Freitag, 21. Januar 2022

"Ein Lauf ersetzt kein Training" - Wallstadts Kreisliga-Trainer Michael Wagner plädiert dafür, erst wieder 2021 zu beginnen

erstellt am Mittwoch, 11 November 2020
"Ein Lauf ersetzt kein Training" - Wallstadts Kreisliga-Trainer Michael Wagner plädiert dafür, erst wieder 2021 zu beginnen Bild: Berno Nix

sport-kurier. "Es ist keine normale Saison."

Michael Wagner, der Trainer des Mannheimer Kreisligisten SpVgg Wallstadt, wirkt nachdenklich, als wir ihn am Telefon mit der aktuellen Situation konfrontieren. Und fühlt sich irgendwie auch zurückerinnert an die erste Corona-Welle: "Ich hatte schon damals gesagt, dass ich es mir nur ganz schwer vorstellen kann, dass wir wieder einfach so eine neue Saison starten können, in der dann auch wirklich dauerhaft gespielt werden kann. Denn dieses Virus ist eben einfach nach wie vor da." Verständnis für den neuerlichen Abbruch hat er. Die steigenden Infektionszahlen seien dafür verantwortlich.

Insgeheim hofft er nun darauf, dass der Verband unter das Jahr 2020 einen Schlussstrich zieht. "Ich hoffe wirklich, dass wir vor Weihnachten nicht mehr spielen müssen", betont er und blickt gewissermaßen ein wenig neidisch in Richtung Südbadischer Fußball-Verband, der bereits beschlossen hat, dass es erst im neuen Jahr wieder weitergeht.

"Natürlich können sich unsere Spieler über Läufe fit halten. Aber ein Lauf ersetzt kein Training. Wenn die Jungs abends nach der Arbeit nach Hause kommen, sind die Sportstätten zu, es ist stockdunkel, da kannst du einfach nicht mehr so viel machen", gibt Wagner zu bedenken.

Momentan hat er natürlich viel Zeit und da blickt er auch zurück auf die bisherigen Leistungen seiner Mannschaft. Mit denen ist er zufrieden, allerdings nicht zu 100 Prozent. "Wir haben nach 8 Spielen 14 Punkte, ich würde sagen, das sind 3 zu wenig", erklärt er. Optimistisch stimmt ihn, dass man einige starke Mannschaften bereits gespielt hat und dabei auch mehrfach überzeugen konnte. "Bei den beiden 2:2-Unentschieden gegen Viernheim und Rheinau kamen wir jeweils zurück und haben noch einen Punkt geholt. Da haben wir uns wirklich gut verkauft."

Über ein echtes Saisonziel zu sprechen, fällt Wagner schwer. Dazu sei die Situation einfach zu undurchsichtig. "Man kann wirklich nur recht kurzfristig vorausschauen, denn selbst wenn es wieder weitergehen sollte, weiß ja keiner, ob ein paar Spiele später nicht schon wieder abgebrochen wird", sagt der Coach, der jedoch eines klarstellt: "Wir als SpVgg Wallstadt wollen auf jeden Fall oben dabei sein, die Top Fünf sind natürlich unser Ziel." Aktuell ist man Tabellensechster befindet sich aber in Schlagdistanz zu den vorderen Plätzen.

Theoretisch könnte man im Winter nochmals personell nachlegen, um eventuelle Schwachstellen ausgleichen zu können. Geplant ist aber nichts. Wagner will erst einmal abwarten und hofft auf ein Signal des Verbandes: "Momentan befinden wir uns noch mitten in der Vorrunde und falls es im Januar weitergehen sollte, muss man abwarten, ob es überhaupt eine Wechselperiode geben wird in dieser Saison."

Einen echten Topfavoriten auf den Titel gibt es aus seiner Sicht nicht in der Kreisliga. Dafür aber 2 Mannschaften, die über eine ausgezeichnete Kaderstärke verfügen. Gemeint sind Amicitia Viernheim und Rot-Weiß Rheinau. Positiv überrascht hat ihn Spitzenreiter Enosis Mannheim. "Die spielen wirklich eine tolle Runde bisher", lobt Wagner. Auch Ladenburg sei stark, auch wenn die Römerstädter zuletzt etwas eingebrochen sind. Wagner: "Es wird spannend zu sehen sein, wie sich die Mannschaften nach der erneuten Pause präsentieren werden." Und was, falls die Saison gar nicht mehr angepfiffen wird? "Das wollen wir alle mal nicht hoffen."

 

Letzte Änderung am Mittwoch, 11 November 2020

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