Mittwoch, 27. Oktober 2021

Vorschau und Zwischenfazit / 11. Spieltag Landesliga Rhein-Neckar Saison 2021/2022

erstellt am Donnerstag, 14 Oktober 2021
Spielszene SV 98 Schwetzingen - TSV Kürnbach. Spielszene SV 98 Schwetzingen - TSV Kürnbach. Bild: Lothar Fischer

sport-kurier. Aktuell sind die 5 Erstplatzierten Aufstiegskandidaten.

Den ASC Neuenheim als Fünfter der Tabelle trennen nur 3 Punkte auf Spitzenreiter FC Türkspor Mannheim, die mit erst 8 ausgespielten Begegnungen, eine bzw. zwei Begegnungen weniger ausgetragen haben.


Kurzüberblick Teams aus dem Fußballkreis Mannheim nach 9 Spieltagen:

FC Türkspor Mannheim (1.). Der FC Türkspor Mannheim steht da, wo ihn die meisten vermuteten - auf Platz 1 der Tabelle. Respekt vor der Entwicklung der "Halbmondkicker", die jedoch auch personell sehr stark besetzt sind. Die Trainer Caner Dönmez und Serif Gürsoy können auf Spielermaterial zurückgreifen, die schon höherklassige Erfahrung gesammelt haben. Um nur einige zu nennen: Youel Tesfagaber, Kadir Seker, Mahmut Cosgun, Ayhan Sabah, Noura Izzeddine, Ihsan Erdogan, Ismael Imre, Tolga Karlidag, die alle schon mindestens Verbandsliga spielten. Auf eigenem Platz steht eine blütenweise Weste zu Buche. Vier Spiele, vier Siege, bei 22:4 Toren. Ein beeindruckendes Torverhältnis, was die Abteilung Offensive und Defensive bislang abgeliefert hat. Rahmi Can Bas (7 Tore) und Izzeddine Noura (6 Tore) haben die meisten Treffer erzielt. Die weiteren 17 Treffer verteilen sich auf mehrere Torschützen, was letztendlich auch die Variabilität im Spiel des FCT erkennen lässt. Nach wie vor ist der FCT ungeschlagen und kann das Team diese Form beibehalten, wird es schwer sie von der Ligaspitze zu verdrängen.


VfL Kurpfalz Neckarau (6.). Die Neckarauer stehen auf dem Strich, nicht darunter und nicht darüber. Das Trainer Richard Weber und Feytullah Genc wissen, wie man eine Mannschaft formt, ist bekannt. Zwar hat der VfL Kurpfalz in der jüngsten Vergangenheit auch auf einige junge Spieler gesetzt, aber mit Keeper Chira, Joksimovic, Acikgüloglu, Scalamoto, Abdullahu, Erdem, Gulde, Beyazal u.a. verfügt man über einen erfahrenen Kader, gespickt mit einigen Spielern, die in der Vergangenheit schon höherklassig hervorragende Fußballer waren. Insofern muss es der Anspruch der Neckarauer sein, ganz oben mitzumischen. Nachteil bislang, aber so geht es vielen Clubs - fielen öfters Leistungsträger verletzungsbedingt aus. Auf eigenem Platz haben die Neckarauer noch keinen Punkt abgegeben (4-0-0), in der Auswärtstabelle findet man sich jedoch auf Platz 12 wieder (1-2-2). Ugur Beyazal (5 Tore) und Egzon Abdullahu (4 Tore) zeigten sich am treffsichersten. Mit 17 Punkten auf dem Konto haben die Neckarauer noch alle Chancen im Aufstiegskampf mitzuwirken.


Spvgg. 06 Ketsch (10.). Die Ketscher waren einige Jahre als Fahrstuhlmannschaft zu bezeichnen. Mittlerweile haben sich die 06er in der Liga wieder fest etabliert. Der Saisonstart war überragend, aber mittlerweile setzte es schon einige Niederlagen, die das Team in der Tabelle abrutschen ließen. Neu-Coach Marco Rocca, der von der DJK/Fortuna Edingen-Neckarhausen kam, hat einen ordentlichen Landesligakader beisammen, der diese Saison auch in der Breite nicht schlecht besetzt ist. Die Heimbilanz ist auf jeden Fall verbesserungswürdig, denn drei der fünf Heimspiele gingen verloren. Offensiv zählen die Ketscher zu den besseren Teams der Liga (22 Tore), aber defensiv sind 24 Gegentreffer einige zu viel. Nur zwei Teams haben deutlich weniger Gegentore kassiert, zwei Teams nur einen Gegentreffer mehr. Gelingt es den Ketschern das Spiel gegen den Ball zu verbessern, dann ist eine Platzierung im vorderen Mittelfeld der Liga durchaus machbar.

Spielszene Spvgg. 06 Ketsch - ASV Eppelheim.                                                 Bild: Lothar Fischer


FV 1918 Brühl (12.). Das allumfassende Thema der letzten Jahre ist beim FV Brühl der neue Sportpark, der nächste Saison die neue Heimspielstätte wird. Da wurde hinter den Kulissen sehr viel gewirkt. Viel Geld ist in Brühl für den Spielbetrieb noch nie vorhanden gewesen. Hier wird der Club von einigen wenigen besonders unterstützt. Um einen stellvertretend zu nennen, Frank Hensel, den Abteilungsleiter der Brühler. Man hat sich zudem auf die "Fahne geschrieben", mit der 2. Mannschaft, die Tabellenführer der Kreisklasse A I ist, in die Kreisliga Mannheim aufzusteigen. Das zeigt, in Brühl wird Gemeinschaft gelebt und man macht ein für seine Verhältnisse gutes Vereinsmanagement. Etwas Sorgen bereitete bislang die 1. Mannschaft, die nicht so richtig in die Gänge kam und sich überraschend und kurzzeitig auf einem Abstiegsplatz wiederfand. In 4 Heimspielen konnte der FVB nur 3 Treffer erzielen (3:5) und nur einen Sieg erringen (1-1-2). In der Offensive klemmt es also noch etwas bei der Elf von Trainer Volker Zimmermann. Die letzten beiden Spiele (zwei Siege) geben nun Hoffnung, dass es sich zum Besseren wendet. Zudem haben die Brühler schon gegen etliche Spitzenteams gespielt. Die weitere Punkteausbeute, sofern man sich eine Prognose erlauben darf, dürfte positiver verlaufen als in den ersten 9 Spielen.


SV 98 Schwetzingen (14.). Der ehemalige Ober- und Verbandsligist macht seit einigen Jahren regelrechte Durststrecken durch. Vom ehemaligen Verbandsligaspitzenteam bis zum Abstiegskandidaten der Landesliga - das ist die Entwicklung der 98er. In dieser Spielzeit hatte man sich viel vorgenommen und auch personell, zumindest auf dem Papier, ein vermeintlich stärkeres Team als in den Vorjahren zur Verfügung. Von dieser Erwartungshaltung muss man aktuell eine Wende um 180 Grad vornehmen. Die Schwetzinger befinden sich im nackten Abstiegskampf. Vermeintliche Leistungsträger waren keine, die Mannschaft wirkte Woche für Woche verunsicherter. Nach dem Rücktritt des Sportlichen Leiters Willi Schöneck, trat auch Abteilungsleiter und Trainer in Personalunion, Matthias Mrosek von seinem Amt zurück. Er wurde öffentlich kritisiert und bei seiner letzten Partie als Trainer auch von Zuschauern unter der Gürtellinie beleidigt. Das sind Dinge, die haben im Amateursport nichts verloren. Interimstrainer war beim letzten Auftritt in VfB St. Leon, Lorenz Held. Aber auch der Neckarauer Ex-Torjäger konnte eine weitere Niederlage (2:0) nicht verhindern. Es bleibt zu hoffen, dass der Traditionsverein sich spätestens zur Rückrunde neu aufstellen kann, damit die Landesligazugehörigkeit erhalten bleibt.


TSG Lützelsachsen (15.). Was in Lützelsachsen in den letzten Jahren sportlich erreicht wurde, das ist sensationell. Der Club verfügt nicht über die finanziellen Mittel, wie viele andere Konkurrenten. Da war der grandiose Aufstieg in die Landesliga in der Saison 2018/2019 schon eine richtige Sensation. Die Euphorie des Aufstiegs wurde in die Saison 2019/2020 übertragen auf die neue Liga. Auf Platz 9 stehend wurde die Spielzeit wegen Corona beendet. Man hatte das Gefühl, für die zweite Saison in der Landesliga gut gerüstet zu sein. Aber die Entwicklung war eine andere. 8 Niederlagen bei nur 2 Siegen brachten den Drittletzten Platz, einen Abstiegsrang mit sich. Die Schwankungen des jungen Teams sind noch zu groß und Unerfahrenheit wird in dieser Spielklasse vom Gegner viel konsequenter ausgenutzt als in der Kreisliga. Für Trainer Rick Hutter gilt es jetzt, mit seiner Mannschaft gegen Teams Punkte zu holen, die zur direkten Konkurrenz um die Abstiegsplätze zählen. 35 Gegentreffer, die meisten in der Liga, sollte die TSG zum Anlass nehmen, ob man sich nicht in der Abteilung Defensive verstärken könnte zur Rückrunde. Ansonsten wird es eine Spielzeit werden, die wohl vorerst die letzte in der LL-RN sein wird.


FK Srbija Mannheim (16.). Auch der FK Srbija Mannheim zahlte in dieser Spielzeit bislang ordentlich Lehrgeld. Mit dem neuen Coach Michael Eisenhauer, der Anfang der Saison in einer "Nacht- und Nebelaktion" vom FV Brühl 1918 II zu dem serbischen Team wechselte, gelang bisher nur ein Sieg. Das war am vorletzten Spieltag ausgerechnet gegen die ambitionierten Ziegelhäuser mit 4:1 Toren. Die Woche danach unterlag die Eisenhauer-Elf durch einen Last-Minute Treffer nur knapp bei der SG Horrenberg. Es ist auf jeden Fall eine Aufwärtstendenz beim FK Srbija zu erkennen, der nun jedoch für die letzten Spiele der Hinrunde seine Fortsetzung finden muss. Mit nur 9 erzielten Toren ist der FKS zudem das zweitschwächste Offensivteam der Liga. Anton Markovic, der in den Vorjahren häufiger traf, hat immerhin 4 der 9 Tore erzielt. Dennoch muss man anmerken, dass sich der FK Srbija, gemessen an seinen Möglichkeiten, seit dem Aufstieg in die Landesliga gut verkauft hat. Nicht einmal ein eigenes Gelände hat der Verein, der derzeit auf dem Sportplatz des ASV Feudenheim spielt. Jahrelang spielten die Serben in der Kreisklasse A und konnten sich stets weiterentwickeln. Beim Restprogramm bis zur Winterpause hat man einige Gegner vor der Brust, gegen die man nicht unbedingt als "Underdog" bezeichnet werden kann. Was bleibt ist die Hoffnung.

 

Spielszene FC Türkspor Mannheim - TSG 62/09 Lützelsachsen.                                         Bild: Berno Nix


Vorschau 11. Spieltag / Teams Fußballkreis Mannheim

SA. 16.10.2021 um 15:30 Uhr
SV 98 Schwetzingen (14.) - FC Türkspor Mannheim (1.)
Nach dem großen Chaos beim SV 98 Schwetzingen, einhergehend mit dem Rücktritt des Sportlichen Leiters Willi Schöneck und Trainers Matthias Mrosek, der auch Abteilungsleiter war, hofft man auf ruhigeres Fahrwasser. Dieser Tage wurde Thomas Münch als Sportlicher Leiter verpflichtet, dessen Aufgabe es sein soll, den SV 98 aus dem Tabellenkeller zu führen. Die Heimbilanz ist erschreckend schwach (1-1-4) und ausgerechnet jetzt kommt die Torfabrik der Liga, der Tabellenführer FC Türkspor nach Schwetzingen. Die Favoritenrolle liegt auf der Hand, aber "angeschlagene Boxer" sind oft die gefährlichsten. Die Schwetzinger haben nichts zu verlieren, können frech und unbekümmert auftreten, denn alles andere als ein Sieg des FCT wäre eine Überraschung. Unser Tipp: 0:3.


SO. 17.10.21 um 15:00 Uhr
TSG Lützelsachsen (15.) - SG Heidelberg-Kirchheim (11.)
Die Lützelsachsener stehen unter Erfolgsdruck, wie der drittletzte Platz deutlich vor Augen führt. Hoffen lässt die Heimbilanz (2-0-3) der Bergsträßer, die ihre zwei einzigen Siege auf eigenem Terrain errangen. Der FK Srbija Mannheim und der VfB St. Leon wurden bezwungen. Die Heidelberger, die noch letzte Saison ein Titelkandidat waren, haben insgesamt ein wenig enttäuscht (3-2-4), zumal noch einer der 3 Saisonsiege am "grünen Tisch" errungen wurde, obwohl die Partie gegen die FT Kirchheim verloren ging. 38,8 Prozent aller Treffer gehen bei der SGK auf Lennart Rose (7 Saisontore). Torgarant Marc Haffa netzte diese Saison nur drei Mal ein, davon gelangen ihm am letzten Spieltag jedoch gleich 2 Tore gegen Steinsfurt. Unser Tipp: 2:3.


FV 1918 Brühl (12.) - ASC Neuenheim (5.)
Ein richtiges "Brett" wartet hier auf den FV Brühl, der zuletzt 2 Siege in Folge errang und sich etwas Luft im Abstiegskampf verschafft hat. Die Neuenheimer haben das Spielermaterial und die Qualität, stärkster Konkurrent, neben der FT Kirchheim, für den FC Türkspor Mannheim zu werden. Nach 5 Siegen in Folge musste der ASC am letzten Spieltag trotz 2:0 Führung gegen den VfL Kurpfalz Neckarau am Ende ein 2:2 zur Kenntnis nehmen. Auswärts haben die Neuenheimer drei ihrer fünf Begegnungen gewonnen (3-1-1). Mit 20 Auswärtstreffern hat die Elf von Uli Brecht die zweitstärkste Auswärts-Offensive aufzubieten. Dabei führt Ben-Richard Prommer die Torschützenliste der Liga mit 12 Treffern an. Anders bei den Brühlern, die ein Offensivproblem haben. Nur 15 Tore, vier davon alleine am letzten Spieltag in Ketsch, zeigen wo der Schuh drückt. Auf eigenem Platz reichte es bislang nur zu drei Saisontreffern. Dafür steht die Defensive stark. Nur 5 Gegentreffer auf heimischem Geläuf sind ein Spitzenwert. Starke Offensive gegen stabile Defensive. Wer macht das Rennen? Unser Tipp: 1:1.


VfL Kurpfalz Neckarau (6.) - TSV Kürnbach (13.)
Die Kürnbacher waren sehr schwach in diese Saison gekommen und standen schnell am Tabellenende. Mittlerweile hat sich das geändert, die Fieberkurve ging nach oben. Auch wenn das letzte Heimspiel des TSV mit 2:3 gegen den ASV Eppelheim verloren ging, so ist der Landesligist aus dem Fußballkreis Sinsheim keineswegs zu unterschätzen. Auswärts gelang den Kürnbachern nur ein Sieg, das war gegen die kriselnden Schwetzinger. Auf der anderen Seite der VfL Kurpfalz, der zu Hause jeden Gegner bezwungen hat (4-0-0/13:4). Schon allein deshalb geht die Genc/Weber-Elf als klarer Favorit in dieses Spiel. `Input` dürfte auch das Spiel in Neuenheim gebracht haben, als der VfL nach einem 2:0 Rückstand noch beim "Team der Stunde" ein 2:2 erspielte. Unser Tipp: 3:0.


SO. 17.10.21 um 16:00 Uhr
FK Srbija Mannheim (16.) - Spvgg. 06 Ketsch (10.)
Die Fieberkurve der Ketscher ging ab dem 6. Spieltag nach unten. Mittlerweile ist die Spvgg. in der Tabelle auf Platz 11 abgerutscht und drei Niederlagen in Folge vermitteln nicht gerade zusätzliches Selbstvertrauen. Der FK Srbija hingegen, zeigte zumindest in den letzten Begegnungen eine deutliche Steigerung. Ob dies nur eine Momentaufnahme sein wird oder ob die Eisenhauer-Elf so langsam Tritt fasst, wird auch dieses Spiel zeigen. Ketsch hat auswärts schon unter Beweis gestellt, gewinnen zu können (2-0-2). Srbija hat seinen einzigen Heimsieg vor 2 Wochen gegen Ziegelhausen geholt (1-1-2). Unser Tipp: 2:2.


Die weiteren Spiele:

SA. 16.10./16:00 Uhr
FC Bammental (7.) - SHG Horrenberg (4.) (Tipp: 1:2)

SO. 17.10.21/15:00 Uhr
FT Kirchheim (3.) - DJK Ziegelhausen-Peterstal (2.) (Tipp: 2:0)
ASV Eppelheim (8.) - VfB St. Leon (9.) (Tipp: 1:0)

Spielfrei: TSV Steinsfurt


Tabelle nach dem 10. Spieltag:

 

 

Letzte Änderung am Donnerstag, 14 Oktober 2021

Landesliga Rhein-Neckar