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Ein Abschied, der schmerzt - Sören Ruder von der SpVgg Ketsch beendet seine Laufbahn

erstellt am Freitag, 29 Mai 2020
Sören Ruder (blau) schirmt den Ball vor dem Eppinger Rudenko ab. Szene aus dem BfV-Pokalspiel Ketsch - Eppingen. Sören Ruder (blau) schirmt den Ball vor dem Eppinger Rudenko ab. Szene aus dem BfV-Pokalspiel Ketsch - Eppingen. Bild: Lothar Fischer

sport-kurier. Wer sich auf der regionalen Fußball-Ebene ein wenig auskennt und sie regelmäßig verfolgt, der wird in den letzten Jahren auch häufiger mal den Namen Sören Ruder gelesen haben.

Der Mittelfeldmann gehörte beim SV 98 Schwetzingen quasi zum Inventar. Zehn Jahre war der mittlerweile 31-Jährige dort am Ball, ehe es ihn zur Saison 2018/2019 zur SpVgg Ketsch gezogen hat.

Künftig wird man seinen Namen nun nicht mehr lesen - zumindest nicht, wenn es um den Fußball geht. Ruder beendet seine Laufbahn aus beruflichen und familiären Gründen: "Ich arbeite bei der SAP als IT-Architekt und bin deshalb häufig unterwegs. Zudem bin ich verheiratet und habe mittlerweile einen 4-jährigen Sohn. Es war schon in den letzten Jahren ein Kraftakt, das alles unter einen Hut zu bekommen", betont Ruder, dem dieser Schritt nicht leicht fällt: "Ich spiele seit meinem vierten Lebensjahr Fußball, da wird mir jetzt natürlich etwas fehlen."

Erfolgreich gespielt hat er noch dazu. Mit dem SVS, bei dem er auch als Kapitän vorangegangen ist, trat er unter auch in der Relegation zur Oberliga an. "Das war eine tolle Zeit, zu der ich auch selbst eine sehr gute Form hatte", berichtet der aus Hockenheim stammende Noch-Fußballer.

Bitter ist natürlich, dass nun alles durch diese Krise so abrupt endete. Trainiert wird in Ketsch nicht mehr. "Da es bei uns ja jetzt bekanntlich auch einen Trainerwechsel geben wird, ist das eine etwas andere Situation. Außerdem ist sich im Verein jeder darüber einig gewesen, dass es unter diesen ganzen Bedingungen schwer wäre, ein geregeltes Training durchzuführen."

 

Bei den Schwetzingern war Sören Ruder (blau) viele Jahre eine Bank. Bild: Lothar Fischer

Vermissen wird er auch die Zeit in Ketsch. Denn die letzten beiden Jahre haben ihm viel Freude bereitet. "Ketsch ist ein sehr familiär geführter Verein, für mich war es wirklich ein gelungener Abschluss", sagt Ruder. Sportlich hätte er zum Abschluss lieber noch etwas mehr erreicht. Die SpVgg liegt derzeit auf dem 14. Platz. "Vom Potential her, wäre eigentlich mehr drin gewesen", erklärt Ruder, "unser Problem war aber eben auch, dass wir wirklich sehr viele verletzte Spieler hatten. Wir mussten oft mit dem letzten Aufgebot antreten. Ich denke, dass unser aktueller Tabellenplatz nicht unser Leistungsvermögen widerspiegelt."

Daran, dass Ketsch in die Landesliga gehört, besteht für ihn aber kein Zweifel. "Die Landesliga ist schon eine höhere Liga und man muss einfach sagen, dass es die SpVgg immer wieder schafft, dort mitzumischen und das ohne wirklich viel Geld in die Hand zu nehmen. Es stehen immer einige Spieler aus Ketsch selbst im Kader. Vieles läuft über den Zusammenhalt."

Ein Highlight seien für ihn auch immer die Derbys gegen Eppelheim und Brühl gewesen.

 

 

 

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