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"Wir wissen, dass es nicht geht" - Friedrichsfelds Trainer Matthias Dehoust im Interview

erstellt am Dienstag, 30 März 2021
Matthias Dehoust glaubt auch nicht mehr an eine Fortsetzung der Saison. Matthias Dehoust glaubt auch nicht mehr an eine Fortsetzung der Saison. Bild: Berno Nix

sport-kurier. Noch ist nicht klar, ob in der Mannheimer Fußball Kreisliga in dieser Saison nochmals gespielt wird.

Doch mittlerweile glauben nur noch die Wenigsten an eine Fortsetzung. Matthias Dehoust, der beim FC Germania Friedrichsfeld als Trainer arbeitet und derzeit auf dem 16. Tabellenplatz steht, hat die Hoffnung bereits so gut wie aufgegeben. Wir sprachen mit ihm.

Hallo Herr Dehoust, wie sehr glauben Sie noch an die Wiederaufnahme des Spielbetriebs?

DEHOUST: Jeder, der Zahlen lesen kann, kann sich da selbst leicht ein Bild machen. Man weiß ja auch ungefähr, wie lange man brauchen würde, um allein die Vorrunde noch durchzubekommen. Im Hinterkopf muss man dabei auch immer haben, dass ja immer wieder etwas passieren kann. Spieler können sich mit Corona infizieren, was dann wieder zu einer Quarantäne führen würde. Ich kann es mir deshalb leider nicht vorstellen, dass es nochmals weitergehen wird. Problematisch sind ja auch die unterschiedlichen Bestimmungen. Wir gehören zum Kreis Mannheim und durften bislang nicht trainieren. In Ilvesheim, das nur ein paar Kilometer von uns entfernt liegt, ging das hingegen. Das sind ganz andere Voraussetzungen und ob man sich das unter denen antun sollte?

Aber würden Sie gerne weitermachen?

DEHOUST: Unsere Spieler wollen unbedingt spielen. Für sie ist die aktuelle Situation recht ernüchternd. In unserer Gruppe werden jeden Morgen die neuen Zahlen aus Mannheim hin und her geschickt. Dazu gibt es dann immer einen Daumen nach unten, weil sie eben ständig weiter steigen. Wir als Verein wissen aber eigentlich, dass es nicht geht. Wir haben nur einen Platz, auf dem wir trainieren könnten. Auf ihm würde dann aber auch unsere Jugend trainieren, für die es wichtig ist, dass sie sich bewegen.

Sprich, mit Ihrer Mannschaft haben Sie auch kürzlich nicht trainiert, als es wieder unter Auflagen erlaubt wurde.

DEHOUST: Nein. Unsere Anlage ist offiziell geschlossen. Wir haben auch nicht die Möglichkeiten, das Training über irgendwelche Apps zu steuern. Wir verlassen uns auf die Eigeninitiative unserer Spieler. Von einigen weiß ich, dass sie sich fit halten. Bei anderen bin ich mir nicht so sicher. Klar erscheint mir jedenfalls, dass 3 Wochen Vorbereitung nicht reichen würden, um jeden einzelnen wieder auf ein gewisses Level zu bringen. Aber wie gesagt, ich glaube ohnehin nicht mehr an eine Fortsetzung. Da wird einerseits wieder ein harter Lockdown ins Spiel gebracht und gleichzeitig sollen wir wieder spielen. Und wir müssen auch sehen, über was wir hier reden. Nämlich über die Kreisliga …

Ihre Mannschaft steht als Drittletzter weit unten in der Tabelle. Wie bewerten Sie denn die Saison bis zum Abbruch?

DEHOUST: Das 1. Spiel haben wir mit 4:2 gegen den VfR Mannheim 2 gewonnen. Da war ich noch in Urlaub. Es muss richtig gut von uns gewesen sein. Danach haben wir dann im Schnitt 7, 8 Gegentore bekommen. Da habe ich mich gefragt, wo denn eigentlich die Art und Weise hin ist, mit der wir zuvor Fußball gespielt hatten. Zum Schluss hatten wir uns dann wieder einigermaßen gefangen. Jetzt wären eigentlich die Spiele gegen die direkten Konkurrenten gekommen und die hätten wir aus meiner Sicht auch positiv für uns gestalten können. Aus den Leistungen, die wir teilweise gezeigt haben, sollten wir unsere Lehren ziehen. Es kann nicht sein, dass wir als Kanonenfutter herhalten müssen. Das Problem war aber nicht die Abwehr, sondern es war ein Gesamtversagen aller Mannschaftsteile.

Laufen im Hintergrund bereits die Planungen für die neue Saison?

DEHOUST: Ja, wenn diese Situation irgendetwas Positives hatte, dann dass wir so früh wie noch nie unsere Gespräche mit unseren Spielern führen konnten. Wir haben mit allen gesprochen. Nur zwei Spieler haben sich etwas Bedenkzeit erbeten, weil sie beruflich und wegen Nachwuchs möglicherweise kürzer treten müssen. Wir werden aber so zusammen bleiben. Zudem wollen wir schauen, dass wir uns auf 1, 2 Positionen noch verstärken können.

 

 

Letzte Änderung am Dienstag, 30 März 2021