Sonntag, 29. November 2020

"Gerade jetzt waren wir gut dabei" ++ Giuliano Tondo von der Spvgg 06 Ketsch bedauert die Spielpause

erstellt am Freitag, 20 November 2020
Giuliano Tondo (Spvgg. 06 Ketsch). Giuliano Tondo (Spvgg. 06 Ketsch). Bild: Lothar Fischer

sport-kurier. Mit jeweils drei Siegen, drei Remis und drei Niederlagen hat der Landesligist Spvgg 06 Ketsch eine völlig ausgeglichene Bilanz nach neun Spielen.

Die somit erzielten zwölf Punkte bedeuten tabellarisch, dass man im unteren Mittelfeld und somit vor den Abstiegsplätzen rangiert.

Trainer Giuliano Tondo, im Sommer von der Reserve des VfR Mannheim nach Ketsch gewechselt, sah sein Team jedoch im Aufwind. "Gerade jetzt waren wir gut dabei", verweist er auf die positiven Ergebnisse der letzten fünf Wochen, in der sich sein Team gefestigt habe. Aber auch nach den torreichen Niederlagen gegen Neckarau und Brühl mit je sechs Gegentreffern in der frühen Phase der Saison machte sich Tondo keine größeren Sorgen. "Das waren fast alles Gegentore aus Standardsituationen", sah er schnell, wo er den Hebel ansetzen musste.

Es war aber auch ein Lernprozess, denn Tondo, dem ein Gerüst an Spielern aus der Vorsaison zur Verfügung stand, füllte den Kader mit Spielern auf, "die alle aus unteren Klassen zu uns kamen. Generell haben wir schon darauf geachtet, dass sie Bock darauf hatten, für die Spvgg zu spielen. Wir haben uns jetzt in der Breite besser aufgestellt und können auch Ausfälle kompensieren. Praktisch jeder im Kader hat auch schon seine Spielzeit bekommen."

Wie man Mannschaften erfolgreich formt, hat Tondo in der Vergangenheit schon mehrfach bewiesen. Nach rund 15 Trainerjahren bezeichnet sich der erst 33-jährige schmunzelnd als "alter Hase" im Trainergeschäft. Schon vier Aufstiege kann er vorweisen, "zweimal mit Bensheim, und je einmal mit der SG Hemsbach und dem VfR Mannheim 2". Jetzt also Ketsch.

"Eine kleine Unsicherheit war da, als ich mich für die Spvgg entschieden habe, denn nach dem ersten Lockdown stand das Team ja auf einem Abstiegsplatz", wusste er bei seiner Zusage noch nicht, in welcher Liga er die Ketscher übernehmen würde. Die zweite Chance hat er mit der Spvgg genutzt. Zuletzt ließ das Team mit einem Sieg über den FC Bammental aufhorchen und auch der hoch gehandelte ASC Neuenheim gab gegen die Ketscher Punkte ab.

Dass es in der Liga viele kuriose Ergebnisse gibt, kann Tondo gut nachvollziehen. "Das ist alles auch coronabedingt. Der ASC Neuenheim musste schon mit der ganzen Mannschaft in Quarantäne. Auch bei uns fehlten schon Spieler im Training, weil sie vorsorglich in häuslicher Quarantäne waren", verweist er darauf, dass kaum eine Mannschaft einen geregelten Trainingsbetrieb hat. Wie es nach der Pause in der Liga weitergehen wird, kann er natürlich nicht voraussagen. "Wir sollten die Vorrunde zu Ende spielen und dann vielleicht zwei Gruppen bilden. Eine spielt die Aufstiegsplätze aus, die andere Gruppe die Abstiegsplätze." Wenn es so kommen sollte, will Tondo mit seiner Spvgg möglichst in der oberen Hälfte dabei sein.

Tondo, der als Leiter der Scoutingabteilung der Spielerberaterfirma Rogon auch beruflich nur mit dem runden Spielgerät zu tun hat, kann man im positiven Sinne als Fußballverrückten bezeichnen. "Wenn das Sportverbot wieder aufgehoben ist, wollen wir möglichst gleich am ersten Tag wieder auf dem Platz stehen", kündigte er schon einmal an.

 

 

Letzte Änderung am Freitag, 20 November 2020

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