ich prüfen lassen, inwieweit das Verursacherprinzip gilt. Gesundheit geht immer vor und ist das höchste Gut für uns Menschen. Dass man nun leichtfertig und verantwortungslos damit umgehen soll, übersteigt meine Vorstellungskraft und den Glauben in die Politik. Ständig müssen wir uns im Fernsehen die Aussagen von hochrangigen Politikern über die Gefährlichkeit der Corona Viren und deren Bekämpfung anhören und dann lassen sie uns im Regen stehen.

Sieht so momentan die deutsche Politik aus? Oder hat sich die Politik soweit von den Mitbürgern entfernt? Nochmals, ich bin für die Verschärfung der Corona Maßnahmen und möchte mich auch daranhalten, wenn man mich lässt. Nur meine große Sorge ist, wie kann ich es unseren Mitmenschen plausibel erklären, dass die Corona Vorschriften nur für sie gelten und nicht für den Amateursport und mich? Bitte haben Sie Verständnis für meine Sorgen um die Gesundheit unserer Sportler und uns Verantwortliche.

Euer besorgter Vorstand,

Willi Kempf

 

Quelle: FC Astoria Walldorf

 

 

Letzte Änderung am Sonntag, 29 November 2020

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