Sonntag, 23. Januar 2022

Die Lage in der Kreisliga Mannheim

erstellt am Mittwoch, 06 Januar 2021
Viernheims Matteo Monetta beim Kopfball. Die Südhessen haben noch gute Aufstiegschancen. Viernheims Matteo Monetta beim Kopfball. Die Südhessen haben noch gute Aufstiegschancen. Bild: Berno Nix

sport-kurier. Wie für alle Ligen, gilt auch für die Kreisliga Mannheim der weitere Stopp der Saison wegen der Corona-Pandemie.

Aufgrund der zu hohen Inzidenzzahlen ist die seit Anfang November 2020 unterbrochene Spielzeit weiterhin auf unbestimmte Zeit auf Eis gelegt. Wann es wieder weiter geht, ist derzeit nicht abzuschätzen. Klar ist, die Saison kann auf keinen Fall im geplanten Spielmodus beendet werden.

Am wahrscheinlichsten könnte eine Wertung nach Absolvierung aller Hinrundenspiele sein. Auch eine Auf- Abstiegsrunde nach Beendigung der Hinrunde ist für den Verband denkbar, das wird jedoch nicht funktionieren, wenn nicht spätestens Anfang März das runde Leder, ohne weitere Unterbrechung im Liga-Spielbetrieb rollt, was aktuell nicht wirklich vorstellbar ist. Denn zu berücksichtigen ist für die Fußballer ab Freigabe auch eine mehrwöchige Vorbereitungszeit.

Eine Wertung der Saison 2020/2021 kann nur dann erfolgen, wenn "mindestens" die Hälfte aller Spieler absolviert wurden, sprich; zumindest die Hinrundenspiele müssen gespielt sein.

 

Die Mannschaft der Stunde war bei der Unterbrechung der Spielzeit der Tabellenzweite RW Rheinau mit 5 Siegen aus 5 Spielen. Rechts Trainer Peter Brandenburger, links Abteilungsleiter Jens Batzler. Bild: Berno Nix  


Und so sieht die Lage in der Kreisliga Mannheim aus.

Statistik:

Es fielen an 8 Spieltagen, in 63 Begegnungen (1 Nachholspiel steht aus), insgesamt 314 Tore. Das ist jede Menge und so kommen auch pro Spiel 4,98 Tore in der Statistik zusammen. Die meisten Treffer erzielte Berkan Demiröz (15) vom FC Türkspor Hochstätt, gefolgt von Kajally Njie (9) von der SG Hemsbach und Lars Leonhardt (9) vom TSV Neckarau.

Die meisten Saisonsiege errangen der SV Enosis Mannheim und der SC Rot-Weiß Rheinau (beide 6). Heimstärkstes Team war bislang die SpVgg. Wallstadt und der TSV Amicitia Viernheim (beide 10 Punkte). Auswärts hat RW Rheinau eine blütenweise Weste (4 Spiele, 4 Siege).

Die treffsicherste Offensive hat die SpVgg. Wallstadt mit 26 Toren zu bieten. Überraschenderweise hat der Tabellenzwölfte VfR Mannheim mit 24 erzielten Treffern, den zweitbesten Wert, was auf 2 Kantersiege zurückzuführen ist.
RW Rheinau hat mit nur 5 Gegentreffern die stärkste Defensivwerte, gefolgt vom SV Enosis Mannheim, der 8 Gegentreffer kassierte.

Im Power-Ranking (letzte 5 Spiele) haben die Rheinauer die Nase vorne. Mit Trainer Peter Brandenburger gelangen 5 Siege in Folge. Fairste Mannschaft der Liga ist der MFC 08 Lindenhof, mit einem hervorragenden Quotienten von 1,12.

Im Kampf um die ersten beiden Plätze mischen neben dem Spitzenreiter SV Enosis Mannheim und dem punktgleichen SC Rot Weiß Rheinau (beide 19 Zähler), noch der FV 03 Ladenburg (16 Punkte), der TSV Amicitia Viernheim und die SpVgg. 03 Ilvesheim (beide 15 Punkte) mit. Die SpVgg. Wallstadt (14 Punkte) kann bei einer Serie noch Druck auf die Führenden ausüben.

Das Mittelfeld führen der FC Hochstätt Türkspor (13 Punkte) und der TSV Neckarau (12 Punkte) an. Dahinter beginnt schon die kritische Zone mit dem KSC Schwetzingen, MFC 08 Lindenhof und SC Reilingen (alle 10 Punkte).

 

Keine Mannschaft hat mehr Gegentore kassiert (30), als die Germania aus Friedrichsfeld. Auf Trainer Matthias Dehoust (Foto) wartet eine schwere Aufgabe nach Wiederaufnahme des Spielbetriebs. Foto: Berno Nix 

Akut abstiegsbedroht sind derzeit der VfR Mannheim II und die SG Hemsbach (beide 9 Punkte), TSG Eintracht Plankstadt (8 Punkte) und der FV Leutershausen (7 Punkte), der nur aufgrund des Torverhältnisses nicht auf einem direkten Abstiegsplatz steht.

Den beanspruchen derzeit der FC Germania Friedrichsfeld (7 Punkte/16. Platz), VfB Gartenstadt (3 Punkte/17. Platz) und FV 08 Hockenheim (1 Punkt/18. Platz) für sich.

Die Hockenheimer tauchen als Tabellenletzter in mehreren Negativstatistiken auf. So sind die Rennstädter heimschwächstes Team (0-0-4), haben die schwächste Offensive (7 Treffer), zweitschwächste Defensive (25 Gegentreffer) und auch im Powerranking belegen die 08er den letzten Platz.

Beim VfB Gartenstadt II sieht es nicht viel besser aus. Keinen Sieg errungen und mit 5 erzielten Treffern in der Offensive Schlusslicht der Liga.

Beide Teams werden es im restlichen Verlauf der Saison sehr schwer haben, sich von den Abstiegsplätzen zu lösen.

Kurzanalyse:

SV Enosis Mannheim (1.)
Das Team von Trainer Cem Islamoglu hat mit seinem Team positiv überrascht und es ist den Griechen zuzutrauen, weiterhin um die ersten Plätze mitzumischen.

RW Rheinau (2.)
Die Rheinauer waren vor der Saison schon der Topfavorit. 5 Siege in Folge und ein breiter, qualitativ gut besetzter Kader machen die Rotweißen nach wie vor zum Favoriten auf den Direktaufstieg.

FV 03 Ladenburg (3.)
Die FV startete sensationell in die Saison, mussten aber im weiteren Verlauf auch etwas Lehrgeld zahlen. Die Konstanz, Woche für Woche Topleistungen abrufen zu können, dafür scheint die Elf von Trainer Jörg Höpfner noch nicht reif genug.

TSV Amicitia Viernheim (4.)
Norbert Muris hat ein schlagkräftiges Team zusammen, aus den letzten 5 Spielen holten die Südhessen jedoch nur 8 Punkte, sodass sich der Rückstand auf die Spitzengruppe vergrößerte. Da ist noch mehr drin bei den Viernheimern.

SpVgg. 03 Ilvesheim (5.)
Die Insulaner spielen eine richtig gute Saison. Nur eine Niederlage (4-3-1) liest sich respektabel. Ob es für den großen Wurf reicht ist angesichts nur 4 Punkten Rückstand auf den Spitzenreiter zwar nicht ausgeschlossen, käme aber auch einer kleinen Sensation gleich.

 

Marco Annese führte Aufsteiger Ilvesheim ins obere Tabellendrittel der Liga. Bild: Berno Nix.

SpVgg. Wallstadt (6.)
Licht und Schatten bei der Wagner-Elf. Da fehlte die Konstanz in den bisherigen Begegnungen. Enttäuscht haben die Wallstädter nicht, aber um ganz vorne reinzustechen, bedarf es eines Top-Rest-Hinrundenstart.

FC Türkspor Hochstätt (7.)
Torjäger Berkan Demiröz hat 15 der 23 Saisontreffer erzielt. Daran ist festzustellen, dass das Spiel der Halbmondkicker zu sehr auf einen Akteur ausgerichtet ist. Um den Abstieg wird der FCT nicht spielen, aber für weiter vorne wird es auch nicht reichen.

TSV Neckarau (8.)
Mit einem Spiel weniger ausgetragen, hat der Aufsteiger gute Chancen in der Tabelle weiter nach oben zu klettern. Mit nur 12 Gegentreffern und 22 erzielten Treffern stimmt das Verhältnis, sich eine noch bessere Tabellenplatzierung zu erspielen.

KSC Schwetzingen (9.)
Das Team von Trainer Yusuf Baran benötigte etwas Anlaufzeit, sich an die neue Liga zu gewöhnen. Aus den letzten 5 Spielen holte das türkische Team 3 Siege (3-0-2). Es wird dennoch bis zum letzten Spieltag das erklärte Ziel sein, den Abstieg zu vermeiden.

MFC 08 Lindenhof (10.)
Dem MFC würde eine Verstärkung in der Offensive guttun. Nur 13 erzielte Treffer sind zu wenig, um sich auf Dauer aus der kritischen Zone zu befreien. Nach gutem Saisonstart kam die Rolle rückwärts, was die nur 4 errungenen Punkte aus den letzten 5 Spielen belegen.

 

Reilingens Spielertrainer Patrick Rittmaier setzt alles daran, mit seiner Mannschaft den Klassenerhalt zu schaffen. Bild: Lothar Fischer.

SC 08 Reilingen (11.)
Wenig namhafte Spieler und ein junges Team, welches sich gegen den Abstieg stemmt. Trainer Patrick Rittmaier kann mit 10 Punkten (1 Spiel Rückstand) sehr zufrieden sein, aber im weiteren Verlauf der Saison gilt es auch, dieses Niveau zu halten, ansonsten kann es nochmal ganz eng werden.

VfR Mannheim II (12.)
Nach schwachem Saisonstart haben sich die kleinen Rasenspieler gefangen. Das Potenzial im Team von Trainer Zdravko Barisic ist vorhanden, um mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben. Beeindruckend der 11:0 Sieg über Reilingen und der 8:2 Erfolg über Hemsbach.

SG Hemsbach (13.)
Toller Saisonstart der Hemsbacher (2-2-0). Aber "eine Schwalbe macht noch lange keinen Sommer" und so rutschte die SG in der Folge doch recht schnell wieder in die untere Tabellenhälfte. Kajally Njie (9) und Fofana Pa Malick (7) erzielten allein 16 der 21 Saisontore.

TSG Eintracht Plankstadt (14.)
Etwas enttäuscht haben die Plankstädter, denn der Kader wurde zur neuen Saison aufgefrischt und die Erwartungshaltung war somit größer. In der Offensive klemmt es (11 Tore) und auswärts fremdelt die Fusionself zu sehr (1 Saisonpunkt).

 

Die TSG Eintracht Plankstadt (blau) hat sein Potenzial nicht abrufen können - die Hockenheimer (schwarz) marschieren in Riesenschritten in Richtung Kreisklasse A. Bild: Lothar Fischer

FV Leutershausen (15.)
So schnell kann ein Aufstiegsaspirant zum Abstiegskandidaten werden. Leutershausen ereilte das Verletzungspech in höchstem Maße. Nur ein Sieg aus 8 Spielen spricht für sich. Jetzt gilt es nach Wiederanpfiff aus dem Tabellenkeller zu kommen.

FC Germania Friedrichsfeld (16.)
Die Leistungsschwankungen bei der Mannschaft von Trainer Matthias Dehoust waren zu groß. Guten Ergebnissen folgten auch mal gerne deftige Schlappen, die so nicht passieren sollten. Mit 30 Gegentreffern weisen die Germanen die schwächste Defensive auf.

VfB Gartenstadt II (17.)
In der 2. Mannschaft gingen jede Menge Spieler von Bord. Von Beginn war es zu vermuten, dass es für den VfB nur um den Klassenerhalt gehen wird. 3 Punkte aus 8 Spielen ließen die Vermutung zur Realität werden. Ohne personelle Verstärkungen wird es wohl in die Kreisklasse A gehen.

FV 08 Hockenheim (18.)
Die Hockenheimer könnte es nach etlichen Jahren Kreisligazugehörigkeit diese Saison treffen. Ohne einen Sieg stehen die 08er am Tabellenende. Einer schwachen Offensive (7 Tore), gesellt sich eine löchrige Defensive hinzu (25 Gegentreffer). Bislang ist man ohne Punktgewinn auf eigenem Platz. Wie soll da der Klassenerhalt gelingen?

 

 

Letzte Änderung am Mittwoch, 06 Januar 2021

Kreisliga Mannheim