Sonntag, 04. Dezember 2022

"Wir sind nicht ganz zufrieden" - Blumenaus Trainer Luis Trindade im Interview

erstellt am Dienstag, 22 November 2022
Emotional an der Seitenlinie - Blumenaus Trainer Luis Trindade. Emotional an der Seitenlinie - Blumenaus Trainer Luis Trindade. Bild: Berno Nix

sport-kurier. In der Vorsaison war der SC Blumenau in der Kreisklasse B, Staffel II, nicht zu stoppen.

Am Ende sicherte sich die Mannschaft von Trainer Luis Trindade souverän den Titel und marschierte mit einer breiten Brust in die A-Klasse, wo man seit diesem Sommer in der Staffel II um Punkte kämpft.

Und das ließ sich auch äußerst gut an. Aus den ersten zwei Spielen holte man 4 Punkte, ehe man einen Negativlauf mit 6 Niederlagen am Stück hinlegte. Mittlerweile hat man sich aber längst wieder erholt und liegt nach 15 Spielen mit 16 Punkten auf dem 11. Platz - Tendenz steigend. Wir haben uns mit Trindade unterhalten.

Hallo Herr Trindade, wie fällt denn Ihr Zwischenfazit bis hier her aus?

Unser Ziel war es, schnellstmöglich so viele Punkte zu sammeln, dass wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Es kam leider viel dazwischen, was mit Verletzungen aber auch Corona zu tun hatte. Die ersten beiden Spiele haben uns hoffen lassen, dass es auch so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt haben. Dann waren wir mal spielfrei und in den 2 Wochen ging es wirklich Schlag auf Schlag. Teilweise mussten wir auf 7 Stammspieler verzichten. Die letzten Wochen zeigen jetzt aber wieder, dass wir mithalten können. Verloren haben wir in dieser Zeit nur gegen Spitzenreiter Käfertal. Man merkt jetzt einfach, dass der Kader nach und nach wieder vollzähliger wird. Trotzdem sind noch nicht alle bei 100 Prozent. Teilweise hatten wir 4, 5 A-Jugendliche dabei. Insgesamt sind wir sicher nicht ganz zufrieden.

Bis zur Winterpause stehen noch 3 Spiele an. Gibt es da ein spezielles Punkteziel?

Wir wollen versuchen, dass wir da ein paar Punkte holen. Danach geht es in die Pause. In ihr wollen wir uns sammeln und möglichst alle wieder fit bekommen. Uns war auch klar, dass es in der A-Klasse kein Selbstläufer werden wird. Das ist etwas ganz anderes als in der B-Klasse. Unser Team haben wir beisammen gehalten, merken jetzt aber, dass wir durchaus noch etwas Nachholbedarf haben, denn 2, 3 Verletzte können wir nicht so einfach kompensieren.

Wird man in der Winterpause reagieren und weitere Spieler verpflichten?

Wir schauen immer nach Spielern. Aber das ist eben auch immer eine finanzielle Frage. Zudem ist es schwierig in der Winterpause einen gestandenen A-Klassenspieler zu bekommen, der bislang woanders auf seine Einsatzzeiten kam. Wir bauen viel auf unsere A-Jugend. Dort haben wir Potential. Die Jungs haben uns schon weitergeholfen.

Zuletzt hat man sich ja auch mit dem aktuellen Kader gut verkauft.

Ja, das kann man sagen. Beim FV Ladenburg, der zu den Topteams zählt, haben wir uns auf Augenhöhe präsentiert und konnten letztlich ein Unentschieden holen. Meiner Meinung nach hätten wir das Ding auch gewinnen können, ohne dass sich von Ladenburg jemand hätte beschweren können.

TSV Amicitia Viernheim II - SC Blumenau, Kreisklasse A2, Viernheims Joel Schroth zwischen den Blumenauern Matarr Toury (li.) und Evenji Unger (re.). Bild: Berno Nix

Verstecken braucht man sich offenbar vor niemandem in der Liga.

Nein, wir haben vom oberen Tabellendrittel eigentlich alle gehabt. Lediglich DJK Feudenheim fehlt uns noch. Wir werden sicher nicht abgeschossen.

Wie groß ist der Kader denn insgesamt, wenn alle Mann fit sind?

20 Feldspieler und 2 Torhüter haben wir zur Verfügung.

Wie sieht die Spielidee aus, richtet die sich auch mal nach dem jeweiligen Gegner?

Nein, wir haben unser System aus der B-Klasse mit hochgenommen. Meine Philosophie ist, dass wir uns nie an den Gegner anpassen. Selbst wenn es gegen den Tabellenführer geht, werden wir nie mit 10 Mann hinten drinstehen. Wir versuchen unser Spiel umzusetzen. Bis jetzt hat das gut geklappt.

Jetzt geht es gegen DJK Feudenheim. Was erwartet die Mannschaft in diesem Spiel?

Diese Saison sind sie schwer einzuordnen. Die letzten Jahre war Feudenheim immer oben dabei. Dieses Mal war ihr Start nicht gut, mittlerweile haben sie den Anschluss nach oben aber wieder hergestellt. Man weiß nie, wie sie auflaufen, weil sie auch einige Studenten im Kader haben, die nicht immer da sind. Wir gehen selbstbewusst in die Partie. Ich will nicht sagen, dass wir einen Lauf haben, aber wir spielen zuhause und wissen, dass wir gegen jeden das Spiel offenhalten können. Wir rechnen uns natürlich auch gegen Feudenheim etwas aus.

Wie sieht denn das langfristige Ziel in Blumenau aus, schielt man irgendwann vielleicht auch mal Richtung Kreisliga?

Ich bin jetzt seit 4 Jahren dabei. Als ich kam, war unsere Jugend komplett besetzt und wir haben insgesamt eine wirklich gute Jugendarbeit. Ziel war es deshalb erst einmal die A-Klasse zu erreichen, um sich auch für die nachrückenden Jugendspieler interessanter zu machen. Die Kreisliga ist sicher kein Muss. Aber wer uns in den letzten Jahren verfolgt hat, der hat gesehen, dass wir im Pokal oft weit gekommen sind und da hatten wir häufig Kreisligisten als Gegner. Unser großes Plus ist sicher auch, dass unser Kader jetzt seit rund 4 Jahren nahezu gleich ist.

 

 

 

 

 

 

Letzte Änderung am Dienstag, 22 November 2022

Kreisklassen

Adler Mannheim, Rhein-Neckar Löwen, TSG 1899 Hoffenheim, SV Sandhausen, SV Waldhof Mannheim 07, VfR Mannheim, USC Heidelberg, RG Heidelberg - diese und viele andere Vereine präsentieren das Sportgeschehen im Rhein-Neckar-Raum durch ansprechende Leistungen.