Freitag, 21. Januar 2022

"Wir spielen ohne Druck" ++ Menderes Altintas bestreitet mit dem VfB Gartenstadt 2 eine schwierige Saison

erstellt am Mittwoch, 21 Oktober 2020
Spielertrainer Mendo Altintas (gelb) in Aktion Spielertrainer Mendo Altintas (gelb) in Aktion Bild: Lothar Fischer

sport-kurier. In der Kreisliga Mannheim wird die zweite Mannschaft des VfB Gartenstadt gelistet, doch faktisch ist das Team von Trainer Menderes Altintas derzeit das Aushängeschild der "gelben Bären".

Der Rückzug des Verbandsligateams machte dies möglich. Doch dieser Rückzug hängt Altintas wie ein Klotz am Bein.

"Als ich kurz vor der Vorbereitung zusagte, standen 16 oder 18 Spieler auf der Liste des Kreisligakaders, doch beim ersten Training dachte ich: Oh Gott, was ist denn hier los?" Die Wahrheit war, dass er gerade mal 12, 13 Mann im Training hatte. Um in manchen Testspielen überhaupt eine Mannschaft stellen zu können, musste er mit seinem Bruder Adnan, der ihn auch als Trainer unterstützt, selbst noch die Kickschuhe schnüren.

Die Gerüchte um den Verein schon im Frühjahr führten dazu, dass auch Spieler, mit denen Altintas plante, quasi die Flucht ergriffen und sich neuen Vereinen anschlossen. "Viele Spieler, die ich jetzt im Kader habe, habe ich früher von der F bis zur C-Jugend trainiert", konnte er zumindest noch auf einen kleinen Rest zurückgreifen.

Mittlerweile ist der Kader auch um vier Spieler angewachsen, drei weitere aus der A-Jugend will er demnächst hochziehen. "Mit der Kadergröße geht es jetzt einigermaßen, aber wenn wir wieder Verletzte haben, muss ich wohl selbst wieder spielen", hofft der 42-jährige ohne eine größere Zahl an Ausfällen durchzukommen.

Die schwierigen Bedingungen schlagen sich auch in der sportlichen Bilanz nieder. Mit lediglich drei Unentschieden steht der VfB auf dem vorletzten Tabellenplatz. Sorgen bereitet der Angriff. "Mir fehlt ein Knipser. Zumindest vier Chancen haben wir in jedem Spiel", liegen für Altintas die Hauptprobleme im Sturm. Nur vier selbst erzielte Treffer sind eine magere Ausbeute.

Und wenn dann noch aus einer vergebenen Torchance im Gegenzug ein Treffer für den Gegner fällt, wie schon geschehen, dann müsste eigentlich jeder Trainer verzweifeln. Doch Altintas bleibt ruhig und hofft auf Besserung in den kommenden Wochen. "Druck von Vereinsseite haben wir keinen. Aufgrund der Situation vor Saisonbeginn sieht man es im Club realistisch und würde auch den Abstieg nicht als Beinbruch sehen", ist man beim VfB auch auf den schlimmstmöglichen Fall vorbereitet.

Doch in der Versenkung soll der VfB nicht verschwinden. Es gibt Bestrebungen des VfB, so hat es Altintas vernommen, dass Gartenstadt im kommenden Jahr den zustehenden Platz in der Landesliga einnimmt, also wieder eine erste Mannschaft stellt, die am Spielbetrieb teilnimmt.

Für manche Spieler, so hofft Altintas, sollte dies doch Grund genug sein, sich für den VfB zu entscheiden. Immerhin weiß er schon vom Hörensagen, dass es den ein oder anderen ehemaligen VfB´ler im Winter oder im kommenden Sommer wieder an den Anemonenweg zurückzieht. Die Aussichten beim VfB scheinen doch nicht ganz so schlecht zu sein, wie man es derzeit vermuten könnte.

 

 

Letzte Änderung am Mittwoch, 21 Oktober 2020

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